Beschreibung
| Jahr der Erstellung: | um 1893 |
| Originalgröße: | 100,5 cm x 81,0 cm |
| Malstil: | Naive Kunst (Primitivismus), Zeit des Postimpressionismus |
| Originaltechnik: | Öl auf Leinwand |
| Standort: | Ackland Art Museum, Chapel Hill |
Blick auf die Île de la Cité, Paris, um 1893
Ein brennender Himmel
Die obere Hälfte der Leinwand nimmt ein Himmel in orangeroten Tönen ein, der sich vom
Horizont aufwärts zu einem rostigen Rot verdunkelt. Die Pinselzüge sind sichtbar und
verlaufen schräg, sodass der Himmel keine glatte Fläche ist, sondern ein durchgearbeitetes
Feld. Das ist Rousseaus Stadtansicht in der Dämmerung: die Farbe des Himmels ist das
stärkste Element, und alles darunter steht dunkel dagegen. Eine vergleichbare Abendstimmung
findet sich bei uns in Ein Karnevalsabend.
Die Insel als dunkle Silhouette
Vor diesem Himmel liegt die Insel als eine einzige dunkle Masse. Aus ihr erheben sich
eine Kuppel links, ein hoher schmaler Turm nahe der Mitte und zwei viereckige Türme rechts
davon. Entlang der oberen Kante des Ufers läuft ein gezacktes Band von Bäumen, das die Masse
abschließt wie der Rand eines Kammes. Zwischen den Bauten wehen zwei französische Trikoloren
an Stangen, eine über der Kuppel und eine näher zur Mitte.
Die Lichter
Über die dunkle Masse sind kleine warme gelborange Punkte verstreut – erleuchtete Fenster
und Laternen. Sie stehen nicht in regelmäßigen Reihen, sondern einzeln, als wäre jedes für
sich entzündet worden. Sie sind es, die sagen, dass hier eine Stadt liegt und kein Hügel:
ohne sie wäre die Silhouette nur eine schwarze Form vor einem Himmel.
Die Brücke und die Spiegelungen
Eine steinerne Brücke mit drei sichtbaren Bögen spannt sich über die ganze Breite, gemalt
in blassem Graubraun. Darunter ist das Wasser dunkel, und lange senkrechte Bänder von
Spiegelungen laufen darin hinab – Rousseau malt Lampenlicht nicht als Scheibchen, sondern
als zitternde Linien, die tief ins Wasser reichen. Deshalb ist der untere Teil des Gemäldes
nicht ruhig; er liest sich als leicht bewegte Fläche.
Zwei Menschen am Kai
Aus der unteren linken Ecke steigt ein heller Kai schräg an. Darauf stehen zwei kleine
dunkle Gestalten mit Hüten, einander zugewandt wie im Gespräch; eine von ihnen hält einen
Stock. Hinter ihnen liegt eine dunkle kegelförmige Form. Diese beiden sind die einzigen
Menschen der Leinwand, und sie stehen genau auf der hellen Fläche, sodass wir sie als
ausgeschnittene Umrisse sehen.
Museum und Eintrag
Das Original bewahrt das Ackland Art Museum in Chapel Hill unter der Objektnummer
77.38.1 auf. Das Museum datiert es auf etwa 1893, gibt als Technik Öl auf Leinwand an und
als Maße 81 x 100,5 cm. Das Werk wurde aus dem Ackland Fund zu Ehren von Joseph C. Sloane,
dem ersten Direktor des Museums, erworben; der Eintrag hält außerdem fest, dass es 2008
restauratorisch behandelt wurde. Ein Vorstadtmotiv unserer Reihe ist Vorstadt von Paris, ein Parkmotiv
Jardin du Luxembourg.
Wie wir diese Leinwand anfertigen
Wir fertigen das Gemälde als handgemalte Reproduktion in Öl auf Leinwand an, auf
Bestellung und in der Größe Ihrer Wahl. Die schwierigste Stelle dieses Motivs ist der
Himmel: vom hellen Orange am Horizont bis zum dunklen Rostrot oben muss er ohne sichtbare
Stufen verlaufen, sonst löst sich die Silhouette von ihrem Grund. Die kleinen Lichter kommen
zuletzt, wenn die dunkle Masse trocken ist. Da in Handarbeit gearbeitet wird, weicht jedes
Exemplar leicht vom vorigen ab. Ein Flussufer derselben Reihe ist Die Ufer der Bièvre bei Bicêtre. Das gesamte Werk finden Sie in der Galerie Henri Rousseau.









































