Die Szene ist ein Krankenzimmer: ein krankes Mädchen sitzt in einem Sessel am Fenster, durch das starkes Frühlingslicht in den Raum strömt. Bei uns entsteht es als handgemaltes Gemälde, Öl auf Leinwand.
Frühling
Frühling von Edvard Munch ist ein großes Gemälde in Öl auf Leinwand aus dem Jahr 1889, das unter der Inventarnummer NG.M.00498 im Nationalmuseum (Nasjonalmuseet) in Oslo verwahrt wird. Das Original misst 264 x 169,5 cm und liegt quer. Die Szene ist ein Krankenzimmer: ein krankes Mädchen sitzt in einem Sessel am Fenster, durch das starkes Frühlingslicht in den Raum strömt.
Das Mädchen sitzt etwas links der Mitte, in eine dunkle Decke gehüllt, ein weißes Kissen im Rücken und eine weiße Haube im Haar, die Hände im Schoß gefaltet. Neben ihr sitzt eine ältere Frau in dunklem Kleid mit einer Tasse in der Hand, ihr zugewandt. Weiter hinten links steht eine weitere dunkle Frauengestalt neben einem hohen Holzschrank. Auf dem Tisch am linken Rand stehen eine Flasche, ein Glas und eine Tasse. Das rechte Drittel nimmt ein hohes Fenster ein: der weiße Vorhang hebt sich im Zug, auf der Bank stehen Topfpflanzen mit grünen Blättern und kleinen Blüten, und durch die Scheiben flutet das Licht als hellste Stelle der ganzen Leinwand. Wände, Boden und Möbel sind in warmen Braun-, Oliv- und Cremetönen gehalten.
Die Leinwand ist signiert und datiert: E.Munch 1889. Die Dargestellte ist die Schwester des Malers, Johanne Sophie, die 1877 an Tuberkulose starb und die wir aus Das kranke Kind kennen. Es sind jedoch sehr verschiedene Werke: wo Das kranke Kind in seiner Farbschicht zerkratzt und beinahe zerstört ist, ist Frühling groß, sorgfältig durchgeführt und bis in den letzten Winkel vollendet – die Art von Werk, die Kristiania damals von einem jungen Maler erwartete. Damit zeigte Munch, dass er die naturalistische Malerei beherrschte; erst danach erlaubte er sich, sie hinter sich zu lassen. Der Titel trägt den Gegensatz: der Frühling ist draußen, jenseits des Fensters, und erreicht das Mädchen nur als Licht – das Mädchen, das ihn nicht mehr erleben wird.
Die Farbe ist dicht und gleichmäßig aufgetragen, ohne sichtbare Korrekturen. Munch baut den Raum mit Licht und nicht mit Linie: das Fenster ist eine weiße Fläche, die sich zur Mitte hin steigert, und der Innenraum ist aus warmen dunklen Bändern gebaut, die sich zum Fenster hin aufhellen. Der Vorhang, der sich im Zug hebt, ist die einzige Bewegung in einem sonst völlig stillen Raum, und gerade er bewahrt die Szene vor Starre.
Unseres wird handgemalt in Öl auf Leinwand ausgeführt, Pinselstrich für Pinselstrich, auf Bestellung und niemals als Druck. Da jede Leinwand einzeln entsteht, unterscheiden sich Töne und Striche von einer zur nächsten leicht; diese kleinen Unterschiede sind das Zeichen einer Hand. Die schwierigste Passage ist das Fenster, das hell und offen bleiben muss, ohne zu einer leeren weißen Fläche zu werden. Als handgemaltes Leinwandgemälde dieser Größe verlangt das Motiv geduldigen Aufbau der Lichtübergänge.
Das Format ist ausgesprochen quer und das Werk groß, daher braucht es eine breite ununterbrochene Wand und etwas Abstand: ein Wohnzimmer, ein Esszimmer oder einen breiten Flur. Die warmen Braun-, Oliv- und Cremetöne vertragen sich gut mit hellem Holz und mit weißen oder sandfarbenen Wänden, während das helle Band des Fensters ein Gefühl einer weiteren Öffnung in den Raum bringt. Als Gemälde auf Leinwand über einem langen Tisch hängt es am besten etwas tiefer als üblich, da die Szene aus der Höhe eines Sitzenden gesehen ist.
Zehn Größen stehen zur Wahl, dazu ein Wunschmaß, und jede Leinwand kann mit oder ohne Rahmen bestellt werden. Den Rahmen wählen Sie in unserer 3D-Anwendung, in der sich Leisten und Farben an diesem Motiv ausprobieren lassen; bei dieser Breite dient eine schlichte, nicht zu breite Leiste am besten. Mehr vom Künstler gibt es in der Edvard-Munch-Galerie, und über sein Leben und seine Malerei schreiben wir im Edvard-Munch-Blog.
| Entstehungsjahr: | 1889 |
| Originalgröße: | 264 cm x 169,5 cm |
| Stil: | Naturalismus |
| Originaltechnik: | Öl auf Leinwand |
| Standort: | Nationalmuseum (Nasjonalmuseet), Oslo |









































