Beschreibung
Die Brücke über die Marne in Créteil – eine Leinwand, vier Moskauer Häuser
Die untere Hälfte der Leinwand nimmt ruhiges Wasser ein, in dem sich Bäume, Brücke und Häuser senkrecht spiegeln; das Spiegelbild ist mit derselben Dichte gemalt wie das, was es spiegelt. Darüber spannt sich eine steinerne Bogenbrücke, und hinter der Brücke erheben sich hohe grüne Bäume und einige Häuser mit rötlichen Dächern. Der Himmel ist weiß und blau, ohne Wolken im eigentlichen Sinn. Das handgemalte Gemälde auf Leinwand gibt diese Arbeit Cézannes von etwa 1894 wieder, die im Original 71 × 90 Zentimeter misst und im Puschkin-Museum in Moskau verwahrt wird.
Vier Museen, eine Stadt
Die Provenienz dieser Leinwand endet mit einer Reihe von Häusern, die einander in derselben Stadt folgen. Am 22. Januar 1912 kaufte sie der Moskauer Sammler Iwan Morosow. 1918 ist sie als Eigentum des Ersten Museums für neue westliche Malerei in Moskau verzeichnet, 1923 als Eigentum des Staatlichen Museums für neue westliche Kunst, und 1948 übernimmt sie das Puschkin-Museum. Vier Namen in dreißig Jahren, und die Leinwand hat Moskau dabei nicht verlassen. Wie und warum diese Häuser aufeinanderfolgten, sagt der Eintrag nicht, und wir tragen es nicht nach; genannt sind Namen und Jahreszahlen.
Von Vollard zu Morosow
Vor Moskau gehörte die Leinwand dem Händler Ambroise Vollard in Paris. Im Januar 1900 kaufte sie Auguste Pellerin, am 8. September 1911 ging sie an die Galerie Bernheim-Jeune – und am selben Tag zurück an Vollard. Erst von Vollard aus ging sie im Januar 1912 an Morosow. In der Kette kommt Vollard also zweimal vor, und Pellerin ist einer jener Sammler, die in der Geschichte der Leinwände Cézannes häufig auftauchen.
Dreihundertfünfzig Franc
In Vollards Lagerbuch trägt dieses Werk die Nummer 3469 und den Preis von 350 Franc, dazu das Maß 73 × 92 Zentimeter – einige Zentimeter mehr, als der Werkkatalog angibt. Bemerkenswert ist auch das Datum 8. September 1911: Die Leinwand ging an jenem Tag an Bernheim-Jeune und kehrte zu Vollard zurück, was ein Geschäft zwischen Handelshäusern bedeutet und keinen Verkauf an einen Sammler.
Paris 1895, Sankt Petersburg 1912, Moskau 1926
Im November und Dezember 1895 war die Leinwand in der Ausstellung von Werken Cézannes in der Galerie Vollard in Paris. Im Januar 1912 erscheint sie in Sankt Petersburg in der Jahrhundertausstellung französischer Kunst im Palais Jussupow am Litejny-Prospekt 42. 1926 war sie in Moskau in der Ausstellung Paul Cézanne, Vincent van Gogh im Museum für neue westliche Kunst als Nummer 11. 1936 reiste sie zurück nach Paris, in das Musée de l’Orangerie, als Nummer 74 mit Tafel XXVI und unter dem Titel Le Pont de Créteil, verliehen von Moskau; 1937 war sie dort noch auf der Weltausstellung.
Ein Wasser, das so viel wiegt wie das Ufer
Das Ungewöhnliche an dieser Leinwand ist das Verhältnis der beiden Hälften. Die Spiegelung im Wasser ist nicht weicher oder heller gemalt als das darüber, sondern mit derselben Farbdichte und denselben Zügen; die senkrechten Linien der Bäume setzen sich im Wasser fort, ohne zu brechen. Darum wirkt die untere Hälfte nicht wie Wasser, sondern wie eine zweite, umgekehrte Landschaft. Die Brücke in der Mitte ist das einzige waagerechte Element, das beide Hälften trennt – und gerade diese Trennlinie hält das Werk zusammen.
Was Vollard neben die Nummer 3469 schrieb
Die Beschreibung des Händlers ist ausnahmsweise lang und zählt genau das auf, was auf der Leinwand steht: huile; les bords de la Marne; au 1r plan de l’eau où se reflètent les paysages, arbres, pont, maisons; ciel blanc et bleu – Öl; die Ufer der Marne; im Vordergrund Wasser, in dem sich Landschaft, Bäume, Brücke, Häuser spiegeln; Himmel weiß und blau. Vollard bemerkte also selbst, was an diesem Werk wesentlich ist: dass die Spiegelungen als eigene Gegenstände aufgezählt werden. Der Katalog nennt unter den Orten Créteil und die Marne, unter den Motiven Fluss, Ufer, Brücke und Häuser.
Das ist eine ruhige, querformatige Leinwand mit viel Grün und Blau, geeignet für einen Raum, in dem das Werk beruhigen soll – ein Schlafzimmer, ein Arbeitszimmer oder einen Flur. Fünfzehn Formate stehen zur Wahl, von 55 × 43 bis 180 × 142 Zentimetern, alle Maße in Zentimetern, Zwischenmaße fertigen wir auf Bestellung, und die Wirkung an der Wand zeigt unsere 3D-Anwendung. Aus Nordfrankreich stammen auch Das Haus des Gehängten in Auvers-sur-Oise und Die Straßenbiegung in Auvers-sur-Oise, am Wasser steht Der Golf von Marseille, von L’Estaque aus gesehen.
- Motiv: Die Brücke über die Marne in Créteil, Paul Cézanne, um 1894, Puschkin-Museum, Moskau
- Technik: handgemaltes Gemälde, Öl auf Leinwand, Reproduktion
- Größen: 15 Formate, auf Wunsch auch Sondergröße nach Maß
- Wissenswertes: zwischen 1918 und 1948 gehörte die Leinwand vier verschiedenen Moskauer Häusern, ohne die Stadt zu verlassen









































