Beschreibung
Der Kuss
Der Kuss von Edvard Munch ist ein Gemälde in Öl auf Leinwand von 1897, das unter der Inventarnummer MM.M.00059 im Munch-Museum (Munchmuseet) in Oslo aufbewahrt wird. Das Original misst 81 x 99 cm. In einem verdunkelten Innenraum stehen ein Mann und eine Frau in einer Umarmung, und ihre beiden Gesichter sind zu einer einzigen Form verschmolzen.
Das Paar steht in der Mitte der Leinwand und nimmt beinahe deren ganze Höhe ein. Der Mann steht links in einem dunklen rotbraunen Mantel; die Frau steht rechts in einem dunkleren Kleid, ihr Arm greift hinauf zu seiner Schulter. Entlang dieses Arms und der Schulter läuft eine dünne orangerote Linie, die einzige warme Kontur an beiden Gestalten. Ihre Köpfe sind so aneinandergepresst, dass die Züge beider Gesichter verschwinden: es sind weder Augen noch Münder zu sehen, sondern nur eine gemeinsame Fläche.
Links steht ein hohes schmales Fenster mit einem zur Seite gezogenen blassen Vorhang. Durch es fällt blass gelbcremefarbenes und blaugraues Licht mit kleinen rosa und blauen Spuren; das ist die einzige Lichtquelle der Szene. Rechts vom Paar ist die Wand dunkel violettbraun, auf ihr sind kaum sichtbar rötliche kreisförmige Male zu erkennen. In der unteren linken Ecke liegt eine grünblaue Bodenfläche mit blassen geschwungenen Zügen. Die Leinwand ist bis an ihren Rand bemalt, sodass auch die Spannkante sichtbar bleibt.
Munch hat das Kussmotiv mehrfach behandelt, in der Malerei wie in den berühmten Holzschnitten, wo die beiden Körper noch stärker zu einer einzigen Silhouette verschmelzen. Unsere Reproduktion folgt der gemalten Fassung von 1897 mit 81 x 99 cm im Munch-Museum. Das Verschmelzen der beiden Gesichter ist keine Ungeschicklichkeit und keine unfertige Stelle, sondern das, was die Arbeit ausmacht; zeitgenössische Kritiker hielten es ihm vor, heute gilt es als ihr Kern.
Die Farbe ist dunkel und in dünnen, durchscheinenden Schichten aufgetragen, durch die stellenweise das Gewebe der Leinwand sichtbar wird. Die Übergänge zwischen Mantel, Kleid und Wand sind so weich, dass die Ränder verloren gehen, und das Paar hebt sich vom Grund vor allem dadurch ab, dass es noch dunkler ist als er. Die einzigen scharf gesetzten Elemente sind das Fenster und jene dünne rote Linie. Das Format ist hochformatig und nur wenig höher als breit.
Unsere Fassung ist ein handgemaltes Leinwandgemälde, Strich für Strich in Öl ausgeführt und niemals gedruckt. Da jede Leinwand eigens für die Bestellung entsteht, gleichen sich zwei nie bis ins Detail; die kleinen Unterschiede im Auftrag sind das Zeichen einer Hand und kein Mangel. In Museumsqualität ausgeführt gehört dieses Motiv zu den schwierigeren, denn es lebt von sehr engen Abständen zwischen dunklen Tönen.
Die Arbeit ist dunkel, intim und hochformatig und gehört deshalb in einen kleineren Raum, in dem der Betrachter nahe herankommt: ins Schlafzimmer, an eine schmale Wand neben einer Tür oder in eine ruhige Ecke des Wohnzimmers. Hängen Sie sie nicht gegenüber einem Fenster, denn das Glas spiegelt sich in der dunklen Oberfläche und die Szene verschwindet. Die Wand sollte warm und nicht grellweiß sein; ein tiefes Grau, Ziegelrot oder Dunkelgrün trägt die dunklen Töne, während die Arbeit vor Weiß als dunkler Fleck liest. Das Licht sollte warm und von der Seite gerichtet sein.
Zehn Größen stehen zur Wahl, dazu ein Wunschmaß, und jede Leinwand ist mit oder ohne Rahmen bestellbar. Weitere Werke des Malers finden Sie in der Galerie von Edvard Munch, über sein Leben und Schaffen schreiben wir im Blog über Edvard Munch.
| Jahr der Erstellung: |
1897 |
| Originalgröße: | 81 cm x 99 cm |
| Malstil: | Symbolik |
| Originaltechnik: | Öl auf Leinwand |
| Gefunden: | Munch-Museum, Oslo |









































