Die Szene blickt von einem Balkon auf einen Pariser Boulevard hinab: ein Mann mit Zylinder lehnt am schmiedeeisernen Geländer und starrt in die Tiefe der Straße. Bei uns entsteht es als handgemaltes Gemälde, Öl auf Leinwand.
Rue Lafayette
Rue Lafayette von Edvard Munch ist ein Gemälde in Öl auf Leinwand aus dem Jahr 1891, das unter der Inventarnummer NG.M.01725 im Nationalmuseum (Nasjonalmuseet) in Oslo verwahrt wird. Das Original misst 73 x 92 cm und steht hochkant. Die Szene blickt von einem Balkon auf einen Pariser Boulevard hinab: ein Mann mit Zylinder lehnt am schmiedeeisernen Geländer und starrt in die Tiefe der Straße.
Der Mann steht am linken Rand, von hinten und leicht von der Seite gesehen, in langem dunklem Mantel und mit Zylinder. Beide Hände liegen auf dem Geländer, und er neigt sich ein wenig vor. Das Eisenwerk läuft als harte Diagonale über die ganze Leinwand und teilt die Szene in zwei Teile: oben Balkon und Gestalt, unten die Straße. Die Fahrbahn fällt nach rechts steil ab und liegt voller Sonne; kleine Gestalten und Kutschen bewegen sich darauf, mit wenigen Strichen und ohne Gesichter gegeben. Links steigen hohe Stadtfassaden mit Fensterreihen auf, rechts stehen die Kante des Balkons und das blasse Tuch einer Markise. Vom Himmel ist fast nichts zu sehen; die Straße nimmt den ganzen Raum ein. Die Szene hat keine Mitte im üblichen Sinn: das Auge läuft die Diagonale des Geländers hinab und hält nirgends an, bis es den Grund der Straße erreicht. Deshalb wirkt das Werk wie ein gefangener Augenblick und nicht wie eine geordnete Vedute.
Der Maler signierte und datierte die Leinwand: E.Munch 91. Das Werk gehört in Munchs Pariser Zeit, als er an der Rue Lafayette wohnte und den Blick direkt von seinem eigenen Balkon malte. Ungewöhnlich ist vor allem der Winkel: der Betrachter steht unmittelbar neben dem Mann und blickt mit ihm hinab, wird also Beteiligter der Szene und nicht ihr Beobachter. Dieselbe Komposition wiederholte Munch noch im selben Jahr in Rue de Rivoli. Die Pariser Jahre waren für ihn eine Zeit des Lernens: er sah, was die französischen Maler taten, und erprobte es an eigenen Motiven, ehe er zu seinen nordischen Themen zurückkehrte.
Die Handschrift ist hier klein und gebrochen, aus kurzen getrennten Tupfen des Pinsels gebaut – Munchs Antwort auf den französischen Impressionismus und Neoimpressionismus, den er in Paris aus der Nähe sah. Die Farbe ist hell und luftig, ein überraschendes Gesicht für einen Maler, der eher für dunkle nordische Motive bekannt ist. Die Flächen verschmelzen nie; Fahrbahn, Fassaden und Markise sind aus denselben kleinen Strichen gebaut und unterscheiden sich nur in Farbe und Richtung. Die Palette ist kühl hell: ziegel- und sandfarbene Fassaden, bläuliche Schatten unter dem Balkon, grünliche und graue Töne auf der Fahrbahn. Schwarz gibt es fast nicht; selbst der Mantel des Mannes ist aus dunkelblauen und braunen Tupfen gebaut.
Unseres wird handgemalt in Öl auf Leinwand ausgeführt, Pinselstrich für Pinselstrich, auf Bestellung und niemals als Druck. Da jede Leinwand einzeln entsteht, unterscheiden sich Töne und Striche von einer zur nächsten leicht; diese kleinen Unterschiede sind das Zeichen einer Hand. Die schwierigste Passage ist die Fahrbahn, die aus einzelnen Tupfen zusammengesetzt bleiben muss und nicht zu einer einzigen hellen Fläche werden darf. Als Kunstwerke auf Leinwand gehört dieses Motiv zu denen, bei denen sich langsames Malen lohnt.
Das Format ist hochkant und die Szene hell und lebhaft, daher passt das Gemälde in ein Wohnzimmer, ein Esszimmer, ein Büro oder einen Flur, wo es das Gefühl eines offenen Fensters bringt. Eine helle Wand dient ihm am besten; vor einer dunklen Wand verliert das Licht der Fahrbahn seine Kraft. Hängen Sie es auf Augenhöhe in gleichmäßiges Licht, möglichst so, dass kein direkter Sonnenstrahl darauf fällt. Als Leinwandgemälde fürs Wohnzimmer wirkt es auch in einem schmaleren Raum, da der Blick selbst nach unten und nicht in die Breite geht. Auch über einem Schreibtisch steht es gut, wo man es aus der Nähe sieht und der kleine Strich wirklich zur Geltung kommt.
Zehn Größen stehen zur Wahl, dazu ein Wunschmaß, und jede Leinwand kann mit oder ohne Rahmen bestellt werden. Den Rahmen wählen Sie in unserer 3D-Anwendung, in der sich Leisten und Farben an diesem Motiv ausprobieren lassen; eine helle, schmale Leiste stützt hier die Luftigkeit der Szene. Mehr vom Künstler gibt es in der Edvard-Munch-Galerie, und über sein Leben und seine Malerei schreiben wir im Edvard-Munch-Blog.
| Entstehungsjahr: | 1891 |
| Originalgröße: | 73 cm x 92 cm |
| Stil: | Impressionismus |
| Originaltechnik: | Öl auf Leinwand |
| Standort: | Nationalmuseum (Nasjonalmuseet), Oslo |









































