Beschreibung
Häuser in der Provence, das Tal von Riaux – die Leinwand, bei der sich der Katalog selbst widerspricht
Zwei ockerfarbene Häuser mit rötlichen Dächern stehen in der oberen Hälfte der Leinwand, umgeben von Hängen, die in parallelen schrägen Zügen in Grün, Ocker und Blau gemalt sind. Unten zieht ein heller Weg über die ganze Breite. Der Himmel oben ist graublau und nimmt nur einen schmalen Streifen ein. Das handgemalte Gemälde auf Leinwand gibt diese Arbeit Cézannes von etwa 1883 wieder, die im Original 65 × 81,3 Zentimeter misst und in der National Gallery of Art in Washington unter der Nummer 1973.68.1 verwahrt wird.
Eine eckige Klammer im Katalog
Zur Ausstellung, die im April und Mai 1920 in der Pennsylvania Academy of Fine Arts in Philadelphia stattfand, verzeichnet der Werkkatalog das Werk als Nummer 57, unter dem Titel The Mountain, und fügt hinzu, dass de Zayas es verlieh. Unmittelbar danach aber steht in eckigen Klammern eine Anmerkung der Bearbeiter: das muss falsch sein; Fabbri war während der ganzen Biennale Eigentümer, und die kam später. Der Eintrag weist also selbst darauf hin, dass zwei seiner eigenen Angaben nicht zusammenpassen.
Zwei Ausstellungen, die sich überschneiden
Der Widerspruch lässt sich an den Daten ablesen. Die Biennale von Venedig, wo die Leinwand als Nummer 11 unter dem Titel Gardanne hing, dauerte vom 15. April bis 31. Oktober 1920, und verliehen hatte sie Egisto Fabbri. Die Ausstellung in Philadelphia dauerte vom 17. April bis 9. Mai 1920 – also zur selben Zeit – und dort soll de Zayas sie verliehen haben. Ein Werk, zwei Städte, dieselben Wochen und zwei verschiedene Leihgeber. Welche Angabe zutrifft, entscheidet der Katalog nicht, und wir tun es auch nicht; die Anmerkung steht, wie sie steht.
Acht Besitzer und eine Auktion 1965
Die Provenienz beginnt mit einem Fragezeichen bei Ambroise Vollard und nennt danach Egisto Fabbri in Florenz, Paul Rosenberg in Paris und New York ab November 1928, das Ehepaar Marius de Zayas in Stamford und Virginia Harrison in New York. Am 14. Oktober 1965 wurde die Leinwand bei Parke-Bernet in New York als Nummer 92 verkauft; erworben haben sie Paul Mellon und seine Frau aus Upperville in Virginia, und 1973 ging sie an die National Gallery of Art.
Parallele Züge
Der Katalog nennt unter den technischen Stichworten für diese Leinwand die parallelen Pinselzüge, und das ist tatsächlich das Erste, was man sieht. Der ganze Hang – Gras, Stein, Gesträuch – ist aus kurzen schrägen Strichen gebaut, die in dieselbe Richtung laufen, in etwa demselben Winkel, gleichgültig was sie darstellen. Die Farbe mischt sich zwischen ihnen nicht; Grün, Ocker und Blau liegen nebeneinander. Die Häuser dagegen sind mit glatten, breiten Flächen gemalt, und gerade durch diesen Gegensatz treten sie aus dem Hang hervor, obwohl sie in derselben Farbskala stehen.
Un Mas, Gardanne, Les Maisons sur la colline
Im Januar 1910 war die Leinwand bei der Galerie Bernheim-Jeune in Paris als Nummer 18 zu sehen, unter dem Titel Un Mas, also ein provenzalisches Gehöft, verliehen von Fabbri. 1920 war sie in Venedig als Gardanne, und im Februar und März 1921 in der Kunsthalle Basel als Nummer 13, diesmal als Les Maisons sur la colline, die Häuser auf dem Hügel. Drei Ausstellungen, drei Titel, und keiner davon ist der, unter dem das Werk heute geführt wird.
Was der Katalog zu den Motiven zählt
Die Stichworte für diese Leinwand sind kurz und genau: unter den Orten L’Estaque, unter den Naturmotiven die Hügel, unter den menschlichen die Häuser, unter den technischen die genannten parallelen Züge. Ein Fluss ist nicht verzeichnet, der Weg kommt unter den Stichworten nicht vor, Bäume sind nicht eigens aufgeführt – der Eintrag sagt also, dass in dieser Landschaft nur zwei Dinge zählen, das Gelände und die Bauten, und dass alles Übrige die Art ist, wie sie gemalt sind. In den Archiven des Hauses Vollard ist das Werk außerdem mit einer Fotografie unter Nummer 230 verzeichnet.
Das ist eine ausgewogene, mittelhelle Landschaft, die Tageslicht und große Wände gut verträgt. Wir malen sie in fünfzehn Formaten, von 50 × 40 bis 180 × 142 Zentimetern, Zwischenmaße spannen wir auf einen Keilrahmen nach Maß, und wie sie an der Wand wirkt, zeigt vorab unsere 3D-Anwendung. Aus derselben Ecke der Provence stammen auch Der Golf von Marseille, von L’Estaque aus gesehen, Das Dorf Gardanne und Der Steinbruch von Bibémus.
- Motiv: Häuser in der Provence, das Tal von Riaux, Paul Cézanne, um 1883, National Gallery of Art, Washington
- Technik: handgemaltes Gemälde, Öl auf Leinwand, Reproduktion
- Größen: 15 Formate, auf Wunsch auch Sondergröße nach Maß
- Wissenswertes: in eckigen Klammern weist der Katalog selbst darauf hin, dass zwei seiner Ausstellungsangaben von 1920 einander ausschließen









































