Beschreibung
| Jahr der Erstellung: | 1908 |
| Originalgröße: | 61,4 cm x 46,5 cm |
| Malstil: | Naive Kunst (Primitivismus), Zeit des Postimpressionismus |
| Originaltechnik: | Öl auf Leinwand |
| Standort: | Pola Museum of Art, Hakone |
Eva im Garten Eden, 1908
Ein warmer, ockerfarbener Dschungel
Diese Leinwand ist anders koloriert als die meisten tropischen Szenen Rousseaus. Statt kühler
Blaugrüntöne herrschen Ocker, Oliv und Braun; das Laub wirkt spätsommerlich, beinahe getrocknet.
Oben in der Mitte hängt eine blassgelbe Sonnenscheibe in einem graublauen Himmel. Zwischen Farnen
und Fächerpalmen öffnen sich links rosa Lotusblüten, rechts gelbe sternförmige Blüten und links
der Mitte eine einzelne orangerote Blume. Unten schließen blassgelbe spitze Halme die Szene ab.
Eva und die Schlange
Rechts der Mitte steht Eva, nackt, das lange dunkelrote Haar über eine Schulter fallend. Mit
dem linken Arm greift sie nach einem Zweig, auf dem sich eine dunkle Schlange windet; ein Blatt
verdeckt ihren Körper teilweise. Die Szene ist ohne Dramatik gegeben: kein Ausdruck von Schrecken
oder Triumph, und Eva und die Schlange stehen in derselben Ebene wie die Pflanzen um sie herum.
Rousseau signierte diese Leinwand unten links mit seinem vollen Namen, Henri Julien
Rousseau, was in dieser Reihe ungewöhnlich ist.
Ein biblisches Thema in den Tropen
Rousseau malte den Garten Eden als Dschungel und nicht als Obstgarten und ersetzte den Baum
der Erkenntnis durch den Bewuchs, den er aus den Pariser Gewächshäusern kannte. Diese Ersetzung
ist typisch für sein Verfahren: er verschob Themen der europäischen Malerei in eine Umgebung, die
er sich selbst zusammengesetzt hatte. Denselben konstruierten Bewuchs zeigt Affen und Papagei im Urwald, dort mit Affen
und Früchten statt Menschen.
Gewächshaus statt Tropen
Rousseau hat Frankreich nie verlassen. Die Pflanzen studierte er in den Gewächshäusern des
Jardin des Plantes, die Tiere im Pariser Zoo und in illustrierten Zeitschriften. Dem Journalisten
Arsene Alexandre sagte er, der Eintritt in diese Gewächshäuser komme ihm vor wie der Eintritt in
einen Traum, und gestand im selben Gespräch, weiter sei er nie gereist. Deshalb sind die einzelnen
Blätter botanisch überzeugend, während ihre Größenverhältnisse erfunden sind: die Halme vorn sind
größer als Evas Kopf. Dasselbe Verfahren zeigt Tropenwald mit Affen.
Wie die Töne entstanden
Alexandre hielt fest, dass Rousseau alle Töne eines Werkes auf einmal anmischte, bevor er die
Leinwand berührte, und dass er nie eine Palette gesehen habe, von der so viele Grüntöne strömten.
Interessant ist hier gerade, dass es kaum Grün gibt: die Palette ist zu Ocker und Braun hin
verschoben, während die Trennungen zwischen den Pflanzen weiterhin über den Farbton und nicht über
das Licht laufen. Das Ergebnis ist eine einheitliche warme Fläche ohne ausgeprägten Schatten.
Museum und Herkunft
Das Werk befindet sich im Pola Museum of Art in Hakone, Japan, unter der Inventarnummer
002-0004. Japanische Sammlungen erwarben in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts mehrere
bedeutende Werke Rousseaus, sodass ein erheblicher Teil seines Schaffens heute zwischen Europa,
Amerika und Japan verteilt ist. Eine weitere große tropische Leinwand unserer Reihe ist Tropische Landschaft: Indianer im Kampf mit einem Gorilla.
Unsere Reproduktion
Wir fertigen dieses Gemälde als handgemalte Reproduktion in Öl auf Leinwand, auf Bestellung und
in der von Ihnen gewählten Größe. Weil es von Hand gemalt wird, unterscheidet sich jedes Exemplar
leicht vom vorherigen; es ist kein Druck. Die Leinwand wird auf einen Holzrahmen gespannt und
aufhängefertig geliefert. Ein verwandtes Dschungelgemälde ist Der äquatoriale Dschungel. Das gesamte Werk dieses Malers finden Sie in der Galerie Henri Rousseau.









































