Beschreibung
Die Siesta – Gauguins tahitianische Veranda und ein gewöhnlicher Nachmittag
Zwischen 1892 und 1894, in der ersten tahitianischen Zeit, malte Paul Gauguin eine Szene, in der nichts Besonderes geschieht: vier Frauen verbringen den Nachmittag auf einer überdachten Veranda. Eine bügelt Wäsche, eine zweite liegt angelehnt in einem orangefarbenen Kleid, eine dritte sitzt mit dem Rücken zum Betrachter, und die vierte sitzt im Vordergrund auf den Dielen, einen ausladenden Strohhut auf dem Kopf. Draußen, im Gras, sitzt eine fünfte Gestalt. Das Werk wird im Metropolitan Museum of Art in New York unter der Inventarnummer 1993.400.3 aufbewahrt. Das Format ist Querformat – das Museum nennt zuerst die Höhe und dann die Breite, also 88,9 x 116,2 cm.
Ein gewöhnlicher Nachmittag, keine Zeremonie
Gauguin verbindet man gewöhnlich mit mythologischen Szenen, hier aber beobachtet er einen ganz alltäglichen Nachmittag. Auf dem weißen Tuch steht das Bügeleisen, daneben wartet ein geflochtener Korb mit gelben Früchten, und die Frauen arbeiten oder ruhen, jede für sich. Niemand posiert, und niemand erzählt eine Geschichte – der Maler hat eine Stunde festgehalten, die ohne Ereignis vergeht. Genau darum ist dieses Werk in seinem tahitianischen Schaffen eine Ausnahme.
Der Hut, der die Mitte schließt
Die zentrale Gestalt ist die Frau im Vordergrund, die mit dem Rücken zu uns auf dem Boden sitzt. Ihr breiter heller Strohhut mit dem blau getupften Band ist die hellste Fläche der Leinwand und das Erste, was das Auge greift. Mit ihm hat Gauguin die Mitte geschlossen: der Blick hält am Hut inne und gleitet erst danach weiter zu der bügelnden Frau und zu der liegenden Gestalt in Orange.
Rosa Dielen und grünes Gras
Der Boden der Veranda ist in einem warmen Rosa gemalt, das man in einem wirklichen Schatten nicht fände, und unmittelbar dahinter beginnt ein kräftiges Grün des Grases, darüber ein Band gelben Laubs. Diese drei Farben tragen die ganze Leinwand. Kühlt der rosa Boden in einer Reproduktion aus, verliert die Szene das Nachmittagslicht und wird zum bloßen Innenraum.
Wo das Original liegt und wie es datiert wird
Das Original befindet sich im Metropolitan, Inventarnummer 1993.400.3, Öl auf Leinwand. Das Museum datiert das Werk ungefähr, zwischen 1892 und 1894, während der enzyklopädische Eintrag den Anfang dieser Spanne nennt. Das ist ein Unterschied in der Genauigkeit der Datierung und kein Widerspruch zwischen den Quellen: beim Maß stimmen die beiden Einträge überein.
Wie ein handgemaltes Gemälde auf Leinwand entsteht
Die Reproduktion wird von Hand gemalt, mit Ölfarben auf Leinwand, Pinselstrich für Pinselstrich. Bei diesem Motiv ist die rosa Bodenfläche das Schwierigste: sie muss warm und zugleich ruhig bleiben, sonst zerfällt sie in Flecken. Vor dem Versand erhalten Sie ein Foto der fertigen Arbeit zur Freigabe.
- Motiv: vier Frauen auf einer überdachten Veranda, eine bügelt Wäsche, eine liegt in Orange, im Vordergrund der Strohhut und der Obstkorb.
- Technik: Öl auf Leinwand, weite ruhige Farbflächen und ein warmer rosa Boden.
- Größen: Querformat, von 40 x 30 cm bis 200 x 150 cm; am häufigsten gewählt werden 80 x 60 cm und 100 x 75 cm.
- Wissenswertes: das Bügeleisen auf dem weißen Tuch ist eine der seltenen Darstellungen von Hausarbeit in Gauguins tahitianischem Werk.
Wenn Sie weitere tahitianische Alltagsszenen interessieren, sehen Sie sich auch Arearea (Freude), Fatata te Miti (Am Meer) und Mutterschaft (Frauen am Meeresufer) an, in denen Gauguin ebenfalls Menschen bei einer alltäglichen Beschäftigung oder in der Ruhe zeigt.









































