Beschreibung
| Entstehungsjahr: | 1908 |
| Originalgröße: | 46 cm x 55 cm |
| Malstil: | Naive Malerei (Primitivismus), Epoche des Postimpressionismus |
| Originaltechnik: | Öl auf Leinwand |
| Standort: | Eremitage, Sankt Petersburg, Russland |
Im tropischen Wald: Kampf zwischen Tiger und Stier – handgemalte Reproduktion
Der Tiger kommt von links auf einen grauen Stier herab, dessen Kopf zu Boden gedrückt
wird. Beide sitzen tief im Geschehen und werden von langen Grashalmen überkreuzt, sodass der
Kampf nicht vorgeführt, sondern halb verdeckt wird: man sieht ihn durch das Gras, nicht davor.
Ein dichtes senkrechtes Band hängender cremegelber Blütenstände zieht sich links der Mitte
herab. Schlanke Zweige tragen runde orangefarbene Früchte links und rechts der Mitte. Hoch
rechts stehen drei rote Blüten vor wirklich offenem blauem Himmel. Loses Gras fegt durch das
untere Drittel, am unteren Rand liegen drei herabgefallene Früchte.
Eine Szene, die sich versteckt — und was das an der Wand bedeutet
Genau diese Verdeckung unterscheidet dieses Werk von Kampf zwischen Tiger und Büffel, das dieselbe Jahreszahl
trägt. Dort liegen die Tiere klar im unteren Drittel; hier muss man sie suchen. Das Motiv
verhält sich deshalb anders im Raum: es verlangt keine Distanz, sondern Nähe. Am besten liest
es sich an einer Wand, an der man vorbeigeht oder nah sitzt — im Flur, neben dem Schreibtisch,
über einer niedrigen Kommode —, wo das Auge Zeit hat, das Geschehen im Gras zu entziffern. Als
einzelnes Werk über dem Sofa, aus drei Metern gesehen, verschmilzt die Szene zur grünen Fläche
und die Pointe geht verloren.
Zwei Leinwände aus demselben Jahr
Die Aufzeichnungen beider Werke nennen 1908, und beide zeigen einen Tiger und ein Rind.
Mehr behaupten wir nicht: welches zuerst entstand, ob eines Studie für das andere ist und
warum das Sujet zweimal gemalt wurde, sagen die von uns genannten Quellen nicht, also sagen
wir es auch nicht. Vergleichbar ist der Aufbau, und der unterscheidet sich stärker, als man
es von zwei Arbeiten einer Saison erwarten würde. Verwandtes Vorgehen zeigt Tiger im tropischen Sturm, wo
der Regen dem Werk eine Richtung gibt, und Affen und Papagei im Urwald, wo die Tiere gar nicht angreifen,
sondern beobachten.
Eine kleine Leinwand, die groß wirkt
Das Original misst 46 cm x 55 cm. Für eine Urwaldszene ist das ungewöhnlich klein — weniger
als die halbe Breite vieler seiner Dschungelwerke — und genau deshalb ist hier jedes Blatt so
genau gezeichnet: auf diesem Maß konnte er sich keine Fläche leisten. Wir bilden das
Originalmaß nicht nach; die Größe wählen Sie nach Ihrer Wand. Wie dasselbe Verfahren im großen
Format aussieht, sehen Sie bei Der äquatoriale Dschungel.
Wie ein handgemaltes Gemälde entsteht
Jede Leinwand wird nach Ihrer Bestellung handgemalt, in Öl, in der von Ihnen gewählten
Größe. Gemalt wird nach einer hochauflösenden Aufnahme des Originals, Schicht für Schicht,
damit die sich überkreuzenden Halme und die Übergänge im Fell auch in kleineren Maßen lesbar
bleiben. Weil es Handarbeit ist, sind zwei Leinwände gleicher Größe nie ganz identisch; das
ist kein Mangel, sondern der Unterschied zwischen einem Gemälde und einem Druck. Die Preise
beginnen bei 124 EUR für die kleinsten Maße dieser Seite.
Die Angaben zum Werk
Entstanden 1908, Öl auf Leinwand, 46 cm x 55 cm, verwahrt von der Eremitage in Sankt
Petersburg. Den Stil geben wir zweiteilig an — Naive Malerei (Primitivismus), Epoche des
Postimpressionismus —, weil der erste Teil sagt, wie Rousseau malte, und der zweite nur, wann.
Der Postimpressionismus ist eine Epoche, nicht seine Richtung. Zu der Frage, an welcher Wand
des Museums die Leinwand heute hängt, äußern wir uns nicht: das ändert sich und wir können es
nicht prüfen.









































