Beschreibung
| Jahr der Erstellung: | 1905 |
| Originalgröße: | 301 cm x 200 cm |
| Malstil: | Naive Kunst (Primitivismus), Zeit des Postimpressionismus |
| Originaltechnik: | Öl auf Leinwand |
| Gefunden: | Beyeler-Stiftung, Basel, Schweiz |
Der hungrige Löwe stürzt sich auf die Antilope, 1905
Der hungrige Löwe stürzt sich auf die Antilope war bis zum Traum die größte Leinwand, die Rousseau je gemalt hat, und das Werk, mit dem er erstmals in die Mitte der Pariser Kunstdebatte geriet. Es misst 301 x 200 cm und gehört der Fondation Beyeler in Basel.
Das Gemälde, das dem Fauvismus den Namen gab
Die Leinwand hing 1905 im Salon d’Automne, im selben Saal wie Werke von Matisse, Derain und Vlaminck. Der Kritiker Louis Vauxcelles beschrieb den Raum als Käfig wilder Bestien, cage aux fauves, und aus dieser Bemerkung entstand der Name Fauvismus. Die Ironie ist vollständig: eine ganze Bewegung trägt den Namen eines Saales, in dem die einzige buchstäbliche Bestie diejenige auf Rousseaus Bildwerk war, und er selbst war kein Fauve und wollte auch keiner sein. Den Titel, den er ihm gab, war eine lange Beschreibung der Szene und keine kurze Bezeichnung. Eine frühere, verhaltenere Begegnung mit einem Raubtier ist Tiger im tropischen Sturm. Rousseau war zur Zeit dieses Salons einundsechzig Jahre alt und stellte seit fast zwanzig Jahren aus, meist ohne Widerhall. Erst diese Leinwand war groß genug, um nicht übersehen werden zu können: in einem Saal voller junger Maler mit starker Farbe hängte der pensionierte Zollbeamte eine zwei Meter hohe Jagdszene auf und stand damit im Mittelpunkt einer Aufmerksamkeit, die er nicht gesucht hatte.
Wie die Szene gebaut ist
Der Löwe hat eine noch stehende Antilope gepackt; um beide herum ist das Unterholz kulissenhaft in mehreren Schichten gemalt, und im Geäst warten Vögel und kleinere Tiere, die erst ein genauerer Blick findet. Rousseau baute die Szene nicht auf dramatischer Bewegung auf, sondern auf Stillstand: beide Tiere sind nahezu regungslos, und die Spannung trägt das Licht dahinter, eine rote Sonne tief am Horizont. Dieselbe Anordnung, ohne Raubtiere, zeigt Der Traum.
Das handgemalte Gemälde
Ein Maler führt dieses Motiv von Hand aus, in Öl auf Leinwand auf Bestellung. Der Maler arbeitet nach dem Original; da die Vorlage außergewöhnlich breit ist, werden die Seitenverhältnisse auch bei kleineren Formaten gehalten, damit die Komposition ganz bleibt. Die Leinwand kommt auf einen Holzkeilrahmen aufgezogen und aufhängefertig. Das gesamte Werk finden Sie in der Galerie Henri Rousseau, eine verwandte Dschungelszene mit Affen in Die fröhlichen Spaßmacher. Denselben Löwen bei seiner Beute, in einem ruhigeren Augenblick, zeigt Das Mahl des Löwen.
- Motiv: Löwe und Antilope im Unterholz, mit roter Sonne am Horizont
- Technik: Öl auf Leinwand, handgemalt auf Bestellung
- Größen: von 90 x 60 cm bis 301 x 200 cm
- Wissenswertes: gezeigt in dem Saal, der dem Fauvismus den Namen gab, obwohl Rousseau kein Fauve war









































