Beschreibung
Frau in der Türöffnung
Frau in der Türöffnung von Edvard Munch ist ein Gemälde in Öl auf Karton aus den Jahren 1906–1907, das unter der Inventarnummer MM.M.00630 im Munch-Museum (Munchmuseet) in Oslo verwahrt wird. Das Original misst 45,5 x 54,5 cm und steht hochkant. Eine einzelne Gestalt füllt die Mitte, gerahmt von der Öffnung, in der sie steht.
Die Frau ist von vorn und in ganzer Figur zu sehen. Sie trägt ein langes helles Kleid in Creme und Gelb, das gerade zu Boden fällt und die Füße fast ganz verdeckt; nur die Zehen erscheinen, in wenigen roten Strichen. Über der Taille wird die Malerei warm und nackt: der Oberkörper ist in Ocker und Rosa gearbeitet, die Brüste angedeutet statt modelliert, die Hände vor ihr zusammengelegt.
Ihr Kopf ist klein gegen die Schultern. Das Haar ist eine geschlossene rotbraune Kappe; die Augen sind zwei grünblaue Marken unter einer beschatteten Braue, der Mund eine kurze rote Linie. Das Gesicht ist kein Abbild einer bestimmten Person – in sechs oder sieben Strichen hingesetzt und dann gelassen, und genau das bewahrt sie davor, ein Bildnis zu werden.
Sie steht in einer Türöffnung. Zwei helle Pfosten und ein Sturz schließen sie ein, in Weiß und Graublau über den Grund gemalt, und hinter ihr füllt dasselbe kühle Licht die Öffnung. Dieser Rahmen im Rahmen ist es, den der Titel benennt, und er hält die Gestalt fest, während sich alles um sie herum bewegt.
Links weicht die Wand einer offenen Aussicht. Herbstbäume sind in flachem Orange, Rot und Gelb angelegt, dahinter läuft ein schiefergrauer Streifen, unten stehen blaugrüne Büsche. Ein rotbrauner Pfahl mit einem Querholz steigt wie ein Mast hindurch. Dort ist die Farbe am lautesten und die Zeichnung am freiesten.
Rechts schließt sich der Raum wieder. Eine tiefblaue Fläche deckt die obere Ecke in breiten geschwungenen Strichen, darunter liest sich eine dunkelrotbraune Form als Stuhl an der Wand. Die beiden Seiten sind Gegensätze: offen und warm links, geschlossen und kalt rechts, die Frau dazwischen.
Der Boden nimmt das ganze untere Drittel ein, ein breites orangerosa Feld in langen waagerechten Zügen, mit roten Strichen, die zur vorderen Kante laufen. Unten links liegt ein blassrosa Rechteck flach darauf und liest sich als Bett oder Teppich, steil von oben gesehen.
Der Malgrund ist Karton, und Munch nutzt ihn: die Farbe ist dünn, und über große Flächen scheint der Ton des Grundes geradewegs durch. Die Ränder rechts und unten sind unbemalt gelassen, genau dort, wo der Maler aufhörte. Das Museum führt das Werk als unsigniert; das Werkverzeichnis nennt es Woll M 740.
Diese Jahre fallen in die Mitte von Munchs langem Aufenthalt in Deutschland, und die Handschrift gehört in jene Zeit: schnell, offen, mehr am Setzen einer Farbe interessiert als am Vollenden einer Form. Das Werk lebt vom Kontrast, nicht von der Tiefe. Der Raum ist aus flachen Flächen nebeneinander gebaut, und das helle Kleid ist die hellste von ihnen, weshalb das Auge zuerst zu ihr geht und bleibt.
Unseres wird handgemalt in Öl auf Leinwand ausgeführt, Strich für Strich, auf Bestellung und niemals gedruckt. Klar gesagt: das Original ist auf Karton, unsere Reproduktion dagegen auf Leinwand gemalt, dem üblichen Träger für eine handgemalte Arbeit dieser Art. Da jede für ihre eigene Bestellung entsteht, gleicht keine der anderen bis ins Detail, und die kleinen Unterschiede sind das Zeichen einer Hand. Die schwierigste Passage ist das Kleid, das hell bleiben muss, ohne kreidig zu werden.
Das Format ist hochkant und die Stimmung still, daher passt das Gemälde in ein Schlafzimmer, einen Flur oder eine ruhige Ecke des Wohnzimmers. Eine schlichte, helle Wand dient ihm am besten, da der orangefarbene Boden und die blaue Ecke die Farbe bereits tragen.
Zehn Größen stehen zur Wahl, von 40 x 50 cm bis 135 x 160 cm, dazu ein Wunschmaß, mit oder ohne Rahmen. Mehr vom Künstler gibt es in der Edvard-Munch-Galerie, und über sein Leben und seine Malerei schreiben wir im Edvard-Munch-Blog.
| Entstehungsjahr: | 1906–1907 |
| Originalgröße: | 45,5 cm x 54,5 cm |
| Stil: | Expressionismus |
| Originaltechnik: | Öl auf Karton |
| Standort: | Munch-Museum (Munchmuseet), Oslo |









































