Beschreibung
Asche
Asche von Edvard Munch ist ein Gemälde von 1895, das unter der Inventarnummer NG.M.00809 im Nationalmuseum (Nasjonalmuseet) in Oslo aufbewahrt wird. Das Original ist in Öl auf Leinwand ausgeführt und misst 141 x 120.5 cm. Am Waldrand steht eine Frau mit den Händen hinter dem Kopf, und zu ihren Füßen kauert ein Mann, so tief gebeugt, dass er zu einer dunklen Masse wird.
Die Frau steht rechts der Mitte und ist dem Betrachter frontal zugewandt. Ihr Haar ist lang, offen und kastanienrot und fällt über beide Schultern. Beide Arme sind erhoben, die Hände hinter dem Kopf, die Ellbogen weit gespreizt. Sie trägt ein langes weißes Untergewand, das vorn offen hängt und ein rotes Mieder darunter freigibt; dieses rote Band ist die stärkste Farbe der Leinwand. Ihr Gesicht ist blass und starr, die Augen weit geöffnet.
In der unteren linken Ecke kauert der Mann, so tief gebeugt, dass nur ein schmaler Streifen blassen Gesichts und sein dunkles Haar sichtbar bleiben; alles andere ist eine einzige schwarze Fläche. Er ist vollständig abgewandt. Zwischen und unter beiden liegt ein Vordergrund aus blass graubweißen und rosafarbenen Steinen. Dahinter erhebt sich ein dichter Wald senkrechter Stämme in dunklen Braun- und Grautönen vor einem beinahe schwarzbraunen Grund, links zieht ein Band stumpfen Grüns. In der unteren rechten Ecke sitzt ein ockerfarbener Fleck, und am linken Rand läuft ein gemalter Streifen wie eine Einfassung.
Die Arbeit gehört zum Lebensfries und zählt zu dessen unmittelbarsten Szenen. Die Lesart, dies sei der Augenblick nach einer Liebesbegegnung, kehrt in der Literatur wieder und folgt aus der Haltung der beiden Gestalten: die eine offen und uns zugewandt, die andere geschlossen und nach innen gekehrt. Das ist eine etablierte Deutung und keine museale Angabe; unstrittig ist die Anordnung, denn die Gestalten berühren sich nicht und sehen einander nicht an.
Die Farbe ist in breiten, weichen Flächen angelegt, der Wald in langen senkrechten Zügen, die Munch nicht überdeckte. Das weiße Kleid ist die einzige Stelle mit dichterem Auftrag und tritt deshalb auch körperlich hervor. Konturen gibt es kaum; die Gestalten lösen sich allein durch den Ton vom Grund. An den Rändern ist die Farbe dünn und das Gewebe scheint durch.
Jede Bestellung ist ein handgemaltes Leinwandgemälde, das ein Maler Strich für Strich in Öl ausführt und niemals druckt. Da jede Leinwand einzeln entsteht, gleichen sich zwei nie bis ins Detail; die kleinen Unterschiede im Auftrag sind das Zeichen einer Hand und kein Mangel. Unter berühmte Gemälde ist dieses Motiv anspruchsvoll wegen des dunklen Waldes, der tief bleiben und nicht flach schwarz werden darf.
Das Format ist beinahe quadratisch und der Aufbau in der unteren Hälfte schwer, weshalb die Arbeit eine Wand braucht, über der sie etwas Luft hat. Sie wirkt gut im Arbeitszimmer, in einer Bibliothek oder in einem längeren Flur; für ein Schlafzimmer ist die Szene zu dunkel. Weil der Grund beinahe schwarz ist, verlangt sie eine helle Wand – Weiß, Haferton oder Hellgrau -, die die dunkle Masse öffnet; vor einer dunklen Wand geht der Wald verloren. Das Licht sollte warm und gerichtet sein, damit das weiße Kleid und das rote Mieder aufleuchten.
Zehn Größen stehen zur Wahl, dazu ein Wunschmaß, und jede Leinwand ist mit oder ohne Rahmen bestellbar. Weitere Werke des Malers finden Sie in der Galerie von Edvard Munch, über sein Leben und Schaffen schreiben wir im Blog über Edvard Munch.
| Jahr der Erstellung: | 1895 |
| Originalgröße: | 141 cm x 120,5 cm |
| Malstil: | Expressionismus |
| Originaltechnik: | Öl auf Leinwand |
| Gefunden: | Nationalmuseum (Nasjonalmuseet), Oslo |









































