Die Orte, die Cézanne immer wieder malte – Jas de Bouffan, L’Estaque, Bibémus

Paul Cézanne suchte keine neuen Motive – er kehrte zu denselben Orten zurück, bis er sie in Farbflächen zerlegt hatte. Drei ziehen sich durch sein ganzes Werk: das Familiengut Jas de Bouffan bei Aix, das Fischerdorf L’Estaque vor Marseille und der aufgelassene Steinbruch Bibémus. Alle drei finden Sie unter den handgemalten Leinwandgemälden in unserer Galerie.

Jas de Bouffan – das Gut, das er vierzig Jahre lang malte

Jas de Bouffan ist ein Landgut nordwestlich von Aix-en-Provence, das der Vater des Malers, der Bankier Louis-Auguste Cézanne, 1859 kaufte. Für Cézanne war es Wohnhaus und Freiluftatelier zugleich: Er malte das Haus, die Kastanienallee und den Teich mit dem Springbrunnen – dieselbe Szene zu jeder Jahreszeit und in jedem Licht. Der Teich des Jas de Bouffan gehört zu den bekanntesten Fassungen dieser Reihe. 1899, nach dem Tod der Mutter, wurde das Gut verkauft; damit verlor er ein Motiv, das er fast vierzig Jahre lang gemalt hatte. Wir führen sowohl den Blick auf das Gut als auch die Fassung mit dem Teich als Gemäldereproduktion.

L’Estaque – die Bucht, die die moderne Landschaft schuf

Nach L’Estaque westlich von Marseille zog sich Cézanne erstmals 1870 zurück. Von dort blickte er auf die Bucht hinab: rote Dächer, Fabrikschornsteine, dann ein Band blauen Wassers und die Berge dahinter. Genau diese Anordnung – waagerechte Bänder übereinander, ohne klassische Tiefenperspektive – wurde später zum Ausgangspunkt der kubistischen Landschaft. Der Golf von Marseille, von L’Estaque aus gesehen existiert in mehreren Fassungen; eine hängt im Art Institute of Chicago, eine weitere im Metropolitan Museum of Art.

Bibémus – ein Steinbruch als fertige Geometrie

Östlich von Aix liegt der Steinbruch von Bibémus, in dem jahrhundertelang ockerfarbener Sandstein gebrochen wurde. Als Cézanne um 1895 eine Hütte an seinem Rand mietete, fand er eine Landschaft vor, die bereits in Flächen zerlegt war: rechteckige Blöcke, harte Kanten, Ocker und Orange gegen das Grün der Kiefern. Er malte die Felswände, Felsen und Äste und von dort aus auch den Berg Sainte-Victoire – eine Leinwand, die heute im Baltimore Museum of Art hängt.

Die große Kiefer und der See von Annecy

Unter den Ortsmotiven fällt die große Kiefer auf – ein einzelner Baum, dessen Äste über die gesamte obere Kante der Leinwand laufen. 1896 verbrachte Cézanne den Sommer am See von Annecy in Savoyen; die dort entstandene Leinwand befindet sich im Courtauld in London und zählt zu seinen am dichtesten gebauten Landschaften.

Und die Kartenspieler?

Die Kartenspieler sind keine Landschaft, sondern eine Figurenserie aus fünf Leinwänden – deshalb behandeln wir sie getrennt. Die ganze Geschichte der Serie samt Rekordpreis steht im Werkführer zu den berühmten Gemälden von Paul Cézanne; bei uns gibt es die New Yorker Fassung und die Courtauld-Fassung.

Häufige Fragen zu Cézannes Orten

Was ist das Jas de Bouffan?

Ein Landgut bei Aix-en-Provence, das der Vater des Malers 1859 kaufte. Cézanne malte dort Haus, Kastanienallee und Teich fast vierzig Jahre lang, bis das Gut 1899 verkauft wurde.

Was zeigt Der Teich des Jas de Bouffan?

Das Wasserbecken im Park des Familienguts, von Cézanne in mehreren Fassungen gemalt – meist mit der Baumreihe dahinter und dem Spiegelbild im Wasser, ohne klassische Tiefenwirkung.

Wo liegt L’Estaque?

Ein Fischerdorf westlich von Marseille. Cézanne malte von dort die Bucht in waagerechten Bändern – Dächer, Wasser, Berge – und gab die klassische Tiefenperspektive auf.

Kann ich ein handgemaltes Gemälde nach Cézanne bestellen?

Ja. Alle genannten Werke stehen unter den Gemäldereproduktionen von Paul Cézanne auf Leinwand zur Wahl, in fünfzehn Größen und auf Wunsch im Sondermaß.

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