Beschreibung
Gähnendes Mädchen
Gähnendes Mädchen von Edvard Munch ist ein Gemälde von 1913, das unter der Inventarnummer SS.00046 in der Sammlung Rolf Stenersen in Bergen aufbewahrt wird. Das Original ist in Öl auf Leinwand ausgeführt und misst 100 x 110 cm. Eine junge Frau sitzt auf der Bettkante, mitten im Gähnen erfasst: der Kopf ist zurückgeneigt, der Mund weit geöffnet, die Augen geschlossen.
Die Gestalt sitzt in der Mitte der Leinwand, dem Betrachter zugewandt. Ihr dunkles Haar ist offen und fällt lose zu beiden Seiten des Gesichts. Der Oberkörper ist nackt, in blass gelbcremefarbenen und weißen Tönen mit rosa Akzenten gemalt. Über Schoß und Schenkeln liegt ein weißes Laken. Die Beine sind nackt und kommen nach vorn und unten, in cremegelben und rosa Tönen; die Arme hängen an den Seiten, die Hände ruhen auf dem Bett.
Das Bettzeug ist links und rechts kräftig karminrot, mit breiten Zügen aufgetragen und mit Rosa und Weiß überschummert. In der oberen rechten Ecke liegt eine große dunkle graulila Masse mit violetten Zügen und einem blassen X-förmigen Zeichen. Die Wand dahinter ist blassrosa, malvenfarben und creme, locker gemalt. Am linken Rand läuft ein dunkles grüntürkises Band, und rechts steht eine blass türkise kantige Form mit sichtbaren Beinen – ein Tisch oder ein Stuhl -, hinter der Rosarot durchschimmert. In der oberen rechten Ecke steht eine Signatur. Die Szene hat kaum Tiefe: Bett, Wand und Möbel liegen beinahe in einer Ebene.
Der museale Eintrag führt die Arbeit unter dem Titel Morgengähnen, während unser Regal sie als Gähnendes Mädchen angibt; beide Namen meinen dasselbe Werk, und die Inventarnummer bestimmt es. Die Szene ist alltäglich und ohne Symbolik, was sie von Munchs Arbeiten der neunziger Jahre trennt: hier gibt es keinen Fjord, keine Menge und keinen Tod, sondern nur den Augenblick nach dem Erwachen. Unsere Reproduktion folgt der Bergener Fassung mit 100 x 110 cm.
Die Farbe ist dünn, schnell und in hoher Tonlage aufgetragen; das ist der späte Munch, der mit viel Weiß und einer sparsamen, beinahe durchscheinenden Schicht malt. Die Züge sind lang und sichtbar, die Ränder schließen nie, und an mehreren Stellen scheint das Gewebe der Leinwand durch. Das rote Bettzeug ist die einzige Stelle stärkerer Sättigung und hält den ganzen Aufbau zusammen.
Unsere Fassung ist ein handgemaltes Leinwandgemälde, Strich für Strich in Öl ausgeführt und niemals gedruckt. Da jede Leinwand eigens für die Bestellung entsteht, gleichen sich zwei nie bis ins Detail; die kleinen Unterschiede im Auftrag sind das Zeichen einer Hand und kein Mangel. Bei diesem Motiv ist das Licht das Schwierigste: die Farbe muss dünn und durchscheinend bleiben, denn ein dichter Auftrag nimmt der Szene den morgendlichen Charakter.
Als Leinwandgemälde fürs Wohnzimmer ist dies eines der wenigen Motive Munchs, das sich auch für ein Schlafzimmer oder einen hellen Wohnraum vollständig eignet: die Szene ist ruhig, die Farben hell und warm. Das Format ist beinahe quadratisch, weshalb es allein an einer schmaleren Wand oder über einer niedrigen Kommode gut wirkt. Weil Rot und Türkis Gegensätze sind, verlangt es eine ruhige helle Wand; ein kräftig farbiger Grund überfüllt die Szene. Das Licht sollte natürlich oder warmweiß sein, denn kaltes Licht drückt das rote Bettzeug ins Violette.
Zehn Größen stehen zur Wahl, dazu ein Wunschmaß, und jede Leinwand ist mit oder ohne Rahmen bestellbar. Weitere Werke des Malers finden Sie in der Galerie von Edvard Munch, über sein Leben und Schaffen schreiben wir im Blog über Edvard Munch.
| Jahr der Erstellung: |
1913 |
| Originalgröße: | 100 cm x 110 cm |
| Malstil: | Symbolik |
| Originaltechnik: | Öl auf Leinwand |
| Gefunden: | Sammlung Rolf Stenersen, Bergen |









































