Paul Cézanne – Bildnis von Antony Valabrègue

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Beschreibung

Bildnis von Antony Valabrègue – die Leinwand, die eine Auktion ins Museum brachte

Der Mann sitzt dicht vor einer graugrünen Wand, die in breiten, deutlich sichtbaren Zügen gemalt ist. Er hat dunkles Haar und einen vollen rotbraunen Bart, trägt eine schwarze Jacke, eine graue Weste mit drei sichtbaren Knöpfen, einen weißen Stehkragen und eine locker gebundene schwarze Schleife. Sonst ist nichts zu sehen: kein Möbelstück, kein Buch, kein Tisch. Das handgemalte Gemälde auf Leinwand gibt diese frühe Arbeit Cézannes von 1869 bis 1870 wieder, die im Original 60 × 50,2 Zentimeter misst und im J. Paul Getty Museum in Los Angeles unter der Inventarnummer 85.PA.45 verwahrt wird.

Die Auktion, die das Werk aus privater in öffentliche Hand brachte

Ein Jahrhundert lang wanderte diese Leinwand von einem privaten Besitzer zum nächsten und war nur zu sehen, wenn jemand sie für eine Ausstellung auslieh. Damit war am 22. Oktober 1982 Schluss: Bei Sotheby’s in New York wurde sie als Nummer 21 der Auktion aus der Sammlung André Meyer verkauft. Erworben hat sie die Galerie Beyeler in Basel, und 1985 kaufte sie das Getty. Seither hängt sie in einem Haus, das allen offensteht – genau der Moment, in dem das Werk aufhörte, etwas zu sein, das man verleiht, und etwas wurde, das man besucht.

Wer Antony Valabrègue war

Antony Valabrègue (1844–1900) war ein französischer Dichter und Kritiker, geboren in Aix – derselben Stadt wie Cézanne, Émile Zola und Baptistin Baille. Er studierte in Paris und ließ sich dort ab Mitte der 1860er Jahre dauerhaft nieder. In der Hauptstadt gehörte er zum Kreis der Provenzalen um Zola und Cézanne, und aus dieser Freundschaft geht das Bildnis hervor: Der Maler malte keinen Auftraggeber, sondern einen Bekannten aus der eigenen Stadt.

Ein Name, an dem der Eintrag einst zweifelte

Der Werkkatalog führt für diese Leinwand sieben weitere Titel auf, unter denen sie erschienen ist, und zwei davon sind aufschlussreich. Der eine lautet schlicht Portrait d’homme, Bildnis eines Mannes, ohne Namen. Der andere lautet Portrait présumé d’Antony Valabrègue – mutmaßliches Bildnis des Antony Valabrègue. Unter diesem zweiten Titel war das Werk 1936 im Pariser Musée de l’Orangerie als Nummer 17 zu sehen. Heute führt der Katalog es mit dem Namen des Dargestellten, ohne Vorbehalt. Wer den Zweifel ausgeräumt hat und wann, sagt der Eintrag nicht, und wir tragen nicht nach, was dort fehlt.

Ein Bildnis, in dem nichts steht außer dem Menschen

Gerade das Fehlen der Gegenstände macht diese Leinwand aus. Der Grund ist nicht glatt, sondern aus kurzen, flachen Aufträgen von Graugrün gebaut, die sich sichtbar kreuzen; dieselbe Hand hat das Gesicht gebaut, aus getrennten Flecken von Rosa, Creme und Grau, die ohne weiche Übergänge aneinanderstoßen. Die Farbe liegt dick auf, fast wie mit dem Spachtel gesetzt. Der Blick des Mannes geht nicht geradeaus, sondern etwas zur Seite. Weil weder Tisch noch Fenster noch Buch vorhanden sind, muss der Kopf alles allein tragen – und darum ist dies eine jener frühen Leinwände, an denen schon zu sehen ist, wohin der Maler später ging.

Neun Besitzer in vier Ländern

Der erste bekannte Besitzer war der Händler Ambroise Vollard in Paris. Danach ging die Leinwand an Graf Armand Doria auf Schloss Orrouy, dann an den Sammler Auguste Pellerin und von ihm an dessen Sohn Jean-Victor Pellerin. Es folgten die Wildenstein-Galerien in Paris und New York, der New Yorker Bankier André Meyer, nach der Auktion von 1982 die Galerie Beyeler in Basel und schließlich das Getty. Derselbe Auguste Pellerin taucht auch in der Geschichte des Bildnisses von Gustave Geffroy auf – ein Sammler, der Cézanne kaufte, als ihn kaum jemand kaufte.

Von Berlin 1904 bis zum Grand Palais

Zum ersten Mal ausgestellt war die Leinwand 1904 bei Paul Cassirer in Berlin, in der Sonderausstellung Paul Cézanne vom 22. April bis 15. Juni. 1913 war sie in Stuttgart als Nummer 330 zu sehen, ausgeliehen von Graf Doria von seinem Schloss im Departement Oise. Es folgten Brüssel 1935, London 1939 bei Wildenstein und Washington 1962, als die National Gallery of Art die Sammlung des Ehepaars Meyer zeigte. 1988 war das Werk in der Royal Academy of Arts in London in Cézanne: The Early Years 1859–1872 als Nummer 56, von wo es an das Musée d’Orsay und nach Washington weiterging; 1995 stand es im Grand Palais als Nummer 8.

Für die Wohnung ist das ein dankbares Format: ein Bildnis ohne Erzählung, das sich neben einem Bücherregal oder in einer Arbeitsecke gut behauptet, wo es mit keinem anderen Motiv konkurriert. Bei uns malen wir es in fünfzehn Formaten, von 42 × 50 bis 149 × 180 Zentimetern, Zwischenmaße spannen wir auf einen Keilrahmen nach Maß; wie es im gewählten Rahmen aussieht, zeigt die 3D-Anwendung. Aus denselben frühen Jahren stammen auch das Bildnis des Malers Achille Emperaire und Der Ofen im Atelier.

  • Motiv: Bildnis von Antony Valabrègue, Paul Cézanne, 1869-1870, J. Paul Getty Museum, Los Angeles
  • Technik: handgemaltes Gemälde, Öl auf Leinwand, Reproduktion
  • Größen: 15 Formate, auf Wunsch auch Sondergröße nach Maß
  • Wissenswertes: der Katalog führte das Werk einst als mutmaßliches Bildnis, heute steht der Name des Dargestellten im Titel
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Nataša Nolde
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