Beschreibung
Milchkanne und Äpfel – das Werkverzeichnis weiß, in welchem Zimmer es entstand
Links steht ein hohes zylindrisches Milchgefäß, blaugrau, mit flachem Deckel und einer dunklen Naht an der Flanke. Die Mitte hält eine weiße Serviette, in scharfe Kanten gelegt, die nicht herabfallen, sondern aufrecht stehen. Über den dunkelbraunen Tisch sind Äpfel verteilt – rote, orangerote, grüne und gelbgrüne –, vorn links liegt eine Birne, eine zweite, größere und gelborange, rechts. Die Leinwand misst 50 × 61 cm, entstand zwischen 1879 und 1880 und wird im Museum of Modern Art in New York aufbewahrt (Sammlung William S. Paley). Bei uns übernimmt sie die Hand des Malers: ein handgemaltes Gemälde auf Leinwand, Öl auf Leinwand.
Eine Adresse, im Werkverzeichnis notiert
Bei dieser Leinwand ist im Werkverzeichnis eine Rubrik ausgefüllt, die bei den meisten Einträgen leer bleibt: das Atelier. Eingetragen ist die Anschrift 2, place de la Préfecture, Melun. Der Eintrag sagt also nicht nur, wann das Werk entstand, sondern auch, in welchem Zimmer der Tisch mit den Früchten stand. Und die Anschrift stimmt zur Jahreszahl: Cézanne arbeitete gerade in dieser Zeit in Melun, sodass Datierung und Zimmer einander bestätigen – eine Seltenheit, denn bei diesem Maler gehen die Quellen häufiger auseinander, als sie zusammenfallen.
Die Tapete und die Truhe
Unter den Motiven führt das Werkverzeichnis neben Obst und Serviette noch zweierlei auf, was bei einem Stillleben überrascht: eine geblümte Tapete und eine hölzerne Truhe. Die Tapete ist auf der Leinwand tatsächlich zu sehen – über die blaugrüne Wand laufen blasse Umrisse von Blättern und Blüten, so leicht gemalt, dass man sie erst bemerkt, wenn man sie sucht. Am unteren Rand aber zieht sich ein Streifen lebhafter roter, gelber, grüner und blauer Flecken hin. Was dieser Streifen genau ist, sagt das Werkverzeichnis nicht; es vermerkt allein, dass zum Mobiliar des Zimmers eine hölzerne Truhe gehört. Kurz: der Hintergrund dieses Stilllebens ist nicht erfunden, er ist die Einrichtung eines gemieteten Zimmers.
Die Serviette, die steht wie Papier
Der ungewöhnlichste Gegenstand der Leinwand ist die Serviette. Cézanne hat sie nicht gemalt, wie Stoff fällt, sondern als wäre sie gefaltetes Papier: die Spitzen sind scharf, die Flächen eben, die Schatten dazwischen klar geschnitten. Gerade diese Härte macht sie zum dritten Träger des Werks, neben Gefäß und Tisch. Ein Milchgefäß anderer Form begegnet Ihnen auch im Stillleben mit Milchkrug und Früchten, und die Äpfel in dieser Anordnung im Korb mit Äpfeln.
Das Werk ist auf drei dunklen Bändern aufgebaut – Wand, Tisch und Schatten unter dem Obst –, zwischen denen allein Serviette und Früchte leuchten. Deshalb verträgt es auch schwächeres Licht und verlangt keine starke Wand: es wirkt in der Küche, im Esszimmer oder in einem Café. Die fünfzehn Größen reichen von 50 × 41 cm bis 180 × 148 cm; Zwischenmaße spannen wir nach Maß, und wie es gerahmt wirkt, zeigt unsere Anwendung für die 3D-Ansicht. Wer zu diesem Tisch einen zweiten sucht, findet ihn unter unseren Kunstgemälden auf Leinwand in Früchte und ein Krug auf einem Tisch.
- Motiv: Milchkanne und Äpfel, Paul Cézanne, 1879-1880, Museum of Modern Art, New York
- Technik: handgemaltes Gemälde, Öl auf Leinwand, Reproduktion
- Größen: 15 Formate, auf Wunsch auch Sondergröße nach Maß
- Wissenswertes: das Werkverzeichnis nennt auch das Atelier – 2, place de la Préfecture in Melun









































