Beschreibung
Selbstbildnis auf der Glasveranda
Selbstbildnis auf der Glasveranda von Edvard Munch ist ein Gemälde in Öl und Kreide auf Holztafel aus den Jahren 1930–1933, das unter der Inventarnummer MM.M.00245 im Munch-Museum (Munchmuseet) in Oslo verwahrt wird. Das Original misst 55,5 x 45,5 cm und liegt quer. Der Maler zeigt sich auf seiner eigenen verglasten Veranda in Ekely.
Der Kopf nimmt die Mitte ein und ist groß für das Format. Wir sehen ihn von vorn, ganz leicht nach rechts gewandt und knapp über dem Scheitel angeschnitten. Die Stirn ist hoch, das Haar dünn, die Brauen schwer, der Mund geschlossen und nach unten gezogen. Der Blick kommt nicht auf uns zu, sondern geht seitlich vorbei, und gerade das lässt das Gesicht gesammelt und in sich verschlossen wirken.
Das Gesicht ist aus Gegensätzen von Warm und Kühl gebaut: ockerfarbene und orange Flächen auf Stirn und Nase, grüne und olivfarbene Schatten unter den Augen und am Kiefer. Munch glättet die Übergänge nicht, sondern lässt die beiden Farben an einer Kante zusammenstoßen, was das Gesicht in Bewegung hält, auch wo die Haut ruhig ist.
Schultern und Jacke sind in raschen parallelen Zügen aus Grün, Violett und Dunkelblau gegeben. Unter dem Hals erscheinen ein weißer Kragen und eine blassgrüne Krawatte, die einzige helle Senkrechte in der unteren Hälfte. Die Striche sind hier so offen, dass der Grund dazwischen durchscheint.
Hinter ihm öffnet sich die Veranda. Aufrechte dunkle Fensterrahmen und schräge Sprossen zerschneiden den Hintergrund in Felder, durch die der Garten sichtbar wird. Links steht ein kahler Baum in weißen und grauen Zügen, rechts laufen violette und blaue Striche über das Glas, die sich als Geäst oder als Spiegelung lesen.
Der Raum ist daher doppelt: Innenraum und Garten zugleich, getrennt nur durch ein dünnes Gitter aus Sprossen. Munch malte in diesen Jahren viel von dieser Veranda in Ekely aus, und das Motiv einer Glaswand zwischen ihm und der Welt kehrt in seinem Spätwerk immer wieder.
Die Farbe ruht auf Grün. Grün ist im Hintergrund, in der Jacke, im Schatten des Gesichts und sogar in der Krawatte, sodass die ockerfarbenen und orangen Partien des Gesichts als einzige wirklich warme Fläche aufbrennen. Die violetten Tupfen im Fenster sind das Gegengewicht, das die obere Hälfte lebendig hält.
Die Handschrift ist offen und rasch. Neben Öl verwendete Munch Kreide, deren trockene Linien im Haar, neben den Augen und über den Schultern sichtbar sind; stellenweise ist die Farbe so dünn, dass die Holztafel durchscheint. Das Werk ist Zeichnung und Malerei zugleich.
Das Museum führt es als unsigniert und datiert es zwischen 1930 und 1933; unter den Dargestellten nennt es Edvard Munch selbst. Der Maler war damals in seinen Siebzigern, und dies ist eines aus einer langen Reihe von Selbstbildnissen, die er sein Leben lang schuf.
Der Aufbau ist einfach und fest: ein großer Kopf inmitten eines Gitters aus Senkrechten und Schrägen. Diese Linien lassen den Kopf noch ruhiger erscheinen, da er die einzige runde Form unter lauter geraden ist. Das Auge geht direkt zum Gesicht und bleibt dort.
Unseres wird handgemalt in Öl auf Leinwand ausgeführt, Strich für Strich, auf Bestellung und niemals gedruckt. Klar gesagt: das Original ist Öl und Kreide auf einer Holztafel, unsere Reproduktion dagegen in Öl auf Leinwand gemalt, dem üblichen Träger für eine handgemalte Arbeit dieser Art. Die schwierigste Passage ist das Gesicht, das inmitten des vielen Grüns warm bleiben muss.
Das Format liegt quer und der Blick ist direkt und ernst, daher passt das Gemälde in ein Arbeitszimmer, eine Bibliothek oder als starker Akzent ins Wohnzimmer. Eine ruhige, helle Wand dient ihm am besten.
Zehn Größen stehen zur Wahl, von 45 x 38 cm bis 223 x 179 cm, dazu ein Wunschmaß, mit oder ohne Rahmen. Mehr vom Künstler gibt es in der Edvard-Munch-Galerie, und über sein Leben und seine Malerei schreiben wir im Edvard-Munch-Blog.
| Entstehungsjahr: | 1930–1933 |
| Originalgröße: | 55,5 cm x 45,5 cm |
| Stil: | Expressionismus |
| Originaltechnik: | Öl und Kreide auf Holztafel |
| Standort: | Munch-Museum (Munchmuseet), Oslo |









































