Beschreibung
Frau mit Kaffeekanne – das Werkverzeichnis weiß nicht, wer sie ist
Die Frau sitzt frontal zum Betrachter und füllt beinahe die ganze Höhe einer großen Leinwand. Das dunkle Haar ist nach hinten genommen, das Gesicht ruhig und zugewandt. Sie trägt ein blaues, bis zum Hals geknöpftes Kleid mit breitem, in der Taille gebundenem Gürtel und einem langen Rock, der bis an den unteren Rand fällt; die Hände ruhen im Schoß. Rechts steht ein Tisch unter einem braunockerfarbenen Tuch, darauf eine weiße Tasse auf der Untertasse mit einem aufrecht stehenden Löffel, dahinter eine hohe zylindrische Kaffeekanne aus Metall mit gewölbtem Deckel. Hinter ihr eine graugrüne Holztäfelung in großen Rechtecken. Das Original misst 130 × 97 cm, entstand um 1895 und wird im Musée d’Orsay in Paris aufbewahrt. Bei uns übernimmt es die Hand des Malers: ein handgemaltes Gemälde auf Leinwand, Öl auf Leinwand.
Eine Sitzende ohne Namen
Bei Bildnissen trägt das Werkverzeichnis unter der Rubrik der Personen gewöhnlich einen Namen ein. Bei dieser Leinwand steht dort etwas anderes: nicht identifizierte Sitzende. Unter den Titeln, die das Werk getragen hat, erscheint zwar auch “La Domestique”, die Hausangestellte, doch das Werkverzeichnis bestätigt das nicht und hält es nicht als Tatsache fest – es bleibt dabei, sie nicht zu kennen. Dabei bleiben auch wir. Bei den Bildnissen der Hortense Fiquet kennt das Werkverzeichnis den Namen; bei dieser Leinwand nicht.
Ein Stillleben mitten im Bildnis
Bemerkenswert ist, wohin das Werkverzeichnis die Gegenstände auf dem Tisch stellt. Kaffeekanne, Tasse und Löffel stehen nicht beim Mobiliar, sondern bei den Stilllebengegenständen – in derselben Gruppe wie die Äpfel und Krüge anderer Leinwände. Das Bildnis trägt also in seinem rechten Drittel ein kleines Stillleben, und gerade dieses gibt dem Werk den Namen. Der aufrecht in der Tasse stehende Löffel wiederholt die Senkrechte der Kanne, und diese die Senkrechte der Täfelungskante dahinter.
Was wie eine Tapete aussieht, ist ein Wandschirm
Am linken Rand läuft ein schmaler Streifen dunkleren Grundes, übersät mit weißen und rosa Rosetten. Auf den ersten Blick wirkt er wie eine Tapete, doch das Werkverzeichnis verzeichnet unter der Einrichtung des Raumes etwas anderes: einen Wandschirm, also eine faltbare Stellwand. Auch das Tuch auf dem Tisch ist keine Decke, sondern Wachstuch. Das Zimmer setzt sich somit aus drei verschiedenen Flächen zusammen – Täfelung, Wandschirm und Wachstuch – und jede ist gesondert verzeichnet.
Weil das Original groß ist und die Gestalt fast die ganze Höhe einnimmt, wirkt dieses Werk am besten, wenn man ihm Raum lässt: im Flur, im Treppenhaus oder an einer langen Wohnzimmerwand. Weil die Leinwand hochformatig ist, beginnt das kleinste Maß bei 40 × 55 cm, das größte misst 131 × 180 cm. Zwischenmaße spannen wir nach Maß, und wie es gerahmt wirkt, zeigt unsere Anwendung für die 3D-Ansicht. Das Bildnis, dessen Namen das Werkverzeichnis kennt, ist Madame Cézanne in Blau; aus derselben Pariser Sammlung stammt Stillleben mit Zwiebeln, und die Gefäße dieses Tisches finden Sie auch in der Strohumwickelten Vase, Zuckerdose und Äpfeln.
- Motiv: Frau mit Kaffeekanne, Paul Cézanne, um 1895, Musée d’Orsay, Paris
- Technik: handgemaltes Gemälde, Öl auf Leinwand, Reproduktion
- Größen: 15 Formate, auf Wunsch auch Sondergröße nach Maß
- Wissenswertes: das Werkverzeichnis führt die Sitzende als nicht identifiziert – einen Namen trägt es nicht ein









































