Beschreibung
Stillleben mit Kohl
Stillleben mit Kohl von Edvard Munch ist ein Gemälde in Öl auf Holztafel aus den Jahren 1926–1930, das unter der Inventarnummer MM.M.00231 im Munch-Museum (Munchmuseet) in Oslo verwahrt wird. Das Original misst 55 x 45,5 cm und liegt quer. Auf einem mit hellem Tuch gedeckten Tisch liegt geerntetes Gemüse.
Die Mitte nimmt ein großer runder Kohlkopf ein. Er ist in blassem Grün und Weißlich gemalt, mit bläulichen Adern, die sich in breiten kreisenden Strichen um die Mitte drehen. Er ist der größte und hellste Gegenstand des Werks, und alles andere ordnet sich um ihn.
Links vom Kohl liegen rotbraune Zwiebeln oder Wurzelgemüse, zwei größere vorn und eines dahinter, mit dunklen Stielen, die nach oben stehen. Ihr warmes Braun ist der einzige wirklich warme Ton in der oberen Hälfte der Szene.
Über den unteren linken Teil ergießen sich in weitem Bogen lange dunkelgrüne und blaugrüne Blätter, die sich als Lauch- oder Mangoldgrün lesen. Sie sind mit kräftigen schrägen Strichen gemalt, die von der unteren linken Ecke zur Mitte laufen, und gerade sie geben der sonst stillen Szene Bewegung.
Vor dem Kohl liegt waagerecht ein gelber Kürbis, und rechts davon hält eine flache Schale kleine dunkelviolette Früchte. Am rechten Rand steht eine blau-weiße Tasse oder kleine Schüssel, der einzige durchgearbeitete Gegenstand zwischen lauter Gemüse.
Hinter dem Tisch erhebt sich eine Wand oder ein Wandschirm in senkrechten Streifen aus Ocker und Dunkelgrün. Die Streifen laufen gerade nach oben und wirken wie ein Vorhang; da sie kühl und dunkel sind, schieben sie den hellen Kohl nach vorn. Am unteren Rand schließt ein dunkelbraunes Band die Szene ab.
Die Farbe bewegt sich zwischen Grün und Ocker, dazwischen sind rotbraune und violette Akzente gesetzt. Es gibt kein starkes Seitenlicht; die Gegenstände sind gleichmäßig beleuchtet, sodass die Farbe selbst die ganze Wirkung trägt und nicht der Schatten.
Die Handschrift ist breit, nass und sichtbar. Munch lässt die Farbe dort, wohin er sie gesetzt hat, ohne zu glätten oder zu korrigieren, und stellenweise ist sie so dünn, dass das Holz des Malgrunds durchscheint. Gerade das lässt die Szene frisch und im besten Sinne unvollendet wirken.
Das Museum führt das Werk als unsigniert und datiert es zwischen 1926 und 1930. Es entstand in Ekely, dem Anwesen vor Oslo, wo Munch seine letzten Jahrzehnte lebte und wo er das Gemüse selbst zog, das wir hier sehen. Das ist keine Szene aus einem Laden, sondern aus dem eigenen Garten.
Der Aufbau ist einfach: ein waagerechter Tisch und darauf eine Diagonale aus Blättern, die auf die runde Form des Kohls zuläuft. Das Auge hält beim Kohl, weil er der hellste ist, gleitet dann die Blätter hinab zur linken Ecke und kehrt über die rotbraunen Zwiebeln zurück.
Unseres wird handgemalt in Öl auf Leinwand ausgeführt, Strich für Strich, auf Bestellung und niemals gedruckt. Klar gesagt: das Original ist auf einer Holztafel, unsere Reproduktion dagegen auf Leinwand gemalt, dem üblichen Träger für eine handgemalte Arbeit dieser Art. Da jede für ihre eigene Bestellung entsteht, gleicht keine der anderen bis ins Detail. Die schwierigste Passage ist der Kohl, der hell und rund bleiben muss, ohne ein weißer Fleck zu werden.
Das Format liegt quer und die Szene ist häuslich und still, daher passt das Gemälde am besten in eine Küche, ein Esszimmer oder jeden Raum, in dem gekocht und gegessen wird. Eine ruhige, helle Wand oder Holz dient ihm am besten.
Neun Größen stehen zur Wahl, von 45 x 38 cm bis 223 x 179 cm, dazu ein Wunschmaß, mit oder ohne Rahmen. Mehr vom Künstler gibt es in der Edvard-Munch-Galerie, und über sein Leben und seine Malerei schreiben wir im Edvard-Munch-Blog.
| Entstehungsjahr: | 1926–1930 |
| Originalgröße: | 55 cm x 45,5 cm |
| Stil: | Expressionismus |
| Originaltechnik: | Öl auf Holztafel |
| Standort: | Munch-Museum (Munchmuseet), Oslo |









































