Beschreibung
Stillleben mit Äpfeln – ein Werk, das auf zwei Stoffen aufgebaut ist
Auf dem Tisch stehen nebeneinander ein grüner Oliventopf mit Sockel aus Terrakotta, eine strohumflochtene Flasche, ein blau-weißer Ingwertopf mit einem Netz aus Schnur, eine kleine Zuckerdose mit Deckel und Blumenmuster und ein Teller voller Äpfel. Unter alldem liegen zwei Stoffe: ein dunkelblauer mit großem Muster links und ein weißes Tuch, das in schweren Falten nach rechts fällt. Das handgemalte Gemälde auf Leinwand gibt diese Arbeit Cézannes von 1893 bis 1894 wieder, die im Original 65,4 × 81,6 Zentimeter misst und im J. Paul Getty Museum in Los Angeles unter der Inventarnummer 96.PA.8 verwahrt wird.
Zwei Stoffe, nach denen das Werk einmal benannt wurde
Als die Leinwand 1912 in Köln ausgestellt war, führte der Katalog sie als Apfelstilleben, Tisch mit blauem und weissem Tuch. Der Titel nannte weder die Keramik noch die Flasche, sondern genau die beiden Dinge, auf denen alles steht. Und so ist es auch: Der blau gemusterte Stoff unten links gibt dem Werk Gewicht und Tiefe, das weiße Tuch hebt es an, bricht in scharfe Kanten und trägt das Licht nach rechts bis an den Rand. Durch das Weiß läuft ein schmaler roter Streifen – die einzige warme Linie der unteren Hälfte. Der Werkkatalog führt beide Stoffe getrennt, das weiße sogar zweimal, mit einem eigenen Eintrag für den roten Streifen.
Der Ingwertopf, der auch anderswo auftaucht
Das Gefäß mit dem blauen Rautenmuster und dem Schnurnetz über dem Bauch ist keine erfundene Requisite, sondern ein Ding, das der Maler auch auf anderen Leinwänden auf den Tisch stellt. Derselbe Ingwertopf steht in Ingwertopf mit Granatapfel und Birnen und in Blumen in einem Ingwertopf und Früchte. Daneben stehen hier der grüne Oliventopf, die umflochtene Flasche, die Zuckerdose und der Teller – der Katalog zählt sie unter den Stilllebengegenständen nacheinander auf, und alle stehen auf der Leinwand dort, wohin der Eintrag sie setzt.
Von Vollard nach Los Angeles
Der erste bekannte Besitzer war der Händler Ambroise Vollard in Paris. Am 6. Dezember 1904 kaufte sie Paul Cassirer in Berlin, um 1910 dann Baron Ferenc Hatvany in Budapest. Nach ihm kehrt die Leinwand nach Berlin zurück, zu Hugo Cassirer, und danach zu Lotte Cassirer-Fürstenberg; es folgt eine Privatsammlung, und 1996 kaufte sie das Getty. Hatvany verlieh das Werk auch: 1909 nach Berlin und 1912 nach Köln.
Wien, Budapest, Prag – und einige Unsicherheit
Das Jahr 1907 ist im Eintrag ungewöhnlich. Die Leinwand soll im Frühjahr bei der Galerie Miethke in Wien als Nummer 95 oder 91 gewesen sein, im Mai im Nemzeti Salon in Budapest als Nummer 70 und im Herbst im Prager Mánes-Pavillon als Nummer 55 – jedes Mal mit Vorbehalt, zweimal mit dem Wort „wahrscheinlich”, einmal mit einem Fragezeichen. Sicher sind erst die Ausstellungen bei Paul Cassirer in Berlin im November 1909 als Nummer 32, wo Hatvany sie verlieh, und in Köln 1912 als Nummer 129 mit Tafel 19. 1921 war sie wieder in Berlin, diesmal unter dem Titel Stilleben mit Ingwertopf, verliehen von Hugo Cassirer.
Erst 1996 ins Museum
Anders als die meisten Leinwände Cézannes in öffentlichen Sammlungen kam diese spät ins Museum: Das Getty kaufte sie 1996 und gab ihr die Inventarnummer 96.PA.8, in der die ersten beiden Ziffern das Kaufjahr selbst sind. Fast ein Jahrhundert nach ihrer Entstehung blieb sie also in privater Hand – bei Händlern, einem Baron und zwei Generationen derselben Berliner Familie – bevor sie allen zugänglich wurde.
Was neben dem Preis stand
In Vollards Lagerbuch trägt die Leinwand die Nummer 3439, daneben eine Beschreibung: peinture à l’huile. sur une table couverte d’un tapis bleu et d’une nappe blanche, plusieurs pots et bouteilles ainsi qu’une assiette couverte de fruits – Ölbild; auf einem Tisch, bedeckt mit einer blauen Decke und einem weißen Tischtuch, mehrere Töpfe und Flaschen sowie ein Teller voller Früchte. Daneben stehen das Maß 65 × 81 Zentimeter und der Preis von 250 Franc. Schon damals beschrieb der Händler das Werk also genau so, wie wir es heute ansehen: zuerst die Stoffe, erst dann die Gefäße.
Weil die Leinwand quer liegt und voller ruhiger, runder Formen ist, macht sie sich gut über einer Kommode, einer Anrichte oder einem Esstisch, wo sie Platz in die Breite hat. Erhältlich ist das Werk in fünfzehn Formaten, von 50 × 40 bis 180 × 145 Zentimetern; Zwischenmaße spannen wir auf einen Keilrahmen nach Maß, und die Wirkung an der Wand zeigt vorab unsere 3D-Anwendung. Zu den Apfelstillleben gehört auch Der Korb mit Äpfeln.
- Motiv: Stillleben mit Äpfeln, Paul Cézanne, 1893-1894, J. Paul Getty Museum, Los Angeles
- Technik: handgemaltes Gemälde, Öl auf Leinwand, Reproduktion
- Größen: 15 Formate, auf Wunsch auch Sondergröße nach Maß
- Wissenswertes: in der Ausstellung von 1912 wurde das Werk nach den Stoffen verzeichnet – Tisch mit blauem und weissem Tuch – und nicht nach den Früchten









































