Beschreibung
| Jahr der Erstellung: | 1910 |
| Originalgröße: | 150,2 cm x 116,2 cm |
| Malstil: | Naive Kunst (Primitivismus), Zeit des Postimpressionismus |
| Originaltechnik: | Öl auf Leinwand |
| Standort: | Art Institute of Chicago |
Der Wasserfall, 1910
Ein helleres Dschungelbild
Dies ist eines der hellsten Dschungelwerke Rousseaus. Oben steht ein blassblauer Himmel,
hinter dem Bewuchs erheben sich sandfarbene Hügel. Links trägt ein großer Baum rundliche
blaugrüne Blätter an dunklen Ästen; in der Mitte stehen Fächerpalmen und hohe cremefarbene,
kreuzförmige Blüten; rechts öffnen sich rosa Lotusblüten und ein dichter Strauch aus
purpurroten Blättern. Die Farbskala ist kühl und hoch angesetzt, ohne die schwarzen Schatten
seiner Nachtszenen.
Der Wasserfall, die Antilopen und zwei Gestalten
Unten links fällt ein schmaler weißer Wasserstrahl zwischen dunklen Felsen herab; davon hat
das Gemälde seinen Titel. Am Ufer stehen zwei goldbraune Antilopen, eine davon gehörnt, beide
dem Wasser zugewandt. Neben dem Stamm links stehen zwei dunkle menschliche Gestalten, eine
hinter dem Baum, eine an einem Felsen sitzend; man bemerkt sie erst, wenn das Auge dem Laub
nicht mehr folgt. Rousseau signierte unten rechts und setzte die Jahreszahl dazu.
Das letzte Jahr
Die Leinwand entstand 1910, in Rousseaus letztem Jahr; er starb am 2. September desselben
Jahres. Tropische Landschaft: Indianer im Kampf mit einem Gorilla stammt aus demselben Jahr und ist ebenfalls ein großes Dschungelgemälde, sodass
sich beide als Aussagen einer Saison zusammen lesen lassen. Das Art Institute of Chicago erhielt
das Werk mit der Helen Birch Bartlett Memorial Collection; die Inventarnummer lautet 1926.262.
Gewächshaus statt Tropen
Rousseau hat Frankreich nie verlassen. Die Pflanzen studierte er in den Gewächshäusern des
Jardin des Plantes, die Tiere im Pariser Zoo und in illustrierten Zeitschriften. Dem
Journalisten Arsene Alexandre sagte er, der Eintritt in diese Gewächshäuser komme ihm vor wie
der Eintritt in einen Traum, und gestand im selben Gespräch, weiter sei er nie gereist. Deshalb
ist das Laub botanisch überzeugend, während die Größenverhältnisse erfunden sind. Dieselbe
konstruierte Welt zeigt Das Mahl des Löwen.
Wie die Grüntöne entstanden
Alexandre hielt fest, dass Rousseau alle Töne eines Werkes auf einmal anmischte, bevor er die
Leinwand berührte, und dass er nie eine Palette gesehen habe, von der so viele Grüntöne
strömten. Hier sind die Grüntöne nach Tiefe geordnet: ein blaugrünes Kronendach vorn,
mittelgrüne Fächer in der Mitte, blassgrüne Hügel dahinter. Was sie trennt, ist der Farbton und
nicht die Beleuchtung. Dieselbe Behandlung findet sich in Tiger im tropischen Sturm.
Der Weg nach Chicago
Das Werk kam 1926 an das Art Institute of Chicago, als Teil der Sammlung, die Frederic Clay
Bartlett zum Andenken an seine Frau Helen Birch Bartlett stiftete. Dieselbe Schenkung brachte
dem Museum mehrere zentrale Werke der französischen Malerei des späten 19. und frühen 20.
Jahrhunderts, sodass Rousseaus Dschungel in Chicago nicht als vereinzeltes Kuriosum hängt,
sondern innerhalb einer mit klarer Absicht zusammengetragenen Gruppe. Die Inventarnummer
1926.262 trägt eben dieses Jahr.
Unsere Reproduktion
Wir fertigen dieses Gemälde als handgemalte Reproduktion in Öl auf Leinwand, auf Bestellung
und in der von Ihnen gewählten Größe. Weil es von Hand gemalt wird, unterscheidet sich jedes
Exemplar leicht vom vorherigen; es ist kein Druck. Die Leinwand wird auf einen Holzrahmen
gespannt und aufhängefertig geliefert. Ein verwandtes Dschungelgemälde ist Der äquatoriale Dschungel. Das gesamte Werk finden Sie in der Galerie Henri Rousseau.









































