Paul Gauguin – Die Geburt (Te tamari no atua)

ab 108,00 

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Beschreibung

Die Geburt – das Museum sagt, das christliche Motiv sei keine Frömmigkeit

Über die untere Hälfte der Leinwand liegt eine Frau auf einem hellgelben Lager, den Kopf links, die Augen geschlossen; über den Hüften ein dunkelblaues Tuch mit gelbem Ornament, hinter dem Kopf ein blassgelber Heiligenschein. Dahinter sitzt eine Gestalt in weißem Kleid mit dunkler Kappe und hält ein Kind im Schoß, das ebenfalls einen Heiligenschein trägt. Über ihnen steht eine Gestalt in blauviolettem Gewand mit weißem Kragen. Die Mitte durchschneidet senkrecht ein roter Balken. Rechts öffnet sich ein dunkler Stall mit einer braunen Kuh und einem liegenden hellen Tier. Am linken Rand läuft ein bunter Zierstreifen. Links unten sind eine Signatur und die Jahreszahl auf die Leinwand gemalt. Das Werk bewahrt die Neue Pinakothek in München unter der Inventarnummer 8652; es entstand 1896.

Das Museum sagt ausdrücklich, was diese Szene nicht ist

Der Museumseintrag tut hier etwas Ungewöhnliches: Er erklärt, wie die gemalte christliche Szene NICHT zu verstehen ist. Der Engel, das Stallinnere und die Heiligenscheine von Mutter und Kind sind nach dem Eintrag Mittel, um der Darstellung einen christlichen Sinn zu geben. Die Anspielung auf die Geburt im Stall zu Bethlehem erklärt sich aber, so das Museum, weder durch eine Frömmigkeit des Malers noch durch dessen mögliche Absicht, die einheimische Bevölkerung an der christlichen Lehre teilhaben zu lassen. Es handelt sich um ein bereits bewährtes Mittel der Bedeutungssteigerung, auf das der Maler mehrfach zurückgegriffen hat.

Was der Eintrag sonst noch sagt

Der Eintrag verbindet die Szene mit einer persönlichen Erfahrung: Ende 1896 hatte die Tahitianerin, die mit ihm lebte, ein Kind geboren, das nach wenigen Tagen starb. Die Gestalt mit der dunklen Kappe nennt der Eintrag die Amme und fügt hinzu, sie ähnele in ihrer Erscheinung sehr stark Darstellungen des Totengeistes auf Tahiti. Das Kind ist der Mutter genommen und wird dem Engel übergeben. Das ist die Lesart des Museums, und so geben wir sie wieder.

Zwei unabhängige Einträge zu derselben Leinwand

Die Angaben zum Werk bestätigen zwei getrennte Einträge. Das Museum nennt das Maß 96 x 131,1 cm und als Bildträger Rupfen. Der Wildenstein-Katalog führt das Werk unter der Nummer W541, nennt dasselbe Jahr und dasselbe Maß und ebenfalls ein grobes Sackgewebe; neben dem tahitischen Titel verzeichnet er einen französischen, L’Enfant de Dieu. Beide Einträge stimmen also überein.

Wie die Leinwand nach München kam

Das Museum nennt auch den Weg: Das Werk wurde 1912 als Schenkung von Eduard Arnhold und Robert von Mendelssohn im Rahmen der Tschudi-Spende erworben. Es wurde also nicht gekauft, sondern geschenkt, und zwar gut fünfzehn Jahre nach seiner Entstehung.

Wie eine handgemalte Reproduktion entsteht

Unsere Gemälde entstehen ausschließlich von Hand, in Ölfarbe, Pinselstrich für Pinselstrich. Bei diesem Motiv ist das gelbe Lager das Schwierigste: Es ist die größte helle Fläche der Leinwand und muss warm bleiben, kein nacktes Gelb, sonst verliert die liegende Gestalt ihr Gewicht. Vor dem Versand erhalten Sie ein Foto der fertigen Arbeit zur Freigabe. Kunstwerke auf Leinwand entstehen bei uns immer neu und sind nie gedruckt.

  • Motiv: eine liegende Frau auf gelbem Lager, dahinter eine Gestalt mit Kind und ein Stall.
  • Technik: Öl auf grobem Gewebe, eine gelbe Fläche unter dunklem Grund.
  • Größen: Querformat, von 40 x 30 cm bis 200 x 150 cm; häufig gewählt werden 80 x 60 cm und 100 x 75 cm.
  • Wissenswertes: nach dem Wildenstein-Katalog trägt das Werk auch einen französischen Titel.

Aus denselben tahitischen Jahren sehen Sie auch Ia Orana Maria, Te arii vahine (Die Frau des Königs) und Mata Mua (Einst). Der Museumseintrag gibt das Maß als Höhe mal Breite an: 96 x 131,1 cm.

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