Beschreibung
Krumau an der Moldau („Die kleine Stadt“ IV) ist ein Werk Egon Schieles aus dem Jahr 1914: die dicht gedrängten Häuser einer Altstadt, von oben gesehen, mit dunklen Dächern, kleinen Fenstern und einem Streifen Fluss am unteren Rand. Das Original befindet sich im Leopold Museum in Wien unter der Inventarnummer 655; es misst 120,5 x 99,5 cm. Bei uns entsteht es als handgemaltes Ölgemälde auf Leinwand, in fünfzehn Größen oder nach Ihrem Maß, und bevor es versandt wird, schicken wir Ihnen ein Foto des fertigen Werks zur Freigabe.
| Titel: | Krumau an der Moldau („Die kleine Stadt“ IV) |
| Andere Titel: | Krumau on the Vltava (The Small Town IV) · Krumau ob Vltavi (Mestece IV) |
| Maler: | Egon Schiele (1890–1918) |
| Entstehungsjahr: | 1914; rechts unten mit schwarzer Kreide signiert und datiert „EGON SCHIELE 1914“ |
| Originalgröße (Breite × Höhe): | 120,5 cm x 99,5 cm |
| Originaltechnik: | Öl und schwarze Kreide auf Leinwand |
| Stil: | Expressionismus |
| Standort: | Leopold Museum, Wien (Inv. 655) |
| Unsere Reproduktion: | handgemaltes Öl auf Leinwand, 15 Größen von 43 x 35 cm bis 205 x 164 cm oder ein Maß nach Wunsch |
Krumau an der Moldau („Die kleine Stadt“ IV) – Egon Schiele
Was zeigt das Werk?
Eine Stadt ohne Himmel. Häuser füllen fast die ganze Fläche, an- und übereinander gedrängt: breite dunkle Dächer in Braun- und Olivtönen, über die dichte, sichtbare Pinselstriche laufen, dazwischen rote Kamine, darunter Fassaden in Weiß, Grau, Lila und Ocker mit kleinen dunklen Fenstern. Im linken oberen Viertel öffnet sich ein Haus in drei Rundbögen. Rechts der Mitte läuft ein schmaler heller Streifen nach unten, die einzige Lücke zwischen den Blöcken, und rechts davon steht ein größeres ockergelbes Haus; das Haus links unten hat dieselbe Farbe. Unter den Häusern verläuft ein dunkelgrünes Band, darunter eine weiße Linie und ganz unten ein breites, fast schwarzes Band, das etwa ein Sechstel der Höhe einnimmt. Menschen sind keine zu sehen.
Welche Stadt ist das?
Krumau, heute Český Krumlov in Tschechien. Der Museumsdatensatz ist genauer: Schiele erfasst „in extremer Aufsicht“ die dem Krumauer Schlossberg gegenüberliegende Häuserlandschaft. Unter den Schlagwörtern nennt der Datensatz auch einen Fluss, und der Titel benennt ihn: die Moldau. Dass das dunkle Band am unteren Rand dieser Fluss ist, schließen wir aus dem Titel; das Museum beschreibt das Band nicht.
Warum wirkt die Stadt so flach?
Weil sie so gedacht ist. Laut Datensatz gilt das Werk als eines der charakteristischsten Beispiele für die ab 1913 zu beobachtende, der Fläche verpflichtete Kompositionsweise Schieles. Die Häuserlandschaft ordnet er einem Schema aus Horizontalen und Vertikalen unter, sodass Dächer und Wände sich als Flächen stapeln, ohne Tiefe. Das ist die Deutung des Museums, das das Werk besitzt, und wir geben sie als seine wieder.
Sind die Farben der Häuser echt?
Zum Teil nicht. Laut Datensatz führt Schiele hier die Buntfarbigkeit von „Die kleine Stadt“ III aus dem Jahr 1913 fort und lässt die Fassaden und Fenster unter den braun lasierten Dächern „in teils frei erfundenen sonnigen Gelb-, Blau- und Weißtönen funkeln“. Auch jenes Werk gehört dem Leopold Museum.
Was verbirgt sich unter dem Gemälde?
Ein anderer Schiele. Laut Datensatz entdeckte Rudolf Leopold (1925–2010), als in den 1960er-Jahren die rückseitige Doublierleinwand erneuert wurde, dass sich unter dieser waagrechten Stadtansicht Schieles verschollen geglaubtes Gemälde „Weltwehmut“ verbirgt: ein Selbstakt, kombiniert mit einer Ansicht von Krumau, aus dem Jahr 1910. Weshalb Schiele beschloss, es zu übermalen und damit zu zerstören, ist nicht bekannt.
Worauf ist das Original gemalt?
Auf Leinwand, in Öl und schwarzer Kreide. So gibt es der Museumsdatensatz an, und auch die Signatur rechts unten ist in schwarzer Kreide. Unsere Reproduktion wird in Ölfarben auf Leinwand gemalt. Wir geben das nicht als dasselbe aus: Öl mit Kreide auf Leinwand und Öl auf Leinwand sind nicht dieselbe Technik, und wir nennen den Unterschied.
Ist das Format hoch oder quer?
Quer. Unsere Stufen folgen ihm im Querformat, von 43 x 35 cm bis 205 x 164 cm, die Breite jeweils zuerst.
Kann ich das Werk in der Größe des Originals bekommen?
Nicht genau. Die nächste Stufe ist 120 x 95 cm: einen halben Zentimeter schmaler und 4,5 cm niedriger als die Leinwand mit 120,5 x 99,5 cm. Das Seitenverhältnis des Originals beträgt 1 : 1,21. Am nächsten kommen ihm vier Stufen, jede innerhalb eines Zentimeters: 43 x 35 cm, 60 x 50 cm, 110 x 90 cm und 140 x 115 cm. Bei 80 x 65 cm und 50 x 40 cm liegt die Abweichung knapp über einem Zentimeter, die übrigen neun sind um 2,3 bis 5,3 cm niedriger. Für die Größe des Originals wählen Sie ein Maß nach Wunsch.
Woher kommt das Werk und wo ist es heute?
Diese Seite trug bisher keinen Provenienzvermerk, und wir sagen das offen. Es folgt die Kette, wie das Museum sie veröffentlicht: Maria Hora, Wien, 1914–1949; Brigitte Grill geb. Hora, Wien, ohne Datum; Dr. Rudolf Leopold, Wien, 1959–1994; ab 1994 die Leopold Museum-Privatstiftung. Die Lesart ist unsere. Die Kette beginnt im Entstehungsjahr. Für Brigitte Grill nennt der Datensatz keine Jahre und auch nicht, in welchem Verhältnis sie zu Maria Hora stand; wir unterstellen es nicht. Leopolds Erwerb belegt ein Kaufvertrag vom 28. Mai 1959, im Archiv des Museums als Abschrift eines Stenogramms erhalten. Als Quellen genannt sind außerdem ein Dossier von Sonja Niederacher vom 30. April 2011, Otto Nirensteins Monografie von 1930 (Nr. 144) und der Katalog der Gedächtnisausstellung zum 30. Todestag Schieles, gezeigt im Oktober und November 1948 (Nr. 39; Archiv Neue Galerie im Belvedere). Das Werk befindet sich heute im Leopold Museum unter der Inventarnummer 655.
Wo steht dieses Werk in Schieles Werk?
Unter seinen Ansichten von Häusern und Städten. Aus demselben Jahr stammt Die Häuser am Meer, Öl auf Leinwand in fast derselben Größe und in derselben Sammlung; ein Jahr später entstand Hauswand am Fluss, ein Jahr früher Versinkende Sonne. Die ganze Auswahl zeigt die Galerie Egon Schiele, mehr über sein Leben unser Artikel über Egon Schiele; den Bestand des Museums stellt die Egon-Schiele-Seite des Leopold Museums vor. Schiele war ein jüngerer Zeitgenosse Gustav Klimts, und die Wiener Secession war das Umfeld, aus dem er kam; der Wiener Expressionismus ist die Richtung, die er mitprägte, und österreichische Kunst jener Jahre wird bis heute durch diese beiden Namen gelesen. Als expressionistisches Gemälde zeigt das Werk nicht die Menschen einer Stadt, sondern ihren Bau aus Flächen.
Wie entsteht unsere handgemalte Fassung?
Jede Leinwand malt ein Künstler in Öl, Strich für Strich – kein maschineller Abzug, sondern eine handgemalte Kopie, eigens für Ihre Bestellung. Zwei Dinge sind hier am schwierigsten. Das eine sind die Dächer: kein glattes Braun, sondern dichte Schraffuren, und glättet der Maler sie, verliert die Stadt ihr Gewicht. Das andere ist der Rhythmus der Fenster und hellen Fassaden, der die Komposition im Gleichgewicht hält; jedes muss dort sitzen, wo es ist. Ist das Werk fertig, fotografieren wir es und schicken Ihnen das Foto zur Freigabe, erst dann wird es versandt. Atelieraufnahmen dieses Werks haben wir noch keine – es wurde in unserer Werkstatt noch nicht fotografiert, und nichts wurde entfernt; wird es wieder gemalt, kommen die Fotos auf diese Seite. Als Reproduktion auf Leinwand kommt es auf einen Holzkeilrahmen gespannt und fertig zum Aufhängen.
Welche Größe für welche Wand?
Kurz gesagt: eine breite Wand, denn die Stadt braucht Platz zur Seite. Über dem Schreibtisch oder im schmalen Flur genügen 60 x 50 cm oder 70 x 55 cm; über Sofa oder Sideboard 100 x 80 cm oder 110 x 90 cm; im Wohnzimmer mit hoher Decke 140 x 115 cm und mehr, bis 205 x 164 cm. Unsere kleinste Größe, 43 x 35 cm, passt in eine Nische oder auf ein Regal. Als Kunstgemälde voller Einzelheiten gewinnt dieses Motiv mit der Größe: in den großen Stufen lässt es sich Haus für Haus lesen.
Wie bestelle ich ein Maß nach Wunsch, Keilrahmen und Rahmen?
Passt keine der fünfzehn Größen zu Ihrer Wand, malen wir das Werk nach Ihrem Maß. Die Leinwand wird auf einen Holzkeilrahmen gespannt geliefert; unsere 3D-Anwendung dient ausschließlich der Wahl des Rahmens, nicht der Darstellung des Werks an Ihrer Wand. Den Rahmen wählen Sie gesondert, er muss nicht Teil der Bestellung sein.
Wie wird geliefert und was garantieren wir?
Wir malen auf Bestellung und liefern in sechzehn Länder der Europäischen Union, darunter Deutschland, Frankreich, Italien, die Niederlande und Polen. Vor dem Versand schicken wir Ihnen ein Foto des fertigen Werks zur Freigabe; sind Sie nicht zufrieden, korrigieren wir es oder malen es neu. Die Fertigungszeit hängt von der Größe und der Auslastung des Ateliers ab.
Häufige Fragen
Welche Stadt ist Krumau an der Moldau?
Krumau, heute Český Krumlov in Südböhmen, Tschechien. Laut Leopold Museum malte Schiele die Häuser gegenüber dem Schlossberg aus extremer Draufsicht. Die Moldau aus dem Titel fließt durch die Altstadt.
Warum malte Schiele Krumau so oft?
Krumau war der Geburtsort seiner Mutter, und er fühlte sich der Stadt enger verbunden als jeder anderen, die er besuchte. Er war erstmals 1910 dort und zog 1911 mit Wally Neuzil hin, bis die Ablehnung der Bürger das Paar vertrieb. Zu ihren Häusern und zum Fluss kehrte er immer wieder zurück, von den Toten Städten von 1910–1911 bis zu diesem Werk von 1914.
Wann malte Schiele Krumau an der Moldau?
Im Jahr 1914; rechts unten ist es mit schwarzer Kreide „EGON SCHIELE 1914“ signiert und datiert. Es ist in Öl und schwarzer Kreide auf Leinwand ausgeführt, misst 120,5 x 99,5 cm und ist die vierte seiner Kleinen Städte. Die kleine Stadt III von 1913, deren Farbenvielfalt es wieder aufgreift, befindet sich ebenfalls im Leopold Museum.
Was verbirgt sich unter Krumau an der Moldau?
Ein weiterer Schiele: sein Gemälde „Weltwehmut“ von 1910, ein Akt-Selbstporträt verbunden mit einer Ansicht von Krumau, das als verschollen galt. Rudolf Leopold entdeckte es, als die Leinwand in den 1960er-Jahren doubliert wurde. Warum Schiele es übermalte, ist nicht bekannt.
Wo befindet sich Krumau an der Moldau heute?
Im Leopold Museum in Wien, unter der Inventarnummer 655. Es gehörte ab 1914 Maria Hora, wurde 1959 von Rudolf Leopold erworben und ist seit 1994 im Besitz der Leopold Museum-Privatstiftung.
Eignet es sich als Geschenk?
Ja; wenn Sie unsicher sind, welche Größe Sie wählen sollen, gibt es einen Geschenkgutschein.
- Motiv: die Häuser des alten Krumau von oben, dunkle Dächer, kleine Fenster und ein dunkles Band Fluss.
- Original: 1914, Öl und schwarze Kreide auf Leinwand, 120,5 x 99,5 cm, rechts unten signiert, Leopold Museum, Wien, Inv. 655.
- Unseres: handgemalt in Öl auf Leinwand, 15 Größen oder ein Maß nach Wunsch.
- Gut zu wissen: laut Museum liegt darunter Schieles übermaltes Gemälde „Weltwehmut“ von 1910.









































