Sandro Botticelli – Biografie des Malers der Primavera

Sandro Botticelli (um 1445–1510), eigentlich Alessandro di Mariano di Vanni Filipepi, war ein Florentiner Maler der Frührenaissance und schuf mit der Geburt der Venus und der Primavera zwei der bekanntesten Gemälde der italienischen Kunst; beide hängen heute in den Uffizien in Florenz. Er arbeitete für die Medici und ihren Kreis, malte große mythologische Szenen, Altartafeln, runde Madonnen und Porträts und schuf in der Sixtinischen Kapelle in Rom drei große Fresken. Nach seinem Tod geriet er für mehr als drei Jahrhunderte fast in Vergessenheit, bis ihn die Präraffaeliten im späten 19. Jahrhundert wiederentdeckten. Seine Werke gehören zu unseren handgemalten Reproduktionen von Sandro Botticelli Gemälden auf Leinwand.

Jedes Botticelli Gemälde unserer Galerie malen wir von Hand mit Ölfarben auf Leinwand, auf Bestellung und im Format Ihrer Wahl; vor dem Versand schicken wir Ihnen ein Foto des fertigen Gemäldes.

Sandro Botticellis Gemälde in unserer Galerie

Leben: der Gerbersohn aus Ognissanti, der für die Medici malte

Botticelli kam in Florenz zur Welt, in einem Haus an der Straße, die bis heute Borgo Ognissanti heißt. Er war eines von mehreren Kindern des Gerbers Mariano Filipepi; sein Geburtsdatum ist nicht überliefert, doch nach den Steuererklärungen des Vaters muss er zwischen 1444 und 1446 geboren sein. Den Beinamen Botticelli, „Fässchen“, übernahm er von seinem älteren Bruder Giovanni, den man wegen seiner rundlichen Statur Botticello nannte. Nach Vasari lernte er zunächst das Goldschmiedehandwerk; um 1461 kam er in die Werkstatt von Fra Filippo Lippi, einem der führenden Maler von Florenz und Liebling der Medici, bei dem er schöne, melancholische Figuren mit klaren Konturen und sanften Übergängen von Licht und Schatten malen lernte. 1469 hatte er bereits eine eigene Werkstatt, 1472 nahm er Filippino Lippi, den Sohn seines Lehrers, als ersten Gehilfen auf. 1474 arbeitete er einige Monate in Pisa, und um 1475 malte er für Santa Maria Novella die Anbetung der Könige, die Vasari besonders lobte und die seinen Namen in der ganzen Stadt bekannt machte. 1481 rief ihn Papst Sixtus IV. mit anderen führenden Malern aus Florenz und Umbrien nach Rom, um die Wände der neuen Sixtinischen Kapelle mit Fresken auszumalen; Botticelli schuf dort drei der vierzehn großen Szenen aus dem Leben Christi und des Moses. 1482 kehrte er nach Florenz zurück und verließ die Stadt danach nie wieder für längere Zeit. Die 1480er-Jahre waren sein erfolgreichstes Jahrzehnt: Damals vollendete er für die Medici und ihre Verbündeten seine großen Mythologien und viele seiner berühmtesten Madonnen. In den 1490er-Jahren wurde er laut Vasari ein Anhänger des Bußpredigers Girolamo Savonarola; wie stark dieser Einfluss war, ist ungewiss, doch sein Stil wurde persönlicher und strenger. Das einzige Gemälde, das er datierte, ist die Mystische Geburt von 1500. 1504 gehörte er dem Ausschuss an, der über den Standort von Michelangelos David entschied. Er heiratete nie und verbrachte sein ganzes Leben im selben Viertel. Er starb im Mai 1510 und wurde bei der Kirche Ognissanti begraben, in der er getauft worden war.

Stil: die klare Linie, der Mythos und die runden Madonnen

Botticellis Stil erkennt man an seiner klaren, fließenden Linie. Er zeichnet seine Figuren mit weichen, durchgehenden Konturen, setzt Licht und Schatten sparsam ein und malt in hellen, fast pastelligen Farben; John Ruskin sah in seinen Gemälden den Rhythmus der Linie, Vasari die Anmut. Die Originale sind meist in Tempera auf Holztafeln gemalt, auf Wänden arbeitete er in Freskotechnik. So große mythologische Szenen wie die Primavera und die Geburt der Venus hatte die westliche Kunst seit der Antike kaum gekannt; sie illustrieren keinen einzelnen Text, sondern stützen sich auf mehrere Dichter und auf die neuplatonische Philosophie der Humanisten im Kreis von Lorenzo de’ Medici. Er gehörte zu den ersten Malern, die das Tondo verwendeten, ein rundes Gemälde von etwa 115 bis 145 cm Durchmesser, und gerade die runden Madonnen, die er häufiger als die rechteckigen selbst malte, wurden zu seinem Markenzeichen. In Porträts zeigt er Frauen meist im Profil, Männer im Dreiviertelprofil, und als Hintergrund wählt er gern ein offenes Fenster. In den letzten Jahren werden seine Figuren kleiner, die Gesten ausdrucksstärker und die Farben weniger natürlich, weshalb viele seinen Spätstil als gotisch oder archaisch beschreiben. Nach seinem Tod verblasste sein Ruhm länger und gründlicher als der jedes anderen großen europäischen Künstlers. Wiederentdeckt wurde er von den Präraffaeliten, der Schriftsteller Walter Pater widmete ihm einen berühmten Essay, die erste Monografie erschien 1893, und zwischen 1900 und 1920 wurden über ihn mehr Bücher geschrieben als über jeden anderen Maler.

Die bekanntesten Werke

Sein berühmtestes Werk, die Geburt der Venus, hängt in den Uffizien neben der Primavera, und mit der Primavera (um 1480) beginnt auch unsere Galerie: ein großes Gemälde in Tempera auf Holz von 203 x 314 cm. In einem dunklen Orangenhain stehen auf einer blühenden Wiese neun Figuren: Links vertreibt Merkur mit seinem Stab die Wolken, die drei Grazien tanzen in durchsichtigen Schleiern, in der Mitte steht Venus, und über ihr zielt Amor mit verbundenen Augen mit seinem Pfeil; rechts greift der blaugrüne Zephyr nach der Nymphe Chloris, die sich in Flora verwandelt, die Göttin der Blumen im blumenübersäten Kleid. Auf der Wiese hat man rund 500 Pflanzenarten und fast 190 verschiedene Blumen bestimmt. Ein Inventar von 1499 verzeichnet das Gemälde im Stadtpalast von Lorenzo di Pierfrancesco de’ Medici, einem Vetter Lorenzos des Prächtigen; seine Deutung ist bis heute umstritten. Venus und Mars (um 1485), in Tempera und Öl auf Pappelholz, misst 69,2 x 173,4 cm; das lange, niedrige Format spricht dafür, dass die Tafel in eine Wandvertäfelung oder ein Möbel eingelassen war. Venus beobachtet hellwach den schlafenden Mars, kleine Satyrn spielen mit seinen Waffen, und einer bläst ihm mit einer Muschel ins Ohr; die Wespen um seinen Kopf spielen vielleicht auf die Familie Vespucci an, deren Name „kleine Wespen“ bedeutet. 1874 kaufte die National Gallery in London das Gemälde. Die Anbetung der Könige (um 1475, 111 x 134 cm) gab Gaspare del Lama für seinen Altar in Santa Maria Novella in Auftrag. Unter den Königen und ihrem Gefolge erscheinen Mitglieder der Familie Medici: Cosimo der Ältere kniet vor dem Kind, neben ihm erkennt man traditionell seine Söhne und die Enkel Lorenzo und Giuliano; der Mann im gelbbraunen Mantel am rechten Rand, der aus dem Gemälde herausblickt, gilt den meisten Fachleuten als Botticelli selbst. Das Gemälde ist in den Uffizien. Venus und die drei Grazien beschenken eine junge Frau (um 1483–1485) ist ein Fresko aus der Villa Lemmi bei Florenz, die Giovanni Tornabuoni gehörte; es entstand wohl zur Hochzeit seines Sohnes Lorenzo mit Giovanna degli Albizzi 1486, und die junge Frau mit dem weißen Tuch wird oft als die Braut gedeutet. 1873 entdeckte man das Fresko unter einer Tünche, nahm es von der Wand und übertrug es auf Leinwand; heute ist es im Louvre in Paris. Die Verleumdung des Apelles (um 1494–1495) ist eine kleinere Holztafel von 62 x 91 cm, in der Botticelli nach der Beschreibung Lukians, die Alberti den Malern empfohlen hatte, ein verlorenes Gemälde des antiken griechischen Malers Apelles neu erschuf: Ein König mit Eselsohren hört auf Unwissenheit und Argwohn, die Verleumdung mit der Fackel zerrt ihr Opfer an den Haaren, und links stehen die Reue, eine alte Frau in Schwarz, und die nackte Wahrheit, die zum Himmel zeigt. Vielleicht malte er die Tafel für sich selbst; sie gehört den Uffizien. Die Madonna des Magnificat (um 1481–1483) ist ein rundes Gemälde von 118 cm Durchmesser: Maria schreibt, das Kind auf dem Schoß, den Lobgesang Magnificat aus dem Lukasevangelium, das Kind führt ihr die Hand, und zwei Engel halten eine Krone über ihren Kopf. Auch sie hängt in den Uffizien. Das Porträt einer jungen Frau (um 1475) aus der Galleria Palatina im Palazzo Pitti zeigt eine Unbekannte im strengen Profil an einem Fenster; Kritiker des 19. Jahrhunderts nannten sie Simonetta, nach Simonetta Vespucci, doch ihre Züge unterscheiden sich deutlich von Simonettas mutmaßlichen Porträts. Wie Botticelli sich neben den anderen großen Meistern behauptet, lesen Sie in unserem Überblick über die fünf berühmtesten Gemälde der Welt.

Häufige Fragen zu Sandro Botticelli

Wer war Sandro Botticelli?

Ein Florentiner Maler der Frührenaissance (um 1445–1510), Schüler von Fra Filippo Lippi und Maler aus dem Kreis der Medici, dessen Primavera und Geburt der Venus zu den bekanntesten Gemälden der Welt zählen.

Was malte Sandro Botticelli?

Mythologische Szenen mit Venus und den Grazien, Altartafeln und Kirchenfresken, darunter drei große Szenen in der Sixtinischen Kapelle, zahlreiche Madonnen mit Kind, viele davon als rundes Tondo, Porträts und in den späten Jahren kleinere Szenen aus der antiken Geschichte sowie Zeichnungen zu Dantes Göttlicher Komödie.

Wo sind Botticellis Originale zu sehen?

Von den Werken unserer Galerie hängen die Primavera, die Anbetung der Könige, die Verleumdung des Apelles und die Madonna des Magnificat in den Uffizien in Florenz, das Porträt einer jungen Frau in der Galleria Palatina im Palazzo Pitti, ebenfalls in Florenz, Venus und Mars in der National Gallery in London und das Fresko Venus und die drei Grazien beschenken eine junge Frau im Louvre in Paris.

Kann ich eine handgemalte Reproduktion eines Botticelli Gemäldes kaufen?

Ja, in unserer Online-Galerie finden Sie handgemalte Reproduktionen von Sandro Botticelli Gemälden auf Leinwand im gewünschten Format. Die Originale sind keine Ölgemälde auf Leinwand: Die meisten sind in Tempera auf Holztafeln gemalt, Venus und Mars in Tempera und Öl auf Pappelholz, und Venus und die drei Grazien ist ein Fresko, das von der Wand einer Villa abgenommen wurde. Wir malen jede Kopie von Hand in Öl auf Leinwand, deshalb erhalten Sie sie gerollt, auf einen Keilrahmen aus Holz gespannt oder gerahmt. Die Primavera ist 314 cm breit, alle unsere Formate sind also kleiner, während unsere größte Venus und Mars etwas größer ist als das Original. Die Madonna des Magnificat ist rund; wir malen die runde Szene auf eine quadratische Leinwand. Vor der Lieferung schicken wir Ihnen ein Foto des Gemäldes zur Freigabe.

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