Beschreibung
| Jahr der Erstellung: | 1889 |
| Originalgröße: | 73,0 cm x 92,0 cm |
| Malstil: | Naive Kunst (Primitivismus), Zeit des Postimpressionismus |
| Originaltechnik: | Öl auf Leinwand |
| Standort: | National Gallery of Art, Washington |
Rendezvous im Wald, 1889
Ein europäischer Wald, kein Dschungel
Dies ist keines von Rousseaus tropischen Werken. Zu sehen ist ein europäischer Wald im
Spätherbst: dünne Zweige breiten sich als dichtes Netz vor einem blass graublauen Himmel aus,
oben rechts steht eine große cremefarbene Wolke, und olivbraunes Unterholz füllt die unteren
zwei Drittel der Leinwand. Die Farbskala ist beinahe einfarbig, aus Grau-, Oliv- und Brauntönen
gebaut, ohne starke Kontraste.
Das Paar in der Mitte
Knapp unterhalb der Mitte steht zwischen den Bäumen ein Paar in Kostümen des 18. Jahrhunderts:
ein Mann mit Dreispitz und eine Frau in hellem Kleid, einander zugewandt. Links von ihnen zeigt
sich der Kopf eines weißen Pferdes. Die Figuren sind klein und im Geflecht der Zweige gefangen,
sodass der Betrachter sie erst nach einem Moment findet; die Szene ist intim, doch ohne
Sentimentalität gemalt. Rousseau signierte unten rechts.
Das Jahr 1889
Die Leinwand entstand 1889, im Jahr der Pariser Weltausstellung, und ist deutlich früher als
die großen Dschungelwerke. In dieser Zeit malte Rousseau vor allem die Pariser Vorstädte,
Stadtansichten und Waldszenen; die Raubtiere und das tropische Grün kamen später. Ein
vergleichbares frühes Werk ist Die Ufer der Bièvre bei Bicêtre.
Das Astnetz als Bauelement
Das Auffälligste ist hier die Behandlung der Zweige. Rousseau deutet sie nicht an, sondern
zeichnet jeden einzeln, Blatt für Blatt, bis eine dichte Spitze die ganze Fläche überzieht.
Dieselbe Genauigkeit kehrt später im Laub seiner Dschungelwerke wieder, nur wirkt sie dort üppig
und hier trocken und winterlich. Ebenso genau gezeichneter Bewuchs findet sich in Der Wasserfall.
Sammlung und Museum
Das Werk befindet sich in der National Gallery of Art in Washington, die es als Schenkung der
W. Averell Harriman Foundation erhielt. Die Inventarnummer lautet 1972.9.20, die Maße betragen
73,0 x 92,0 cm. Amerikanische Sammlungen entdeckten Rousseau früh, weshalb heute so viele seiner
zentralen Werke außerhalb Frankreichs hängen. Eine weitere Ansicht des Stadtrands ist Jardin du Luxembourg.
Der Zöllner, der keiner war
1889 war Rousseau noch beim Pariser Zollamt angestellt und malte an seinen freien Tagen; den
Dienst gab er erst 1893 auf, mit neunundvierzig Jahren. Der Beiname Le Douanier, der
Zöllner, ist daher ungenau, und 1910 stellte er ihn in einem Gespräch für die Zeitung Comoedia
selbst richtig: er hatte für die städtische Akzise gearbeitet, nicht für den Zoll. Den Beinamen
gab ihm der Schriftsteller Alfred Jarry, und er blieb an ihm haften.
Unsere Reproduktion
Wir fertigen dieses Gemälde als handgemalte Reproduktion in Öl auf Leinwand, auf Bestellung
und in der von Ihnen gewählten Größe. Weil es von Hand gemalt wird, unterscheidet sich jedes
Exemplar leicht vom vorherigen; es ist kein Druck. Die Leinwand wird auf einen Holzrahmen
gespannt und aufhängefertig geliefert. Zum Vergleich mit seinen tropischen Szenen siehe Von einem Tiger angegriffene Späher. Weitere Werke dieses Malers finden Sie in der Galerie Henri Rousseau.









































