Beschreibung
Auge in Auge
Auge in Auge von Edvard Munch ist ein Gemälde in Öl auf Leinwand aus dem Jahr 1899, das unter der Inventarnummer MM.M.00502 im Munch-Museum (Munchmuseet) in Oslo aufbewahrt wird. Das Original misst 110 x 136 cm. Die Szene ist schlicht und still: Ein Mann und eine Frau stehen einander auf einer Wiese gegenüber, zwischen ihnen steigt der Stamm eines Baumes auf.
Die Frau links ist nach rechts gewandt. Ihr Haar ist lang, dicht und rotorange und fällt über Schultern und Rücken fast bis zum unteren Rand der Leinwand. Das Gesicht ist klein, blass und leicht erhoben, die Lippen sind schmal, die Augen dunkle, kaum ausgearbeitete Flecken. Ihr Kleid ist dunkel, fast schwarzblau, und darüber sind blasse ovale Male verteilt, die wie Blütenblätter oder wie Tropfen wirken.
Der Mann rechts ist nach links gewandt. Sein Haar ist dicht, dunkelblau und zurückgekämmt, das Gesicht blass und gelbgrün, als käme kein Blut hinein. Nase und Kinn sind scharf gezeichnet, das Auge dunkel und ruhig. Er trägt einen dunklen Rock mit hohem weißen Kragen, der einzigen wirklich hellen Fläche in dieser Hälfte. Seine Schultern verschmelzen mit der Dunkelheit hinter ihm.
Zwischen beiden wächst ein Baum. Der Stamm ist rosabraun mit blassen und rötlichen Streifen und trägt in der Mitte einen runden gelbgrünen Knoten, genau zwischen den beiden Gesichtern. Weiter oben teilt sich der Stamm und geht in dunkelblaugrüne Äste mit kleinem Laub über, die den oberen Rand der Szene bedecken.
Der Hintergrund zerfällt in drei Bänder. Unten und in der Mitte liegt eine dunkelgrüne Wiese ohne Einzelheiten, die zum Horizont ansteigt. Oben links steht ein rotes Haus mit dunklem Dach und vier hellen Fenstern, klein und zurückgesetzt. Darüber verläuft ein Band blaugrünen Himmels. Am rechten Rand wachsen zwei rote Blumen an dünnen Stielen, die einzigen Töne reiner Farbe. Unten rechts steht die Signatur.
Der Farbauftrag ist dünn und weich verschmolzen, ohne dicke Ladungen. Stellenweise ist die Farbe so sparsam gezogen, dass die Webung der Leinwand durchscheint, anderswo liegt sie in weichen, gleichmäßigen Flächen. Die Übergänge zwischen Wiese und Gestalten haben keine harten Kanten, sodass die beiden in die Landschaft hineingewachsen wirken statt davor gestellt. Die Farbskala ist geschlossen und kühl: Dunkelgrün, Blau und Schwarz öffnen sich nur im Haar, im Kragen und in den zwei roten Blumen.
Der Aufbau ist genau symmetrisch, und darin liegt seine Bedeutung. Die Gesichter sitzen auf gleicher Höhe, und der Baum steht zwischen ihnen als senkrechte Schranke, die sie trennt, obwohl der Titel eine Begegnung verspricht. Keiner sieht den anderen geradewegs an; die beiden Blicklinien kreuzen sich irgendwo vor dem Stamm und treffen sich nicht. Das Haus oben links ist das einzige Zeichen einer Welt außerhalb dieses Paares.
Die Szene wirkt gerade durch das, was weggelassen ist. Es gibt keine Geste, keine Berührung, keine Erzählung, die erklärte, wer die beiden sind und was geschehen ist. Munch hat all das entfernt und nur Haltung, Farbe und Abstand gelassen, sodass der Betrachter selbst entscheiden muss, ob dies ein Anfang oder ein Ende ist.
Unsere Ausführung ist handgemalt in Öl auf Leinwand, Strich für Strich, und wird niemals gedruckt. Da jede Leinwand einzeln auf Bestellung entsteht, gleichen sich zwei nie bis ins Letzte; kleine Unterschiede im Auftrag sind das Zeichen einer menschlichen Hand und kein Fehler. Die schwierigste Stelle sind die Gesichter, klein und blass, deren Gewicht auf wenigen Strichen ruht; zu weit ausgearbeitet wird die Szene zum Porträt und verliert ihre Stille.
Das Format ist hochkant, die Szene dunkel und ruhig, deshalb braucht dieses Werk eine ruhige Wand und genug Licht, damit sich das rote Haar und der weiße Kragen überhaupt öffnen. Als Wanddekoration wirkt es gut im Schlafzimmer, im Arbeitszimmer oder im Flur, weniger in einem Raum mit starken Wandfarben. Der Untergrund sollte hell und neutral sein, denn eine dunkle Wand verschluckt den grünen Hintergrund. Hängen Sie es auf Augenhöhe, bei warmem und gleichmäßigem Licht.
Zehn Größen stehen zur Wahl, von 40 x 50 cm bis 205 x 249 cm, dazu ein Wunschmaß; jede Leinwand ist mit oder ohne Rahmen bestellbar. Mehr Werke des Malers finden Sie in der Galerie von Edvard Munch, über sein Leben und Werk schreiben wir im Blog über Edvard Munch.
| Entstehungsjahr: | 1899 |
| Originalgröße: | 110 cm x 136 cm |
| Stil: | Symbolismus |
| Originaltechnik: | Öl auf Leinwand |
| Standort: | Munch-Museum (Munchmuseet), Oslo |









































