Beschreibung
| Jahr der Erstellung: | 1899 |
| Originalgröße: | 46,8 cm x 85,2 cm |
| Malstil: | Naive Kunst (Primitivismus), Zeit des Postimpressionismus |
| Originaltechnik: | Öl auf Leinwand |
| Standort: | Barnes Foundation, Philadelphia |
Vergangenheit und Gegenwart, 1899
Ein Doppelporträt hinter einem Blätterschirm
Die Leinwand ist schmal und hoch. In der Mitte stehen ein Mann und eine Frau, beide in
Schwarz, beide dem Betrachter frontal zugewandt. Er hat dunkles Haar und einen dichten
schwarzen Schnurrbart, trägt einen schwarzen Rock, ein weißes Hemd mit Stehkragen und eine
dunkle Krawatte; in weißen Handschuhen hält er ein kleines bläuliches Sträußchen. Sie trägt
das Haar glatt zurückgenommen, weiße gekräuselte Spitze am Hals, ein enges dunkles
Oberteil und einen weiten schwarzen Rock, der die ganze untere rechte Hälfte ausfüllt.
Beide Gestalten sind bis etwa zur Hüfte zu sehen; darunter deckt ein Schirm aus Laub sie
zu, sodass die Körper nicht auf dem Boden stehen, sondern im Grün verschwinden.
Zwei Köpfe am Himmel
Oben schweben zwischen weißen Wolken zwei Köpfe ohne Körper. Der linke gehört einem Mann
mit Schnurrbart und dunklem Haar und liegt an einer kleinen Wolke; der rechte ist heller
und jünger und steckt in einer größeren weißen Wolkenmasse. Sie sind nicht als Erscheinung
oder als Rauch gemalt – ihre Umrisse sind so fest wie die der Gesichter darunter, nur
fehlen Hals und Schultern. Die Barnes Foundation deutet sie in ihrem eigenen Eintrag als
Hommage an die verstorbenen Ehepartner der beiden Stehenden. Diese Deutung entscheiden wir
nicht; wir weisen auf das hin, was tatsächlich auf der Leinwand steht: zwei Gesichter, am
Himmel genauso scharf gehalten wie das Paar darunter.
Der blühende junge Baum davor
Vor dem Paar wächst ein schlanker junger Baum mit hellem Stamm empor, seine Äste sind
ausgebreitet und mit rosaweißen Blüten und kleinen grünen Blättern besetzt. Diese Äste
greifen über die ganze Breite der Leinwand und decken das Schwarz der Kleidung zu. Dadurch
liest sich das Paar nicht als zwei Gestalten auf einer Wiese, sondern als zwei Gesichter,
die durch Pflanzen hindurchblicken. Dasselbe Mittel – eine Figur, die vom Laub teilweise
verdeckt wird, damit das Gesicht nach vorn tritt – findet sich auch in Eva im Garten Eden.
Kastanie, Gras und kleine Blüten
Am linken Rand wächst ein schmaler Baum mit gefingerten Blättern, dessen Stamm fast über
die gesamte Höhe läuft und der Komposition eine senkrechte Stütze gibt. Hinter den beiden
Gestalten liegt ein Band aus dunklem, fast schwarzem Grün, darüber öffnet sich ein blass
blaugrüner Himmel mit weißen Wolken. Das untere Drittel ist eine Grasfläche, mit kleinen
weißen und blass violetten Blüten in kleinen Büscheln besät. In der unteren rechten Ecke
steht die Signatur.
1899 und die „Porträt-Landschaft“
Das Gemälde entstand 1899. Rousseau war zu diesem Zeitpunkt seit sechs Jahren aus dem
Pariser Zolldienst ausgeschieden und malte berufsmäßig. Für Arbeiten dieser Art – ein
Porträt im Freien, zwischen Pflanzen statt vor einem Atelierhintergrund – prägte er selbst
den Ausdruck „Porträt-Landschaft“, was auch der Eintrag des Museums festhält. Diese Idee
erklärt, warum die Pflanzen hier kein Schmuck sind: sie wiegen so schwer wie die beiden
Gesichter. Eine vergleichbar gestellte Einzelfigur ist Kind mit Puppe (Das Baby feiern), unter den Gruppenszenen
steht Die Hochzeitsgesellschaft.
Museum und Eintrag
Das Original bewahrt die Barnes Foundation in Philadelphia unter der Inventarnummer
BF582 auf, unter dem vollen Titel The Past and the Present, or Philosophical
Thought, französisch Le passé et le présent, ou Pensée philosophique. Das
Museum führt es als Öl auf Leinwand mit den Maßen 85,2 x 46,8 cm und gibt als Jahr 1899 an.
Die Sammlung Barnes bewahrt mehrere Leinwände Rousseaus, sodass dieses Werk dort in
Gesellschaft weiterer zu sehen ist. Ein weiteres Pariser Motiv unserer Reihe ist Jardin du Luxembourg.
Wie wir diese schmale Leinwand anfertigen
Wir fertigen das Gemälde als handgemalte Reproduktion in Öl auf Leinwand an, auf
Bestellung und in der Größe Ihrer Wahl. Bei einem so schmalen und hohen Format wiegt das
Seitenverhältnis schwerer als bei quadratischeren Motiven; die angebotenen Maße folgen
deshalb dem Verhältnis des Originals und stauchen das Paar in der Mitte nicht. Da in
Handarbeit gearbeitet wird, weicht jedes Exemplar leicht vom vorigen ab. Die Leinwand wird
auf einen Holzrahmen gespannt und aufhängefertig geliefert. Das gesamte Werk finden Sie in der Galerie Henri Rousseau.









































