Die Szene ist ein fast leeres Zimmer mit hoher Decke und Dielenboden, in dem sich eine Familie versammelt hat. Bei uns entsteht es als handgemaltes Gemälde, Öl auf Leinwand.
Der Tod im Krankenzimmer
Der Tod im Krankenzimmer von Edvard Munch ist ein großes Werk von 1893 in Öl, Tempera und Wachskreide auf Leinwand, das unter der Inventarnummer NG.M.00940 im Nationalmuseum (Nasjonalmuseet) in Oslo verwahrt wird. Das Original misst 169,5 x 152,5 cm. Die Szene ist ein fast leeres Zimmer mit hoher Decke und Dielenboden, in dem sich eine Familie versammelt hat.
Die sterbende Schwester sitzt in einem hohen Korblehnstuhl, von hinten gesehen, sodass sie selbst beinahe verborgen bleibt; nur der Rand von Kopf und Schultern ist sichtbar. Die Angehörigen stehen um sie herum. Eine junge Frau in dunklem Kleid blickt uns direkt an, eine zweite ist abgewandt, eine gebeugte Gestalt kniet vorn, ein älterer Mann sitzt rechts mit gefalteten Händen, daneben steht eine weitere Frau, und ganz links wendet sich ein Mann an der Wand ab. Der Boden steigt steil nach hinten an, sodass der Raum eher wie eine Bühne wirkt als wie ein wirklicher Ort. Die Wände sind leer, ohne Fenster und ohne Rahmen an der Wand; das einzige Möbel sind der Stuhl und ein Bett am rechten Rand. Der Raum ist damit vollkommen geschlossen: weder Fenster noch Tür führen hinaus, und dem Blick bleibt kein Ausweg.
Die Szene kehrt zum Tod der Schwester des Malers, Johanne Sophie, zurück, die 1877 an Tuberkulose starb. Munch malte seine Geschwister jedoch nicht als die Kinder, die sie damals waren, sondern als die Erwachsenen, die sie bei der Entstehung des Werks waren. Erinnerung und Gegenwart stehen im selben Zimmer. Das Stärkste hier ist das Abwesende: keiner der Anwesenden sieht einen anderen an. Jeder ist allein mit einem Gedanken, und kein Blick trifft einen anderen. Munch verdeckt die Sterbende beinahe und zeigt die Trauer nicht im Tod, sondern in den Gesichtern der Lebenden; gerade dadurch wird die Szene schwerer als jede offene Darstellung.
Das Museum gibt die Technik als Öl, Tempera und Wachskreide auf Leinwand an; das Werk ist also nicht allein in Öl ausgeführt. Munch trug die Farbe dünn und trocken auf, stellenweise so dünn, dass die Leinwand durchscheint, und zog anderswo mit Wachskreide eine harte Linie über bereits gesetzte Farbe. Die Palette ist auf Grün, Braun, Schwarz und wenige rote Akzente verengt; gerade diese Zurückhaltung gibt der Szene ihre Stille. Die gezeichneten Linien bleiben über der Farbe sichtbar und schneiden die Gestalten eher aus dem Raum heraus, als dass sie sie hineinsetzten.
Unseres wird handgemalt in Öl auf Leinwand ausgeführt, Pinselstrich für Pinselstrich, auf Bestellung und niemals als Druck. Da jede Leinwand einzeln entsteht, unterscheiden sich Töne und Striche von einer zur nächsten leicht; diese kleinen Unterschiede sind das Zeichen einer Hand. Die Originaltechnik steht in der Tabelle unten. Die schwierigste Passage sind die Gesichter, die zurückgehalten bleiben müssen und keine Porträts werden dürfen. Als handgemaltes Leinwandgemälde dieses Gewichts verlangt das Motiv vor allem Ruhe in den dunklen Partien.
Das Format ist beinahe quadratisch und das Werk groß, daher braucht es eine breite ruhige Wand und etwas Abstand: ein Wohnzimmer, einen Galerieflur oder einen Raum mit hoher Decke. Eine helle, neutrale Wand dient ihm am besten, da das Werk selbst dunkel und still ist; eine starke Farbe daneben nähme ihm den Ernst. Hängen Sie es auf Augenhöhe in weiches, gleichmäßiges Licht. Als Gemälde auf Leinwand duldet es keine lauten Nachbarn; am besten steht es allein.
Zehn Größen stehen zur Wahl, dazu ein Wunschmaß, und jede Leinwand kann mit oder ohne Rahmen bestellt werden. Den Rahmen wählen Sie in unserer 3D-Anwendung, in der sich Leisten und Farben an diesem Motiv ausprobieren lassen; eine schlichte dunkle Leiste wirkt hier besser als eine verzierte. Mehr vom Künstler gibt es in der Edvard-Munch-Galerie, und über sein Leben und seine Malerei schreiben wir im Edvard-Munch-Blog.
| Entstehungsjahr: | 1893 |
| Originalgröße: | 169,5 cm x 152,5 cm |
| Stil: | Expressionismus |
| Originaltechnik: | Öl, Tempera und Wachskreide auf Leinwand |
| Standort: | Nationalmuseum (Nasjonalmuseet), Oslo |









































