Paul Cézanne – Die Mühle an der Couleuvre bei Pontoise

ab 130,00 

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Beschreibung

Die Mühle an der Couleuvre bei Pontoise – eine Landschaft, die sich vor Ort überprüfen lässt

Eine hohe Mühle mit heller Fassade und steilem Ockerdach steht im Grün am Wasser, etwas links der Mitte der Leinwand. Darunter liegt eine niedrige hölzerne Hütte, und auf dem Bach schwimmen weiße Enten. Über den ganzen unteren Rand zieht ein rosafarbener Weg, rechts reihen sich Dorfdächer und eine Pappelreihe, und am linken Rand steigen zwei kahle Stämme in den Himmel. Das handgemalte Gemälde auf Leinwand gibt diese Arbeit Cézannes von 1881 wieder, die im Original 72,5 × 90 Zentimeter misst und unter der Inventarnummer A I 606 in der Alten Nationalgalerie in Berlin verwahrt wird.

Die Mühle hat einen Namen, eine Straße und steht noch heute

Die meisten Landschaften Cézannes sind eine Aussicht; diese ist eine Adresse. Der Berliner Museumseintrag benennt das Gebäude – es ist le Moulin des Étannets, eine von vielen Mühlen dieser getreideverarbeitenden Gegend –, nennt auch die Straße, die dem Eintrag zufolge vermutlich dahinter verläuft, die Rue des Deux Ponts, und hält fest, dass der Bau noch heute erhalten ist. Der Eintrag geht weiter: in der strengen, entkörperlichenden Frontalansicht lassen sich die Fenster nachzählen, und sogar die Entenhütte vorn ist auf einer alten Fotografie wiederzuerkennen. Das Motiv sei, so das Museum, überraschend getreu wiedergegeben, auch wenn das Gebäude stark in die Höhe gezogen erscheint. Dass sich die Leinwand mit dem Ort vergleichen lässt, ist auch eine Gewohnheit der Forschung: in der Literaturliste zum Eintrag FWN 158 erscheint John Rewald dreimal – in Cézanne et Zola (1936), in Cézanne, sa vie, son œuvre (1939) und in der Zeitschrift Art News vom 15. Februar 1944 – und jedes Mal ist die Arbeit zusammen mit einer Fotografie des Motivs abgedruckt.

Pissarro malte dieselbe Mühle mindestens zweimal

Die Leinwand entstand während eines halbjährigen Aufenthalts in Pontoise nahe Paris, in der Nähe des älteren Freundes Camille Pissarro, der Cézanne einige Jahre zuvor auf den impressionistischen Weg gewiesen hatte. Das Museum vermerkt, dass Pissarro dieselbe Wassermühle mindestens zweimal gemalt hat. Die Enten sind in diesem Werk ungewöhnlich, denn Cézanne schloss lebende Wesen sonst aus seinen Landschaften aus; das Museum merkt vorsichtig an, es möge sich um einen Gruß an Pissarro handeln, der Alltagsmotive liebte. Cézanne verehrte ihn bis zuletzt: in einem Schreiben an Émile Bernard von 1905 nannte er ihn bescheiden und riesengroß. 2005 und 2006 war die Arbeit unter der Nummer 93 in der Ausstellung Pioneering Modern Painting: Cézanne & Pissarro 1865–1885 im Museum of Modern Art in New York zu sehen.

Vom Farbenhändler in ein Berliner Museum

Der erste bekannte Eigentümer ist Julien Tanguy (1825–1894), Pariser Händler für Malbedarf – die Leinwand gehörte also zuerst dem Mann, der die Farben verkaufte. Nach ihm nennt der Museumseintrag den Maler Jacques-Émile Blanche (1861–1942), den der Werkkatalog in seiner eigenen Kette auslässt, dann den Dichter und Schriftsteller Robert de Bonnières (1850–1905) und von 1890 bis 1897 die Galerie Paul Durand-Ruel in Paris. Eben diese Jahre beim Händler standen 2014 und 2015 im Mittelpunkt der Ausstellung Paul Durand-Ruel: Le Pari de l’Impressionnisme im Pariser Musée du Luxembourg, wo die Arbeit unter der Nummer 6 verzeichnet war.

Juli 1897: Kauf und Geschenk zugleich

Nach Berlin kam die Leinwand im Juli 1897, neun Jahre vor dem Tod des Malers. Wie genau, sagt der Eintrag zweimal und jedes Mal anders. In der Provenienz steht, die Arbeit sei von Hugo von Tschudi (1851–1911), Kunsthistoriker und Direktor der Galerie, für die Nationalgalerie gekauft worden; in der Rubrik zur Erwerbung heißt es dagegen, sie sei 1897 Geschenk eines Berliner Kunstfreundes gewesen, dessen Name, Wilhelm Staudt, erst in Klammern steht. Der Werkkatalog führt eine dritte Fassung: Gift of William Staudt, mit anglisiertem Vornamen. Ein Kauf, ein Geschenk, ein ungenannter Kunstfreund, ein Wilhelm in Klammern und ein englischer William – für ein einziges Ereignis in einem einzigen Jahr. Warum es zwei Formen sind, erklären weder Museum noch Werkkatalog, und wir werden es nicht erraten.

Brüssel, Januar 1890: die erste Ausstellung

Der von Claude Keisch gezeichnete Museumstext hält fest, dass diese Arbeit zu jenen gehört, die Cézanne bald nach ihrer Entstehung aus der Hand gab und ausstellen ließ. Der Eintrag bestätigt es: im Januar 1890 hing die Leinwand im Palais des Beaux-Arts in Brüssel in der Ausstellung der Gruppe Les XX, als Nummer 1, unter dem Titel Etude de Paysage, verliehen von de Bonnières. Von Februar bis April 1906 war sie unter der Nummer 34 auf der Internationalen Kunstausstellung des Bremer Kunstvereins, diesmal als Landschaft und als Leihgabe der Königlichen National-Galerie Berlin.

Eine Ausstellung, deren Titel der Eintrag nicht erklärt

Zwischen dem 2. November 1958 und dem 12. April 1959 war die Leinwand unter der Nummer 131 in einer Ausstellung der Berliner Nationalgalerie mit dem Titel Schätze der Weltkultur von der Sowjetunion gerettet zu sehen. Geführt wurde sie dort als Die Mühle von Pontoise. Mehr sagt der Eintrag nicht: den Titel der Ausstellung, die Daten, die Nummer. Wo sich die Leinwand in den Jahren davor befand und wie sie dorthin gelangte, steht in den Quellen, die uns vorliegen, nicht, und deshalb ergänzen wir es auch nicht.

Wie man sie in Berlin zuerst nannte

Das Museum kaufte früh einen Cézanne, benannte ihn aber vorsichtig. Hans Mackowsky führte die Arbeit am 27. Januar 1898 in der Kunstchronik unter den Neuerwerbungen der Galerie in Spalte 198 als Freilichtstudie auf. Im Katalog der Königlichen National-Galerie zu Berlin, den Max Jordan 1901 herausgab, ist sie auf Seite 275 unter der Nummer 743 als Landschaft, Studie verzeichnet. Georges Rivière nannte sie 1923 Bourgade dans les arbres und datierte sie auf 1879. Erst viel später setzte sich der Titel durch, der den Fluss und die Stadt nennt. 1996 und 1997 war die Arbeit unter der Nummer 59 in der Ausstellung Manet bis Van Gogh: Hugo von Tschudi und der Kampf um die Moderne.

Es ist eine ruhige, mitteldunkle, auf Grün und Ocker gestimmte Arbeit, die Tageslicht und große Wände gut verträgt. Wir malen sie in fünfzehn Größen, von 50 × 40 bis 180 × 144 Zentimeter, Zwischenmaße spannen wir auf einen Keilrahmen nach Maß, und wie es an der Wand aussehen wird, zeigt vorab unsere 3D-Anwendung. Pissarro war auch der erste Eigentümer des Stilllebens mit Suppenterrine, und aus demselben Oise-Tal stammen Das Haus des Gehängten in Auvers-sur-Oise und Die Straßenbiegung in Auvers-sur-Oise.

  • Motiv: Die Mühle an der Couleuvre bei Pontoise, Paul Cézanne, 1881, Alte Nationalgalerie, Berlin
  • Technik: handgemaltes Gemälde, Öl auf Leinwand, Reproduktion
  • Größen: 15 Formate, auf Wunsch auch Sondermaß
  • Wissenswert: der Museumseintrag benennt die Mühle, nennt die Straße dahinter und hält fest, dass der Bau noch steht, während die Entenhütte des Gemäldes auf einer alten Fotografie wiederzuerkennen ist

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