Beschreibung
Die Angst
Die Angst von Edvard Munch ist ein Ölgemälde von 1894, das unter der Inventarnummer MM.M.00515 im Munch-Museum (Munchmuseet) in Oslo aufbewahrt wird. Das Original ist in Öl auf Leinwand ausgeführt und misst 73 x 94 cm. Eine Menschenmenge tritt geradewegs aus der Fläche auf den Betrachter zu, und über ihr brennt der Himmel in Bändern aus Rot und Orange.
Der Himmel füllt das obere Drittel in waagerechten Streifen aus Scharlach, Orange und Gelb, durch die türkise und blaugrüne Strähnen gezogen sind. Unter dem Horizont liegt der Fjord in violettblauen Bändern, die sich eines hinter dem anderen zum Ufer krümmen, ein rotoranger Widerschein schlängelt sich über das Wasser, und kleine dunkle Rümpfe liegen darauf. Rechts in der Bucht ist ein dunkles Ufer mit Masten angedeutet. Im Vordergrund steht eine Gruppe von Gestalten dicht gedrängt. Die Gesichter sind blass gelbgrün und maskenhaft, die Augen dunkel und weit geöffnet. Sie sind als dunkle Flecken ohne Pupillen gemalt, sodass sich der Blick nicht erwidern lässt, obwohl alle Gestalten frontal zu uns stehen. Links der Mitte trägt ein Mann einen hohen schwarzen Zylinder, unter dem Kinn zeigt sich ein weißes Dreieck der Hemdbrust. Hinter ihm treten fünf oder sechs weitere Köpfe in einer Reihe zurück, einige mit Hüten. Rechts trägt eine Frau eine korallenrosa Haube, die ihr grünliches Gesicht einfasst, darunter öffnet sich ein blassrosa Kragen. Die Körper verschmelzen unten zu einer einzigen schwarzen Masse, ein Boden ist nirgends zu sehen.
Das Werk gehört zum Lebensfries, dem Zyklus, an dem Munch über zwei Jahrzehnte arbeitete. Die Szene führt zusammen, was er getrennt entwickelt hatte: die auf den Betrachter zugehende Menge aus Abend auf der Karl Johans Gate und den brennenden Himmel über dem Fjord, den man aus dem Schrei des Vorjahres kennt. Der Ort ist derselbe, die Straße oberhalb der Stadt mit Blick über das Wasser. Die Angst ist deshalb keine Wiederholung einer der beiden Arbeiten, sondern deren Begegnung.
Munch trug die Farbe dünn und in langen, nachvollziehbaren Zügen auf; an mehreren Stellen scheint das Gewebe der Leinwand durch, was dem Himmel ein trockenes, fast faseriges Aussehen gibt. Die Gesichter sind aus wenigen Strichen und beinahe ohne Zeichnung gebaut, die Umrisse stellenweise mit einer dunkelblauen Linie herausgeholt. Der Aufbau ist querformatig und nur wenig breiter als hoch.
Unsere Fassung gehört zu jenen Arbeiten nach berühmte Gemälde, die wir handgemalt in Öl auf Leinwand ausführen, Strich für Strich, und niemals drucken. Da ein Maler jedes Stück eigens für die Bestellung anfertigt, gleichen sich zwei Leinwände nie bis ins Detail; die kleinen Unterschiede im Auftrag sind das Zeichen einer Hand und kein Mangel.
Der waagerechte Aufbau und der starke Himmel lassen das Werk über einem längeren Möbel gut wirken – über einer Kommode, einem niedrigen Schrank oder einem Sofa -, wo die Bänder des Himmels Platz zum Laufen haben. Es verlangt eine ruhige Wand in Weiß, Grau oder warmem Sand und etwas freien Raum an den Seiten, sonst wirkt die Menge der Gesichter beengt. Warmes Kunstlicht am Abend steht ihm gut, direkte Sonne bricht die Rottöne auf. Neben dem Schrei steht es selbstverständlich, denn beide entstanden am selben Ort und in denselben Jahren.
Zehn Größen stehen zur Wahl, dazu ein Wunschmaß, und jede Leinwand ist mit oder ohne Rahmen bestellbar. Weitere Werke des Malers finden Sie in der Galerie von Edvard Munch, über sein Leben und Schaffen schreiben wir im Blog über Edvard Munch.
| Jahr der Erstellung: | 1894 |
| Originalgröße: | 73 cm x 94 cm |
| Malstil: | Expressionismus |
| Originaltechnik: | Öl auf Leinwand |
| Gefunden: | Munch-Museum, Oslo |









































