Beschreibung
| Jahr der Erstellung: | um 1908–1909 |
| Originalgröße: | 45,7 cm x 54,6 cm |
| Malstil: | Naive Kunst (Primitivismus), Zeit des Postimpressionismus |
| Originaltechnik: | Öl auf Leinwand |
| Gefunden: | Das Metropolitan Museum, New York |
Die Ufer der Bièvre bei Bicêtre, um 1908–1909
Die Ufer der Bièvre bei Bicêtre gehören zu den wenigen Gemälden Rousseaus ohne Dschungel, ohne Raubtier und ohne alles Exotische: ein gewöhnliches Stück Pariser Randgebiet mit Fluss, Bäumen und einigen Dächern. Die Leinwand befindet sich im Metropolitan Museum of Art in New York.
Ein Ort, den es nicht mehr gibt
Die Bièvre war ein kleiner Fluss am Südrand von Paris, gesäumt von Gerbereien und den Arbeitersiedlungen von Bicêtre. Mit dem Wachstum der Stadt wurde sie nach und nach überwölbt und verläuft heute unterirdisch im Kanalsystem, sodass die gezeigte Ansicht nicht mehr aufzufinden ist. Rousseau malte also eine Landschaft, die kurz nach ihm verschwand. Genau diesen Rand kannte Rousseau besser als jeder andere: als Angestellter der Pariser Zollverwaltung stand er jahrelang an den Toren, an denen die Stadt in Felder, Lagerplätze und Arbeitersiedlungen überging. Von dieser Stelle stammt der Beiname Le Douanier, der Zöllner. Seine Dschungel entlehnte er dem Gewächshaus und der Postkarte; dieses Motiv hatte er unmittelbar vor Augen. Wer seine ruhigen, nicht dschungelhaften Motive schätzt, findet eine verwandte Szene in Jardin du Luxembourg.
Warum das Datum keine einzelne Jahreszahl ist
Die Datierung stammt vom Maler selbst. Auf dem Keilrahmen klebt eine eigenhändige, auf 1909 datierte Notiz Rousseaus, in der er das Motiv benennt; in jenem Jahr gab er das Bildwerk beim Händler Ambroise Vollard in Kommission. Das Museum datiert es deshalb auf etwa 1908–1909 und nicht auf ein einzelnes Jahr. Diese Seite seines Schaffens ist weit weniger bekannt als die Dschungelbilder, obwohl gerade hier am deutlichsten wird, wie er Tiefe baute: Streifen für Streifen, vom unteren Rand zum Horizont, ohne Luftperspektive. Dasselbe Verfahren zeigt sich in Wiesenland.
Das handgemalte Gemälde
Wir fertigen das Gemälde auf Bestellung, in Öl, auf Bestellung und in der von Ihnen gewählten Größe. Der Maler arbeitet nach dem Original; Farbwerte und Pinselschrift unterscheiden sich daher von einem Abzug, denn die Reproduktion ist ein neues Gemälde und kein Druck. Die Leinwand kommt auf einen Holzkeilrahmen aufgezogen und aufhängefertig. Das gesamte Werk dieses Malers finden Sie in der Galerie Henri Rousseau, ein verwandtes Stillleben in Blumenstrauß. Einen weiteren Arbeitsfluss am Rand von Paris, mit einem am Ufer vertäuten Boot, zeigt Das große Waschboot an der Brücke von Charenton.
- Motiv: Flussufer am Südrand von Paris, mit Bäumen und Häusern
- Technik: Öl auf Leinwand, handgemalt auf Bestellung
- Größen: von 46 x 55 cm bis 150 x 180 cm
- Wissenswertes: die Bièvre fließt hier nicht mehr; seit dem frühen 20. Jahrhundert verläuft sie unter Paris









































