Die Szene blickt von oben auf eine mediterrane Stadt bei Nacht: blasse, flach gefasste Häuser steigen den Hang hinab, und darüber dehnt sich ein breiter Himmel. Bei uns entsteht es als handgemaltes Gemälde, Öl auf Leinwand.
Nacht in Nizza
Nacht in Nizza von Edvard Munch ist ein Gemälde in Öl auf Leinwand aus dem Jahr 1891, das unter der Inventarnummer NG.M.00394 im Nationalmuseum (Nasjonalmuseet) in Oslo verwahrt wird. Das Original misst 54 x 48 cm und steht hochkant. Die Szene blickt von oben auf eine mediterrane Stadt bei Nacht: blasse, flach gefasste Häuser steigen den Hang hinab, und darüber dehnt sich ein breiter Himmel.
Die Häuser sind als flache helle Flächen mit dunklen Dächern gegeben, ohne Zierat und ohne gezeichnete Architektur; die Fenster sind nicht mehr als dunkle Flecken. Dazwischen wachsen dunkle Zypressen und Sträucher und liefern die einzigen Senkrechten der unteren Hälfte. Quer durch die Mitte liegt ein dunkler Hügelkamm, der die Stadt vom Himmel trennt. Der Himmel nimmt das ganze obere Drittel ein und ist in sichtbaren Strichen gearbeitet, die waagerecht laufen und nie verschmelzen. Vorn rechts fällt der Boden in einen dunklen Hang ab, der die Szene abschließt und den Betrachter über die Stadt stellt und nicht in sie hinein. Es gibt keine einzige Gestalt. Die Szene ist aus drei Bändern gebaut – Dächer, Kamm und Himmel -, die ohne Perspektive übereinandergesetzt sind; die Tiefe trägt allein der Unterschied in der Dunkelheit.
Munch verbrachte den Winter 1891 an der französischen Riviera, wohin er seiner Gesundheit wegen gereist war und wo eine Reihe kleiner Ansichten von Nizza und Umgebung entstand. Szenen dieser Art sind in seinem Werk selten: statt der beklommenen nordischen Motive steht hier eine ruhige, beinahe geordnete Beobachtung einer Stadt. Eine Ansichtskarte ist es gleichwohl nicht. Die Formen sind auf große Flächen zurückgeführt, und die Handschrift ist trocken und sparsam, sodass das Gewebe der Leinwand stellenweise durch die Farbe scheint. Munch war damals siebenundzwanzig und zum ersten Mal im Süden; diese Ansicht ist die Aufzeichnung eines Menschen, der eine fremde Stadt ansieht, ohne sie schönen zu wollen.
Das Nachtlicht ist nicht mit starken Kontrasten gemalt, sondern in gedämpften, zurückgenommenen Tönen, die die ganze Szene in Stille schieben. Die Palette ist schmal: bläuliches Grau, Oliv, blasses Sandgelb und wenige wärmere Flecken auf den Mauern. Schwarz gibt es nirgends; die dunkelsten Stellen sind tiefblau. Darum wirkt die Stadt nicht schlafend, sondern nur schweigend, als wäre sie kurz vor der Morgendämmerung gesehen. Die Striche sind kurz und nebeneinandergesetzt statt verrieben, wodurch der Himmel leicht zu zittern scheint, obwohl er in Wahrheit ganz still ist.
Unseres wird handgemalt in Öl auf Leinwand ausgeführt, Pinselstrich für Pinselstrich, auf Bestellung und niemals als Druck. Da jede Leinwand einzeln entsteht, unterscheiden sich Töne und Striche von einer zur nächsten leicht; diese kleinen Unterschiede sind das Zeichen einer Hand. Die schwierigste Passage ist der Himmel, der aus einzelnen Strichen zusammengesetzt bleiben muss und keine glatte Fläche werden darf. Als Ölgemälde Reproduktion verlangt dieses Motiv vor allem Gefühl für den Unterschied benachbarter gedämpfter Töne.
Das Format ist hochkant und die Szene still und kühl, daher passt das Gemälde in ein Schlafzimmer, eine Arbeitsecke oder einen Flur, wo es nicht mit anderen Farben wetteifert. Eine helle, neutrale Wand dient ihm am besten; vor einer stark farbigen Wand verlieren die gedämpften Töne ihren Unterschied zueinander. Hängen Sie es auf Augenhöhe in weiches Licht. Als Gemäldereproduktion gehört es dorthin, wo man es aus der Nähe sieht, denn erst aus der Nähe zeigt der scheinbar einheitliche Himmel, wie viele Töne er trägt. Da das Format hochkant und nicht groß ist, passt es auch in eine schmale Nische oder zwischen zwei Bücherregale.
Zehn Größen stehen zur Wahl, dazu ein Wunschmaß, und jede Leinwand kann mit oder ohne Rahmen bestellt werden. Den Rahmen wählen Sie in unserer 3D-Anwendung, in der sich Leisten und Farben an diesem Motiv ausprobieren lassen; eine neutrale graue oder helle Holzleiste wirkt hier besser als eine vergoldete. Mehr vom Künstler gibt es in der Edvard-Munch-Galerie, und über sein Leben und seine Malerei schreiben wir im Edvard-Munch-Blog.
| Entstehungsjahr: | 1891 |
| Originalgröße: | 54 cm x 48 cm |
| Stil: | Impressionismus |
| Originaltechnik: | Öl auf Leinwand |
| Standort: | Nationalmuseum (Nasjonalmuseet), Oslo |









































