Beschreibung
| Jahr der Erstellung: | 1910 |
| Originalgröße: | 45,1 cm x 36,8 cm |
| Malstil: | Naive Kunst (Primitivismus), Zeit des Postimpressionismus |
| Originaltechnik: | Öl auf Leinwand |
| Standort: | Yale University Art Gallery, New Haven |
Bananenernte, 1910
Ein Palmenhain von Rand zu Rand
Die oberen zwei Drittel der Leinwand füllt ein dichter Palmenhain: dünne hohe Stämme und
gefiederte Wedel, die sich in mehreren Schichten überlagern. In der Mitte öffnet sich zwischen
ihnen eine helle Lücke, durch die ein weißes Band Himmel zu sehen ist. Die Farbigkeit ist beinahe
einfarbig: Grüntöne in allen Abstufungen, von dunklem Blaugrün im Hintergrund bis zu blassem
gelblichem Grün auf den belichteten Blättern. Unten zieht sich ein Streifen sandheller Boden
hin und schließt die Komposition ab.
Zwei Gestalten und eine Hütte
Rechts der Mitte steht eine Hütte mit Strohdach in Ockerbraun, die einzige große nichtgrüne
Fläche des Werkes. Davor tragen zwei dunkelhäutige Gestalten Bündel grüner Bananen an Stangen
über den Schultern: die linke trägt einen gelben Rock, die rechte einen roten. Zwei weitere
Bündel liegen im Vordergrund am Boden. Die Szene zeigt Arbeit und ist vollkommen ruhig, ohne
erzählerische Spannung; die Menschen sind in derselben Ebene gemalt wie die Pflanzen. Rousseau
signierte unten rechts, hier mit seiner mittleren Initiale: Henri J. Rousseau.
Eine kleinere Leinwand
Mit 45,1 x 36,8 cm gehört dieses Werk zu den kleineren unserer Reihe; die meisten
Dschungelbilder Rousseaus sind über einen Meter breit. Das kleinere Format verändert auch die
Behandlung: statt großer einzelner Blätter, die sich zählen lassen, ist das Laub zu einer Textur
verdichtet, die das Auge als Ganzes liest. Deshalb verhält sich eine Reproduktion in größerem
Maß anders als das Original, was bei gerade diesem Werk vorher zu wissen nützlich ist.
Gewächshaus statt Tropen
Rousseau hat Frankreich nie verlassen. Die Pflanzen studierte er in den Gewächshäusern des
Jardin des Plantes, Szenen aus den Kolonien kannte er aus illustrierten Zeitschriften und
Ausstellungen. Dem Journalisten Arsene Alexandre sagte er, der Eintritt in diese Gewächshäuser
komme ihm vor wie der Eintritt in einen Traum, und gestand im selben Gespräch, weiter sei er nie
gereist. Der Bananenhain ist daher eine zusammengesetzte Szene und keine Beobachtung. Dasselbe
Verfahren zeigt Tropenwald mit Affen.
Wie die Grüntöne entstanden
Alexandre hielt fest, dass Rousseau alle Töne eines Werkes auf einmal anmischte, bevor er die
Leinwand berührte, und dass er nie eine Palette gesehen habe, von der so viele Grüntöne strömten.
Diese Leinwand ist der reinste Beleg dieser Aussage in unserer Reihe: fast alles, was zu sehen
ist, ist grün, und dennoch trennen sich die Schichten klar. Was sie trennt, ist der Farbton und
nicht die Beleuchtung; der gelbe und der rote Rock sowie das ockerfarbene Dach sind die einzigen
drei Punkte, die diese Einheit durchbrechen.
Das letzte Jahr und das Museum
Die Leinwand entstand 1910, in Rousseaus letztem Jahr; er starb am 2. September desselben
Jahres. Das Werk befindet sich in der Yale University Art Gallery in New Haven unter der
Inventarnummer 2014.60.2. Tropische Landschaft: Indianer im Kampf mit einem Gorilla und Affen und Papagei im Urwald stammen aus demselben Jahr, sodass sich die drei als eine
letzte Saison zusammen lesen lassen.
Unsere Reproduktion
Wir fertigen dieses Gemälde als handgemalte Reproduktion in Öl auf Leinwand, auf Bestellung
und in der von Ihnen gewählten Größe. Weil es von Hand gemalt wird, unterscheidet sich jedes
Exemplar leicht vom vorherigen; es ist kein Druck. Die Leinwand wird auf einen Holzrahmen
gespannt und aufhängefertig geliefert. Ein verwandtes Dschungelgemälde ist Der äquatoriale Dschungel. Weitere Werke dieses Malers finden Sie in der Galerie Henri Rousseau.









































