Beschreibung
Stillleben mit Äpfeln und Pfirsichen – das Werk, das der Katalog nach einem Gefäß benennt, das niemand ansieht
Auf einem Holztisch mit geschweiftem Rand liegt auf einem weißen Teller ein Haufen Äpfel und Pfirsiche, gelb, orange und rot. Links steht ein heller Krug mit einem Blumenzeichen, oben rechts ein weißes Gefäß mit gekräuseltem Rand, und über die vordere Tischkante fällt ein weißes Tuch. Im Hintergrund spannt sich über die ganze Breite ein gemusterter Vorhang mit blauem und braunem Laub. Das handgemalte Gemälde auf Leinwand gibt diese Arbeit Cézannes von etwa 1905 wieder, die im Original 81 × 100,5 Zentimeter misst und unter der Inventarnummer 1959.15.1 in der National Gallery of Art in Washington verwahrt wird.
Ein Titel, der auf einen anderen Gegenstand zeigt
Alle bekannten Namen dieser Arbeit sprechen von Obst: das Museum, das sie verwahrt, nennt sie Still Life with Apples and Peaches, und unter den Nebentiteln stehen Nature morte avec pommes et pêches, Still Life, Still Life – Peaches und Stillleben mit Äpfeln und Pfirsichen. Der Werkkatalog aber führt sie unter einem ganz anderen Titel: Nature morte au vase pique-fleurs – Stillleben mit dem Blumenhalter. Dieses Gefäß ist weiß, hat einen gekräuselten Rand, steht oben rechts, ist leer, und der Blick übergeht es leicht. Eintrag und Museum sind sich also nicht einig, was auf dieser Arbeit die Hauptsache ist.
Von Vollard nach Washington
Die Provenienz ist kurz und zählt vier Einträge. Der erste ist der Pariser Händler Ambroise Vollard. Der zweite steht in eckigen Klammern – Edward Steichen in New York –, und die eckige Klammer ist das Zeichen, dass der Eintrag hier nicht ganz fest ist. Der dritte trägt ein genaues Datum: am 29. Februar 1912, einem Schalttag, kauften Agnes und Eugene Meyer aus Washington die Leinwand. 1959 ging sie an die National Gallery of Art. In Vollards Archiv ist die Arbeit auch mit einer Fotografie verzeichnet, unter der Nummer 446.
Zwei Werke, dieselben Stifter, dasselbe Jahr
Agnes und Eugene Meyer übergaben dem Museum nicht nur diese Arbeit. 1959 ging auch Der Gärtner Vallier an die National Gallery of Art, und beide tragen heute Inventarnummern aus demselben Jahr: 1959.15.1 und 1959.2.1. Auch der Name Edward Steichens steht in beiden Provenienzen in eckigen Klammern. Im Erwerbungsvermerk werden beide Eheleute genannt: Geschenk von Eugene und Agnes Ernst Meyer.
Ausgestellt, aber nicht im Katalog
Die Meyers verliehen die Arbeit oft. 1916 war sie als Leihgabe im New Yorker Metropolitan Museum of Art, im März 1917 in der Arden Gallery. Vom 17. April bis 9. Mai 1920 war sie in der Pennsylvania Academy of Fine Arts in Philadelphia, unter dem Titel Still Life und mit dem Vermerk hors catalogue: sie wurde also gezeigt, im gedruckten Katalog aber kam sie nicht vor. Vom 3. Mai bis 15. September 1921 war sie wieder im Metropolitan, diesmal unter der Nummer 17 und unter dem Namen Still Life – Peaches. 1977 und 1978 war sie in der Ausstellung Cézanne: The Late Work, die das Museum of Modern Art und die Réunion des Musées Nationaux gemeinsam ausrichteten.
Eine Jahreszahl, die auch bei demselben Verfasser wanderte
Die Datierung dieser Leinwand ist ungewöhnlich weit gestreut. Rewald setzt sie um 1905 an, Venturi in der überarbeiteten Fassung zwischen 1900 und 1905, und die Fotografie aus Vollards Archiv trägt den Vermerk circa 1899; wer ihn geschrieben hat, sagt der Eintrag nicht. Am sprechendsten ist Georges Rivière: 1923 datierte er die Arbeit um 1902, 1931 um 1900. Derselbe Verfasser druckte also in zwei seiner Bücher zwei verschiedene Jahreszahlen.
Zwölf Einträge für einen Tisch
Das Schlagwortverzeichnis ist bei dieser Leinwand das ausführlichste der ganzen Gruppe und zählt zwölf Einträge. Unter den Esswaren nennt es Obst und Pfirsiche, unter den Gefäßen den geblümten Krug, den Krug, den Teller und die Vase, unter den übrigen Gegenständen das weiße Tuch. Bei der Einrichtung sind der Vorhang, der Stoff mit blauem und braunem Laub, der geblümte Stoff, der Tisch und eigens der Tisch mit geschweiftem Rand aufgeführt – der Eintrag zählt die Tischkante also als eigenes Motiv. Unter den Ateliers steht die Adresse rue Boulegon.
Die gelben, orangefarbenen und roten Früchte auf dem weißen Teller geben dieser Arbeit ein warmes, ruhiges Licht, das in einem Esszimmer und über einem längeren Tisch gut wirkt. Sie ist in fünfzehn Größen zu haben, die kleinste misst 50 × 40 und die größte 180 × 144 Zentimeter; jedes Zwischenmaß spannen wir auf einen eigens angefertigten Keilrahmen, und wie das Werk an Ihrer Wand aussehen wird, können Sie vorab in unserer 3D-Anwendung ansehen. Obst kehrt auch im Stillleben mit Äpfeln und in Blumen in einer Ingwerdose und Früchte wieder.
- Motiv: Stillleben mit Äpfeln und Pfirsichen, Paul Cézanne, um 1905, National Gallery of Art, Washington
- Technik: handgemaltes Gemälde, Öl auf Leinwand, Reproduktion
- Größen: 15 Formate, auf Wunsch auch Sondermaß
- Wissenswert: der Werkkatalog benennt die Arbeit nach dem weißen Blumenhalter oben rechts, während das Museum und alle anderen Namen sie nach den Äpfeln und Pfirsichen benennen









































