Beschreibung
Harlekin – wenn der Maler seinem Sohn das Gesicht nimmt
Der Harlekin steht allein vor einer graublauen Wand, im Trikot aus roten und schwarzen Rauten, mit einem weißen Hut in Form einer Mondsichel und einem dünnen Stab in der Hand. Die Leinwand misst 101 × 65 cm, entstand zwischen 1888 und 1890 und wird in der National Gallery of Art in Washington aufbewahrt (Inv. 1985.64.7). Modell stand Paul, der Sohn des Malers. Bei uns wird er in Öl gemalt; jedes handgemalte Gemälde auf Leinwand entsteht eigens für die Bestellung.
Das Gesicht, das zur Maske wurde
In Fastnacht, aus denselben Jahren, hatte Cézanne das Gesicht des Sohnes noch als Porträt gemalt: erkennbar, weich, mit eigenem Ausdruck. Im Harlekin ersetzt er es durch eine regungslose Maske. Das ist keine Unsicherheit, sondern die nächste, abstraktere Stufe desselben Themas: erst malt der Vater den Sohn, dann nimmt er ihm die Ähnlichkeit, bis nur noch eine Figur im Kostüm bleibt. Deshalb ist der Harlekin kein Porträt eines Jungen, sondern eine Darstellung von Einsamkeit.
Eine Figur, die nicht gerade stehen will
Wer bei der Haltung verweilt, sieht den Harlekin gleichsam wegrutschen: der Körper ist gedreht und nach vorn geneigt, der Stab schneidet die Szene diagonal, der vordere Fuß ist größer als erwartet. Cézanne hat die Figur gedehnt und gekippt, weil es ihm um das Gleichgewicht auf der Leinwand ging, nicht um anatomische Richtigkeit. Gerade dadurch wirkt das Gemälde gespannt, obwohl darin nichts geschieht.
Vier Kostümleinwände
Der Harlekin gehört zu einer Gruppe von vier Kostümleinwänden aus den Jahren 1888-1890: neben Fastnacht, wo Harlekin und Pierrot auftreten, malte Cézanne noch drei Fassungen der Harlekinfigur allein. Die Leinwand ging vom Händler Ambroise Vollard an den Maler Émile Schuffenecker und den Sammler Auguste Pellerin, später in die amerikanische Sammlung von Paul Mellon, der sie 1985 der Washingtoner Galerie schenkte.
Zu Hause kommt der Harlekin gerade wegen des Hochformats gut zur Geltung: er steht gern in einer schmalen Nische, neben einer Tür oder zwischen zwei Fenstern, wo eine querformatige Leinwand gedrückt wirken würde. Das Rot ist kräftig, die Szene verträgt daher auch ruhigere Möbel ringsum. Die fünfzehn Formate reichen von 42 × 65 cm bis 116 × 180 cm; brauchen Sie ein Maß dazwischen, spannen wir die Leinwand nach Maß. Wie die Figur im Rahmen steht, zeigt unsere Anwendung für die 3D-Ansicht. Wenn Sie unter unseren Kunstgemälden auf Leinwand weitere Figuren Cézannes interessieren, sehen Sie Fastnacht (Mardi Gras), Junge in roter Weste und Junge mit Totenschädel.
- Motiv: Harlekin, Paul Cézanne, 1888-1890, National Gallery of Art, Washington (1985.64.7)
- Technik: handgemaltes Gemälde, Öl auf Leinwand, Reproduktion
- Größen: 15 Hochformate, auf Wunsch auch Sondergröße nach Maß
- Wissenswertes: Modell war der Sohn des Malers, doch das Gesicht wurde am Ende zur Maske









































