Beschreibung
| Jahr der Erstellung: | 1895–1897 |
| Originalgröße: | 45,7 cm x 55,4 cm |
| Malstil: | Naive Kunst (Primitivismus), Zeit des Postimpressionismus |
| Originaltechnik: | Öl auf Leinen |
| Standort: | National Gallery of Art, Washington |
Knabe auf den Felsen, 1895–1897
Ein Kind auf den Spitzen der Felsen
Die Leinwand steht hochkant und wird fast vollständig von einer einzigen Gestalt
ausgefüllt. Der Knabe sitzt rittlings auf den Spitzen graubrauner Felsen, die als Reihe
scharfer dreieckiger Zacken aufragen. Er steht nicht auf dem Boden und sitzt nicht auf einer
ebenen Fläche; der Körper ruht auf den Spitzen selbst, sodass die Beine neben zwei
benachbarten Zacken herabhängen. So wirkt das Kind eher auf die Felsen gesetzt als auf sie
hinaufgeklettert. Die unteren zwei Drittel gehören den Felsen, das obere Drittel dem
Himmel.
Schwarzer Mantel und gestreifte Strümpfe
Das Kind trägt einen schwarzen geknöpften Mantel mit weitem unterem Saum, und darunter
breitet sich über dem Schoß ein gestreiftes Stück Stoff mit waagerechten schwarzweißen
Bändern aus. Dieselben Streifen setzen sich an den Strümpfen fort, die beide Beine bis zu
den Knöcheln bedecken, wo sie in schwarzen Stiefeln enden. Dieser Streifenrhythmus ist das
stärkste Muster der ganzen Leinwand: ohne ihn wäre die dunkle Gestalt eine einzige schwarze
Fläche, so aber lesen sich die Beine als zwei gebänderte Formen, die den Blick hinab zu den
Felsen führen.
Ein Gesicht, das kein Kindergesicht ist
Der Kopf ist im Verhältnis zum Körper groß, das Gesicht hell und rund, das Haar dunkel und
glatt gekämmt. Die Augen sind dunkel und weit geöffnet, der Mund klein und rot. Der Ausdruck
ist nicht kindlich: die Gestalt trägt den Ernst eines Erwachsenenporträts, eine Gewohnheit
Rousseaus, die auch andernorts auftritt, etwa in Kind mit Puppe (Das Baby feiern). Gerade dieses Missverhältnis zwischen
der Größe des Körpers und dem Ernst des Gesichts gibt dem Gemälde seine ungewöhnliche
Spannung.
Felsen, Meer und eine einzige Wolke
Die Felsen sind als Reihe gleichmäßiger Spitzen gemalt, ohne Risse und ohne Einzelheiten,
in grauen und bräunlichen Tönen mit weichen Übergängen. Am linken Rand öffnet sich zwischen
ihnen ein schmales Band grünlich blauen Meeres – der einzige Hinweis darauf, wo wir sind.
Der Himmel ist blassblaugrau und leer; oben rechts zieht eine einzige kleine rosa Wolke
vorbei. In der unteren rechten Ecke steht die Signatur.
Zwischen 1895 und 1897
Das Museum datiert die Arbeit nicht auf ein einzelnes Jahr, sondern gibt eine Spanne an,
1895/1897. Es ist Rousseaus reife Zeit, in der er berufsmäßig malte und auch Porträtaufträge
annahm. Der Bildträger wird im Eintrag des Museums als Leinen und nicht als gewöhnliche
Leinwand geführt; der Unterschied liegt in der Faser, und wir behalten ihn genau so bei, wie
das Museum ihn festgehalten hat. Ein vergleichbar angelegtes Porträt im Freien ist Vergangenheit und Gegenwart,
unter den Figurenszenen steht Die Fußballspieler.
Museum und Eintrag
Das Original bewahrt die National Gallery of Art in Washington unter der Inventarnummer
1963.10.63 auf, in der Gruppe, die ihr Eintrag Chester Dale Collection nennt. Das Museum
gibt die Maße mit 55,4 x 45,7 cm und die Technik mit Öl auf Leinen an. Die Galerie hat ihre
eigene Aufnahme des Werkes unter CC0 veröffentlicht, das heißt frei von jeder
Nutzungsbeschränkung. Ein weiteres Pariser Motiv unserer Reihe ist Jardin du Luxembourg.
Wie wir diese Leinwand anfertigen
Wir fertigen das Gemälde als handgemalte Reproduktion in Öl auf Leinwand an, auf
Bestellung und in der Größe Ihrer Wahl. Das Original ist auf Leinen gemalt; unsere
Reproduktion entsteht in Öl auf Künstlerleinwand, also im gleichen Farbauftrag, aber nicht
zwingend auf derselben Faser des Trägers. Da in Handarbeit gearbeitet wird, weicht jedes
Exemplar leicht vom vorigen ab. Die Leinwand wird auf einen Holzrahmen gespannt und
aufhängefertig geliefert. Das gesamte Werk dieses Malers finden Sie in der Galerie Henri Rousseau.









































