Beschreibung
Der Garten in Les Lauves – die Leinwand, auf der die Grundierung zu sehen ist
Das untere Drittel nimmt eine niedrige Mauer ein, mit wenigen ockerfarbenen und grünen Zügen gemalt. Darüber öffnet sich ein Band von Grün – Bäume, Sträucher, vielleicht Gärten – in grünen, blauen und bräunlichen Flecken, die sich nicht zu Umrissen schließen. Oben steht der Himmel, ebenfalls in Flecken. Zwischen den Zügen tritt stellenweise die graue Grundierung der Leinwand selbst hervor. Das handgemalte Gemälde auf Leinwand gibt diese späte Arbeit Cézannes von etwa 1906 wieder, die im Original 65,5 × 81,3 Zentimeter misst und in der Phillips Collection in Washington unter der Nummer 0286 verwahrt wird.
Eine graue Grundierung, die sichtbar blieb
Der Werkkatalog nennt für diese Leinwand unter den technischen Stichworten die graue Grundierung. Das ist keine Angabe für Restauratoren, sondern etwas, das das Aussehen des Werks bestimmt: Die Farbe ist nicht über die ganze Fläche aufgetragen, sondern in getrennten Zügen, zwischen denen der gräuliche Grund der Leinwand unbedeckt bleibt. Darum wirkt das Werk nicht wie eine fertige Fläche, sondern wie ein Netz von Farbtupfen auf hellem Grund. Gerade dieses Grau bindet alles zusammen: Das Grün der Bäume und das Blau des Himmels stoßen nicht unmittelbar aneinander, sondern über es hinweg.
Zwei Stichworte für eine ganze Leinwand
Auffällig ist, wie wenig der Katalog bei dieser Arbeit überhaupt aufzählt. Unter den Motiven nennt er eine einzige Sache – die Mauer – und unter den technischen Stichworten ein einziges, eben die graue Grundierung. Keine Bäume, kein Haus, kein Ort unter den Lokalitäten. Das ist kein Mangel des Eintrags, sondern die Beschreibung eines Zustands: Auf der Leinwand gibt es außer der Mauer keinen Gegenstand, der sich mit Sicherheit benennen ließe. Alles Übrige ist Farbe, die sich noch nicht zu einer Sache geschlossen hat.
Vier Besitzer
Die Provenienz ist kurz. Beim Tod des Malers 1906 blieb die Leinwand in seinem Nachlass. Am 11. März 1907 übernahmen sie gemeinsam Ambroise Vollard und die Galerie Bernheim-Jeune in Paris. Danach finden wir sie bei den Wildenstein-Galerien in New York, und 1955 kaufte sie die Phillips Collection in Washington, wo sie bis heute ist. Zwischen dem Tod des Malers und dem Museum stehen also nur zwei Händlernamen.
Ein Preis, geschrieben als Spanne
In Vollards zweitem Lagerbuch trägt die Leinwand die Nummer 4474 und eine Beschreibung aus vier Wörtern: paysage. village temps orage – Landschaft, Dorf, Gewitterwetter. Daneben steht kein Preis, sondern eine Spanne: 2500 bis 5000 Franc. Der Eintrag sagt also nicht, was das Werk galt, sondern zwischen welchen zwei Summen der Händler zu verhandeln bereit war – in dieser Quelle eine Seltenheit.
Als „Neuerwerbung” ausgestellt
Im April und Mai 1948 war die Leinwand in New York bei Wildenstein in der Ausstellung Six Masters of Post-Impressionism als Nummer 11, und der Katalog vermerkt, dass ein anonymer Besitzer sie verlieh. 1951 war sie im Cincinnati Museum of Art als Nummer 2. 1955, also im Jahr des Ankaufs, erscheint sie in der Phillips Collection in einer Ausstellung, die nach einem anderen Maler benannt ist – Maurice Sterne: Retrospective and Recent Purchases – wo sie unter den jüngsten Erwerbungen gezeigt wurde. Im Oktober 1977 war sie im New Yorker MoMA in Cézanne: The Late Work als Nummer 55 mit Tafel 79, von wo sie nach Houston und ins Grand Palais weiterreiste.
Les Lauves im Katalog
Derselbe Ort kommt im Katalog mehrfach vor, aber in anderen Techniken. Neben dieser Ölleinwand sind das Aquarell Le Jardin des Lauves von 40 × 54 Zentimetern, das Blatt La Terrasse du jardin des Lauves von 33 × 47 Zentimetern und La Cathédrale d’Aix vue de l’atelier des Lauves von 31,8 × 47 Zentimetern verzeichnet. Der letzte Titel nennt das Atelier in Les Lauves – und aus den Titeln, nicht aus einer Lebensbeschreibung, wissen wir, dass dieser Ort für den Maler ein Arbeitsplatz war.
Weil die Leinwand hell, luftig und ohne scharfe Umrisse ist, wirkt sie als Farbfläche und nicht als Szene; sie macht sich gut in einem Raum, in dem das Werk Licht bringen soll und keine Erzählung. Wir bieten fünfzehn Formate an, von 50 × 40 bis 180 × 144 Zentimetern, alle Maße in Zentimetern; alles dazwischen spannen wir nach Maß, und wie es an der Wand steht, zeigt vorab unsere 3D-Anwendung. Aus denselben späten Jahren stammen auch Der Berg Sainte-Victoire und Château Noir, Sitzender Mann und Der rote Felsen.
- Motiv: Der Garten in Les Lauves, Paul Cézanne, um 1906, Phillips Collection, Washington
- Technik: handgemaltes Gemälde, Öl auf Leinwand, Reproduktion
- Größen: 15 Formate, auf Wunsch auch Sondergröße nach Maß
- Wissenswertes: der Katalog nennt für diese Leinwand unter den technischen Stichworten die graue Grundierung, die zwischen den Zügen sichtbar blieb









































