Beschreibung
| Jahr der Erstellung: | 1905 |
| Originalgröße: | 114,0 cm x 163,0 cm |
| Malstil: | Naive Kunst (Primitivismus), Zeit des Postimpressionismus |
| Originaltechnik: | Öl auf Leinwand |
| Standort: | Musée de l’Orangerie, Paris |
Die Hochzeitsgesellschaft, 1905
Ein Gruppenporträt im Wald
Die Hochzeitsgesellschaft steht vor einem Band von Bäumen: links eine Kastanie mit dichtem
grünem Laub, rechts und dahinter dünne, beinahe weiße Stämme. Zwischen den Kronen öffnet sich
oben ein Streifen blauen Himmels. Der Boden ist Gras und leer, ohne Weg und ohne Gebäude; die
Szene ist aus jedem bestimmten Ort herausgehoben. Rousseau signierte unten rechts mit seinem
vollen Namen.
Die Braut in der Mitte
Die Mitte nimmt die Braut in langem weißem Kleid und Schleier ein, dem Betrachter direkt
zugewandt; sie hält ein Sträußchen und ein weißes Tuch, ihre Schleppe breitet sich nach rechts
aus. Sechs Angehörige der Gesellschaft stehen in Schwarz um sie: Männer mit Schnurrbart in
Jacken mit weißen Kragen, Frauen in dunklen Kleidern, rechts eine ältere Frau sitzend, mit
weißer Haube und braunem Umhang. Unten links sitzt ein älterer Mann in blauem Arbeitskittel auf
einem Baumstumpf, einen Stock in der Hand.
Eine Braut ohne Füße
Das meistbemerkte Detail dieser Leinwand ist, dass die Braut nicht stehend zu sehen ist: das
Kleid trifft auf das Gras, und Füße gibt es nicht. Die Wirkung ist, dass sie zwischen ihrer
Familie schwebt. Die Forschung ist sich über den Grund nicht einig – die einen lesen es als
Rousseaus Ungelenkheit, die anderen als bewusstes Mittel, das die Braut aus der Gruppe hebt.
Wir entscheiden das nicht; wir weisen nur auf das hin, was im Werk sichtbar ist.
Der schwarze Hund davor
Unter der Braut sitzt ein großer schwarzer Pudel, dem Betrachter zugewandt, und schließt die
Komposition am unteren Rand. Der Hund ist mit derselben frontalen Ruhe gemalt wie Rousseaus
Raubtiere: er blickt nicht die Gesellschaft an, sondern uns. Dieselbe Behandlung eines Tieres
zeigt Die Mahlzeit des Kaninchens.
Das Jahr 1905
Die Leinwand entstand 1905. Rousseau lebte da bereits zwölf Jahre von der Malerei und vom
Unterrichten, nachdem er 1893 seinen Dienst beim Pariser Zollamt aufgegeben hatte.
Gruppenporträts waren für ihn auch eine Quelle von Aufträgen: Nachbarn und Bekannte ließen sich
malen, was zwischen den größeren Leinwänden Einkommen brachte. Ein vergleichbares Figurenbild
ist Eva im Garten Eden.
Museum und Akte
Das Werk befindet sich im Musee de l’Orangerie in Paris unter der Inventarnummer RF 1960 25,
unter seinem französischen Originaltitel La Noce. Das Museum führt es als Öl auf
Leinwand mit den Maßen H. 163 ; L. 114 cm. Die Orangerie besitzt eine Gruppe von Werken
Rousseaus aus der Sammlung Jean Walter und Paul Guillaume, sodass diese Leinwand in Paris in
Gesellschaft anderer zu sehen ist. Ein weiteres Waldmotiv unserer Reihe ist Rendezvous im Wald, ein verwandtes
Figurenbild Die schlafende Zigeunerin.
Unsere Reproduktion
Wir fertigen dieses Gemälde als handgemalte Reproduktion in Öl auf Leinwand, auf Bestellung
und in der von Ihnen gewählten Größe. Weil es von Hand gemalt wird, unterscheidet sich jedes
Exemplar leicht vom vorherigen; es ist kein Druck. Die Leinwand wird auf einen Holzrahmen
gespannt und aufhängefertig geliefert. Weitere Werke dieses Malers finden Sie in der Galerie Henri Rousseau.









































