Beschreibung
Madame René De Gas ist das Porträt einer Frau, die ihr Augenlicht verlor, gemalt von einem Mann, der eben erfahren hatte, dass sein eigenes nachliess. Sie sitzt in der Mitte eines hellen Sofas und schaut zu uns her, den Kopf ein wenig nach rechts gewendet, das kastanienbraune Haar hinter die Ohren gekämmt; das Gesicht ist blass und still, und der Blick kommt beim Betrachter nicht ganz an. Sie trägt ein loses weisses Kleid mit kleinen dunklen Blütenzeichen, mit weiten Ärmeln und weisser Spitze an Hals und Handgelenken, in der Taille von einem dunklen Band geschlossen; der Rock breitet sich in weichem Grau über die ganze untere Hälfte der Leinwand. Hinter ihr eine glatte rosa Wand, ungeteilt. Grau und Rosa tragen das ganze Werk, und andere Farbe gibt es kaum. Das Original misst 92 x 72,9 cm, entstand 1872/1873 und hängt in der National Gallery of Art in Washington unter der Nummer 1963.10.124. Das Zeichen unten rechts ist keine Signatur, sondern der Atelierstempel. Bei uns entsteht es von Hand, in sieben Grössen von 50 x 40 bis 150 x 110 cm oder nach Ihrem Mass, und vor dem Versand erhalten Sie eine Aufnahme des fertigen Werks zur Freigabe.
| Titel: | Madame René De Gas |
| Weitere Titel: | Renée Degas [Estelle] (Titel des Katalogs), Portrait d’une jeune femme en robe de mousseline blanche |
| Maler: | Edgar Degas (1834–1917) |
| Entstehungsjahr: | 1872/1873 (unten rechts der Atelierstempel, keine Signatur) |
| Maße des Originals: | 92 cm x 72,9 cm |
| Technik des Originals: | Öl auf Leinwand |
| Stilrichtung: | Impressionismus |
| Wo das Original hängt: | National Gallery of Art, Washington (Inv. 1963.10.124), Sammlung Chester Dale; Katalog Schulman MS 1946, Lemoisne I-313 |
| Unsere Ausführung: | handgemaltes Öl auf Leinen, 7 Größen von 50 x 40 cm bis 150 x 110 cm, auf Wunsch Sondermaß |
Madame René De Gas – Edgar Degas
Wer ist die Frau?
Das Museum nennt sie: Estelle Musson Balfour de Gas, die Cousine ersten Grades des Malers und seine Schwägerin, verheiratet mit seinem Bruder René. Das Werk entstand während Degas’ Aufenthalt in New Orleans 1872-1873, wo die Familie seiner Mutter lebte. Der Katalog führt es unter ihrem eigenen Vornamen — Renée Degas [Estelle] — und unter einer Beschreibung ihres Kleides, Portrait d’une jeune femme en robe de mousseline blanche. Sie sitzt in der Mitte eines hellen Sofas, den Kopf ein wenig nach rechts gewendet, und schaut zu uns her, ohne uns wirklich zu treffen.
Was ist auf der Leinwand?
Fast nichts ausser einer Frau und einer Wand. Das kastanienbraune Haar ist hinter die Ohren gekämmt. Das Kleid ist loser weisser Musselin mit kleinen dunklen Blütenzeichen, mit weiten Ärmeln und weisser Spitze an Hals und Handgelenken, in der Taille von einem dunklen Band geschlossen; der Rock breitet sich in weichem Grau über die ganze untere Hälfte. Eine Hand ruht im Schoss. Hinter ihr läuft eine glatte rosa Wand ununterbrochen von Rand zu Rand — kein Fenster, keine Tür, kein Rahmen an der Wand. Links steigen Rolle und Rückenlehne des Sofas auf, rechts läuft dessen Fläche über den Rand hinaus. Grau und Rosa tragen alles, und andere Farbe gibt es im Werk kaum.
Warum ist sie so gemalt?
Weil sie ihr Augenlicht verlor — und er das seine. Das Museum sagt es klar: die Entdeckung 1871, dass seine eigene Sehkraft nachliess, machte Degas beim Besuch im folgenden Jahr für Estelles beinahe vollständige Blindheit empfänglich. Es sagt auch, was er daraus machte. Haltung, Geste und Gegenstände waren seine übliche Art, eine Dargestellte zu charakterisieren, und hier wurden diese Einzelheiten bewusst weggelassen. Die weiche Schärfe, die zurückhaltende und beinahe einfarbige Farbstimmung und ihr unfokussierter Blick entsprechen nach der Lesart des Museums ihrem eingeschränkten Sehvermögen und zeigen den Respekt des Malers und sein Verständnis für ihre Lage. Die Leere, die ein erster Blick für Unfertigkeit halten könnte, ist also der Gegenstand selbst.
Was bedeutet die Szene?
Dass ein Porträt von Aufmerksamkeit handeln kann statt von Aussehen. Als Kunstgemälde ist es still bis zur Strenge — eine Figur, eine Wand, zwei Farben — und lohnt sich für den, der damit lebt, nicht für den, der es streift. Weil Grau und Rosa weich und warm sind, ergibt es ein beruhigendes Ölgemälde für Schlafzimmer, Flur oder Leseecke, wo seine Zurückhaltung ein Vorzug ist und kein Mangel. Wer ein Gemälde kaufen möchte, das einem Raum nichts aufdrängt, findet hier genau das. Unter Degas’ Porträts ist es das zarteste und unter seinen Werken der 1870er Jahre das vom Theater und der Rennbahn entfernteste. Unsere Reproduktion ist um zwei Dinge gebaut: die Weichheit der Ränder und das genaue Rosa jener Wand.
Von der Atelierauktion zu Chester Dale
Degas hat dieses Porträt nicht verkauft; bei seinem Tod war es noch seines. Es kam in die Degas-Atelierauktion in der Galerie Georges Petit in Paris, 6.-8. Mai 1918, als Nummer 97, wo es der Händler Jacques Seligmann (1858-1923) für seine eigene Privatsammlung kaufte. Auf der Seligmann-Auktion in den American Art Galleries in New York am 27. Januar 1921 war es Nummer 51 und ging an M. Knoedler & Co. aus London, New York und Paris. Diese verkaufte es 1921 an Henry D. Hughes aus Philadelphia; später stand es in Kommission bei den Marie Sterner Galleries, und am 10. November 1928 wurde es an Chester Dale (1882-1962) aus New York verkauft. Dale vermachte es der National Gallery of Art, die es 1963 als Vermächtnis erhielt und es bis heute der Sammlung Chester Dale zuschreibt. Der Katalog beschreibt diesen letzten Schritt als Schenkung statt als Vermächtnis; wir folgen dem Museum.
Das Motiv unter Degas’ Werken
Drei Werke, die wir führen, stehen diesem nahe. Baumwollkontor in New Orleans stammt vom selben Aufenthalt 1872-1873 und zeigt dessen andere Seite: das Familiengeschäft statt der Familie. Edmondo und Thérèse Morbilli ist das Porträt seiner Schwester Thérèse und ihres Mannes und hängt im selben Museum unter der nächsten Inventarnummer, aus derselben Sammlung Chester Dale. Die Familie Bellelli ist das früheste und grösste seiner Familienporträts. Das Original ist in der National Gallery of Art in Washington, die es als Madame René de Gas, 1872/1873, Öl gemalt auf Leinwand, 72,9 x 92 cm, Inv. 1963.10.124 führt, und der Katalog Schulman verzeichnet es als MS 1946, Lemoisne I-313, mit dem Stempel Vente Degas unten rechts.
Wie entsteht unsere handgemalte Ausführung?
Mit Pinsel und Ölfarbe, in derselben Technik wie das Original, als Öl auf Leinwand. Am schwierigsten ist die Weichheit. Jeder Rand in diesem Werk — die Linie der Schulter, das Haar vor der Wand, der Saum des Ärmels — ist leicht unscharf, und das muss gemalt und nicht verwischt werden: die Form wird erst richtig gezeichnet und dann weich gemacht, denn ein Rand, der nie fest war, wirkt wie ein Fehler. Das Zweite ist die rosa Wand, eine einzige ununterbrochene Fläche über die obere Hälfte; sie muss gleichmässig bleiben, ohne tot zu werden, also viele dünne Lagen statt einer dicken. Das Dritte ist das Gesicht, wo der Blick unfokussiert bleiben muss, ohne leer zu werden — der Unterschied sind wenige Millimeter am Lid. Zwei Ausführungen sind nie ganz gleich; jede handgemalte Kopie ist ihre eigene. Für dieses Motiv haben wir noch keine Aufnahmen unserer fertigen Leinwände, weil wir es bisher nicht gemalt haben; hier sind also keine zu sehen, und wir beschreiben auch keine. Eine Aufnahme Ihrer eigenen Leinwand erhalten Sie vor dem Versand.
Welches Maß für welche Wand?
Wenn Sie unschlüssig sind: 100 x 80 cm. Das Original ist 92 cm breit und 72,9 cm hoch, ein Verhältnis von 1,26, und 100 x 80 cm ergibt 1,25 — von den sieben das nächstliegende und an der Wand nicht zu sehen. Es ist zugleich das dem Original in der Grösse nächste: 8 cm breiter und 7 cm höher, sodass der Kopf beinahe in Lebensgrösse erscheint. 50 x 40 cm hat dasselbe Verhältnis im kleinen Format, für eine schmale Wand oder ein Regal. 70 x 50, 80 x 60 und 90 x 60 cm passen über eine Kommode oder einen Schreibtisch, wobei 90 x 60 cm mit 1,50 am weitesten vom Original abweicht und über dem Kopf spürbar enger schneidet. Bei 120 x 90 und 150 x 110 cm verlangen grosse Leinwände dieser Art Abstand und eine eigene Wand; bei 150 cm ist die Figur deutlich über Lebensgrösse. Messen Sie das gewählte Maß vorher mit einem Zuschnitt aus Papier an der Wand ab. Keines liegt auf Lager: jedes Stück entsteht auf Bestellung.
Sondermaß, Rahmen und Keilrahmen
Wenn keines der sieben passt, malen wir nach Ihrem Maß und halten das Verhältnis 1,26 und die Höhe der rosa Wand über ihrem Kopf ein, denn gerade der Raum über der Figur macht das Werk ruhig; das ist unsere Arbeit nach Wunsch. Jedes Stück versenden wir auf einem Keilrahmen aus Holz aufgespannt, fertig zum Aufhängen. Für den Rahmen benutzen Sie unsere 3D-Anwendung: sie zeigt alle Leisten, die wir führen — Gold, Silber, Schwarz, Weiß und Naturholz — und dient der Rahmenwahl und sonst nichts. Wie es an Ihrer Wand wirkt, zeigt unser gesonderter Dienst, die Einpassung in den Raum.
Lieferung und Garantie
Jedes Stück entsteht auf Bestellung in unserer Werkstatt in Slowenien; rechnen Sie mit 15-45 Tagen je nach Maß, bei den größten am oberen Ende. Es reist aufgespannt und transportsicher verpackt, gerahmt, falls Sie einen Rahmen gewählt haben, zollfrei nach Deutschland und Österreich sowie in vierzehn weitere Länder der Europäischen Union. Vor dem Versand erhalten Sie eine Aufnahme des fertigen Werks zur Freigabe, und für jede Bestellung gilt unsere Rückgaberegelung. Das ganze Angebot finden Sie in der Galerie Edgar Degas, und sein Leben beschreibt unser Artikel über Edgar Degas.
Häufige Fragen
Wer ist dargestellt?
Estelle Musson Balfour de Gas, die Cousine ersten Grades und Schwägerin des Malers, verheiratet mit seinem Bruder René. Das Museum nennt sie.
Ist das Werk signiert?
Nein. Das Museum verzeichnet das Zeichen unten rechts als Atelierstempel mit dem Wort Degas — bei der Auktion nach seinem Tod aufgebracht — und der Katalog verzeichnet dasselbe. Es ist keine Signatur, und wir nennen es auch nicht so.
Stimmt es, dass sie erblindete?
Ja, und das Museum sagt es: es beschreibt Estelles beinahe vollständige Blindheit und verbindet sie mit der weichen Schärfe des Werks, seiner fast einfarbigen Stimmung und ihrem unfokussierten Blick. Es hält auch fest, dass Degas ein Jahr zuvor das Nachlassen der eigenen Sehkraft entdeckt hatte.
Wann entstand es?
1872/1873, während Degas’ Aufenthalt in New Orleans. So datiert es das Museum; der Katalog Schulman gibt um 1872 an, und wir folgen der Institution, der das Werk gehört.
Warum ist so wenig darauf zu sehen?
Weil die Einzelheiten mit Absicht fehlen. Das Museum merkt an, dass Degas eine Dargestellte sonst über Haltung, Geste und Gegenstände charakterisierte und dass solche Einzelheiten hier bewusst weggelassen wurden — und genau das gehört zum Porträt.
Wie groß ist das Original?
92 cm breit und 72,9 cm hoch. Mit Rahmen gibt das Museum 119,7 x 100,3 cm an; rechnen Sie damit, wenn Sie eine gerahmte Ausführung in voller Grösse bestellen.
Wer war Chester Dale?
Der New Yorker Sammler, der das Werk 1928 kaufte und es der National Gallery of Art vermachte; das Museum erhielt es 1963 und führt es bis heute unter der Sammlung Chester Dale.
Welches Ihrer Maße stimmt mit dem Original überein?
100 x 80 cm, und zwar doppelt: das Verhältnis 1,25 gegen 1,26 des Originals, und die Grösse liegt nur wenige Zentimeter neben der Leinwand, die Degas gemalt hat.
Welches Maß sollte ich meiden, wenn mir das Verhältnis wichtig ist?
90 x 60 cm. Mit 1,50 weicht es von den sieben am weitesten von den 1,26 des Originals ab und schneidet über dem Kopf merklich enger.
Ist das ein Druck?
Nein. Das Werk entsteht von Hand in Öl auf Leinen; die Pinselstriche sind sichtbar und fühlbar, bei diesem Motiv jedoch absichtlich weich statt scharf.
Eignet es sich als Geschenk?
Ja, besonders für jemanden, der ruhige Porträts ohne Aufhebens mag, und es bringt eine Geschichte mit, die es zu erzählen lohnt. Da jedes Stück auf Bestellung entsteht, rechnen Sie die Fertigungszeit ein; wenn die Wahl lieber die beschenkte Person treffen soll, gibt es unseren Geschenkgutschein.
- Motiv: Estelle Musson de Gas, die Schwägerin des Malers, sitzend vor einer leeren rosa Wand
- Original: Edgar Degas, 1872/1873, Ölmalerei, 92 x 72,9 cm, National Gallery of Art, Washington (1963.10.124)
- Unsere Ausführung: handgemalt in Öl, sieben Maße von 50 x 40 bis 150 x 110 cm; 100 x 80 cm trifft Verhältnis und beinahe auch Grösse
- Wissenswert: die Dargestellte war fast blind, und Degas hatte ein Jahr zuvor sein eigenes nachlassendes Augenlicht entdeckt









































