Beschreibung
Paul Gauguin – Junges christliches Mädchen (Bretonne en Prière) – handgemaltes Leinwandgemälde
Sie ist ein bretonisches Mädchen, doch das Kleid ist nicht bretonisch. Die Leinwand entstand 1894, Öl auf Leinwand, 65,3 × 46,7 cm (Höhe × Breite, also Hochformat), und wird vom Clark Art Institute in Williamstown, Massachusetts, unter der Inventarnummer 1986.22 bewahrt. Das Mädchen faltet die Hände, neigt den Kopf und schließt die Augen. Bei uns entsteht dieses Gebet neu unter dem Pinsel: ein handgemaltes Leinwandgemälde, Öl auf Leinwand, ohne Druck.
Ein Kleid, das nicht in die Bretagne gehört
Auf dem Kopf trägt sie eine dunkle bretonische Haube, am Hals eine dünne Kette mit kleinem Kreuz, und sie ist in ein langes gelbes Gewand mit geradem Kragen und verstreuten farbigen Punkten gekleidet. Das Museum, das die Arbeit besitzt, liest sie so: statt der weißen Spitze und der dunklen Tracht bretonischer Frauen trägt sie ein Kleid, wie es christliche Missionare auf die Inseln der Südsee brachten. Das ist die Lesart des Museums, und wir geben sie als Lesart wieder, nicht als Tatsache – doch genau das zeigt die Leinwand.
Bretagne zwischen zwei Tahitis
Die Jahreszahl ist kein Zufall. Von seinem ersten tahitianischen Aufenthalt kehrte Gauguin 1893 nach Frankreich zurück, verbrachte 1894 in der Bretagne und segelte im Juni 1895 endgültig zurück in den Pazifik. Dieses Werk ist also ein bretonisches Motiv, gemalt von den Händen eines Mannes, der eben aus Tahiti heimgekommen war. Deshalb treffen darin zwei Welten aufeinander: die bretonische Haube und das Gebet auf der einen Seite, die flächige Farbe und das Missionsgewand auf der anderen.
Ein gebrochenes Bein, Mai 1894
Das bretonische Jahr endete schlecht. Im Mai 1894 brach sich Gauguin bei einer Schlägerei mit Matrosen das Bein oberhalb des Knöchels und konnte monatelang nicht an der Staffelei stehen; statt zu malen arbeitete er an Zeichnungen und Druckgrafik. Genau das macht die Leinwand selten: sie gehört in das kurze Fenster, in dem er noch malen konnte. In der unteren rechten Ecke stehen die Signatur P Gauguin und die Jahreszahl 94.
Handgemalte Reproduktion für Ihr Zuhause
Das Gelb nimmt fast die ganze Fläche ein, deshalb hellt dieses Werk eine Ecke von selbst auf und trägt auch eine dunklere Wand. Wir malen es in acht Größen; dem Original am nächsten kommt 47 × 65 cm, für eine größere Wand wird oft 90 × 120 cm gewählt. Aus demselben bretonischen Kreis stammen Tanzende bretonische Mädchen, Pont-Aven – dasselbe Dorf, doch Tanz statt Gebet; Der grüne Christus setzt den Glauben in die bretonische Landschaft, und Bretonische Eva ist ebenfalls eine bretonische Gestalt, die etwas anderes tut, als man erwartet.
- Motiv: Junges christliches Mädchen (Bretonne en prière), Paul Gauguin, 1894, Bretagne
- Technik: handgemaltes Leinwandgemälde, Öl auf Leinwand, Reproduktion – niemals gedruckt
- Original: Öl auf Leinwand, 46,7 × 65,2 cm, Clark Art Institute, Williamstown, Inv. 1986.22
- Wissenswertes: im Mai 1894 brach sich Gauguin bei einer Schlägerei mit Matrosen das Bein und konnte monatelang nicht im Stehen malen









































