Beschreibung
Kardinal und Nonne (Liebkosung) ist ein Werk Egon Schieles von 1912: ein Kardinal in Rot und eine Nonne im schwarzen Habit, kniend in einer Umarmung vor einem fast schwarzen Grund. Das Original bewahrt das Leopold Museum in Wien unter der Inventarnummer 455 auf; es misst 70 x 80,5 cm und ist im Querformat angelegt. Wir malen es von Hand in Ölfarben, in fünfzehn Größen oder nach Ihrem Maß, und schicken Ihnen vor dem Versand ein Foto des fertigen Werks zur Freigabe.
| Titel: | Kardinal und Nonne (Liebkosung) |
| Weitere Titel: | Caress · Cardinal and Nun |
| Maler: | Egon Schiele (1890–1918) |
| Entstehungsjahr: | 1912, signiert und datiert rechts unten „EGON SCHIELE 1912“ |
| Originalgröße: | 70 cm x 80,5 cm (das Museum bezeichnet die Achsen nicht; Querformat) |
| Originaltechnik: | Öl auf Leinwand |
| Malstil: | Expressionismus |
| Standort: | Leopold Museum, Wien (Inv.-Nr. 455) |
| Unsere Reproduktion: | handgemaltes Öl auf Leinwand, 15 Größen von 45 x 38 cm bis 180 x 160 cm oder ein Maß nach Wunsch |
Kardinal und Nonne (Liebkosung) – Egon Schiele
Wer ist auf dem Gemälde zu sehen?
Ein Kardinal und eine Nonne. Egon Schiele (1890–1918) malte sie 1912, und zu seinen Lebzeiten trug das Werk den Titel Liebkosung: Laut Museumseintrag wurde es unter diesem Titel gezeigt und veröffentlicht, aber nicht verkauft. Kardinal und Nonne ist der Name, unter dem es weithin bekannt ist, und das Museum führt beide, als Caress (Cardinal and Nun). Die beiden Gestalten sind Typen, keine Porträts: Der Eintrag nennt keine Modelle, und wir tun es auch nicht.
Was zeigt die Leinwand?
Zwei Gestalten knien dicht beieinander vor einem fast schwarzen Grund. Links der Kardinal mit rotem Scheitelkäppchen und rotem Gewand; er neigt sich zur Nonne, und sein Kopf berührt den ihren. Die Nonne rechts trägt einen schwarzen Habit mit weißer Haube, die ihr Gesicht rahmt. Ihre Augen sind weit geöffnet und blicken geradewegs aus dem Gemälde heraus, als hätte sie eben den Kopf zum Betrachter gewandt. An ihrer Wange und ihrem Hals liegt eine Hand, und zwischen den beiden Körpern, an der Brust des Kardinals, sind zwei Handflächen wie zum Gebet aneinandergelegt. Unten weitet sich das rote Gewand zu einer breiten scharlachroten Fläche, die den größten Teil der unteren Hälfte füllt; aus ihr treten nackte Füße und Unterschenkel hervor, blass und mit dünnen orangeroten Strichen umrandet: links ein Paar angewinkelter Beine, rechts unten die Sohlen zweier Füße. Hinter dem Paar steigt eine dunkelgrüne Fläche auf, heller grün oben links und am linken unteren Rand. Zusammen formen die beiden Gestalten ein hohes Dreieck, das sich zu den Köpfen hin verjüngt. In der rechten unteren Ecke stehen Signatur und Jahreszahl in drei kurzen Zeilen aus Großbuchstaben: EGON / SCHIELE / 1912.
Warum ist dieses Gemälde wichtig?
Aus drei Gründen, die der Museumseintrag selbst stützt. Der erste ist der Titel: Das Werk ist weithin als Kardinal und Nonne bekannt, sein eigentlicher Titel aber ist Liebkosung, und unter diesem wurde es zu Schieles Lebzeiten gezeigt und veröffentlicht, nicht aber verkauft. Der zweite ist der Vergleich mit Gustav Klimt (1862–1918): Nach der Deutung des Museums erscheint Schieles Liebkosung wie die dunkle Schwester von Klimts „Der Kuss“ (Liebespaar) von 1907/08. Der dritte ist sein Weg: Nach 1939 ging es durch die Hände des Händlers Friedrich Welz, 1945 stellte es die US-Besatzungsmacht sicher, 1948 wurde es rückgestellt; das Museum veröffentlicht die ganze Kette, die wir unten wiedergeben. Die Werkverzeichnis-Angaben des Eintrags reichen von Otto Nirensteins Buch von 1930 (Nr. 107) bis zu Tobias Natters Verzeichnis von 2017 (Nr. 116).
Was bedeutet das Gemälde?
Nach der Deutung des Museums erzählt es von Begierde und Verbot. Der Museumstext (gezeichnet VG, 2021) nennt die Darstellung ein Fanal: Ein rot gekleideter Kardinal liebkost eine Nonne im dunklen Habit, die sich, ertappt oder bestürzt, den Betrachtenden zuwendet. Die betenden Hände werden zur Zange, das Kardinalsrot steht für brennendes Verlangen, die nackten Waden symbolisieren die Sünde des Fleisches. Klimt hatte vier Jahre zuvor eine Ode an die Liebe gemalt; wo sein Abgrund stilisiert ist, gewährt Schiele laut Eintrag einen Blick in die Abgründe menschlicher Begierden, vor allem in die Libido, die sich von Verboten und Konventionen nicht aufhalten lässt. Indem Schiele die triebhafte Natur des Menschen offenlegt, zeigt er seine Symbolik der inneren Zerrissenheit, der Brüche und Polaritäten – geprägt von Eros und Thanatos, Lustprinzip und Todestrieb. Das ist die Lesart des Hauses, das das Werk verwahrt, und wir geben sie als dessen Lesart wieder.
Woher kommt das Werk, und warum wurde es rückgestellt?
Das Leopold Museum veröffentlicht eine selbst recherchierte Provenienzkette, Schritt für Schritt. Als ersten Eigentümer nennt es Dr. Heinrich Rieger in Wien, von 1918 bis 1939. Von 1939 bis 1945 war das Werk bei Friedrich Welz in Wien und Salzburg. Im September 1945 folgte die Sicherstellung durch die US-Besatzungsmacht in Salzburg, im Dezember 1947 die Verwahrung durch das Bundesdenkmalamt Salzburg (Depot Salzburg-Residenz), im Mai 1948 die Rückstellung an Dr. Robert Rieger und Tanna Berger. Für diesen Schritt verweist der Eintrag auf ein Teilerkenntnis des Landesgerichts Salzburg vom 31. Mai 1948 im Rückstellungsakt RK 108/48. Von 1950 bis 1957 gehörte das Werk der Österreichischen Galerie Belvedere in Wien; der Eintrag nennt eine Verkaufsvereinbarung vom 27. Dezember 1950 zwischen Dr. Christian Broda als Bevollmächtigtem von Dr. Robert Rieger und Tanna Berger und der Galerie. Von 1957 bis 1994 besaß es Dr. Rudolf Leopold, seit 1994 die Leopold Museum-Privatstiftung. Der Schritt zu Leopold war kein Kauf, sondern ein Tausch: Laut Tauschprotokoll vom 7. Februar 1957 gab ihm die Galerie dieses Werk und Zwei kauernde Frauen und erhielt dafür Klimts Mohnwiese, eine Holländische Landschaft von Rudolf Ribarz und eine Salzburger Heiligenfigur. Unter den Quellen nennt das Museum die Akten des Volksgerichts in der Strafsache gegen Friedrich Welz und ein Dossier von Michael Wladika zu diesem Gemälde vom 30. April 2011.
Wer Heinrich Rieger war, hält eine andere Seite desselben Museums fest. Der Text des Vergleichs, den das Museum im Eintrag zu Portrait of Wally Neuzil veröffentlicht, beschreibt ihn als jüdischen Kunstsammler, der 1942 im Konzentrationslager Theresienstadt ermordet wurde, und hält fest, dass US-Streitkräfte 1947 Gemälde, die Welz von Rieger erworben hatte, dem Bundesdenkmalamt übergaben. Eine Zusammenfassung dieser Kette steht in der Notiz unten.
Provenienz
Das Gemälde war im Besitz des Wiener Sammlers Dr. Heinrich Rieger (1918–1939) und ging während des NS-Regimes an den Händler Friedrich Welz über. Nach dem Krieg wurde es im Mai 1948 an Dr. Robert Rieger und Tanna Berger restituiert und befand sich von 1950 bis 1957 in der Österreichischen Galerie Belvedere; heute befindet es sich im Leopold Museum in Wien.
Wo steht dieses Werk unter Schieles Arbeiten?
Unter Schieles Leinwänden in unserem Angebot. Aus demselben Jahr und demselben Museum stammt das Gemälde Eremiten, eine quadratische Leinwand von 181 x 181 cm. Ein Jahr zuvor, 1911, entstand Der Lyriker, ebenfalls in Ölfarben auf Leinwand gemalt und ebenfalls im Leopold Museum. Von 1917 sind Liegende Frau, auch sie im Leopold Museum, und die Landschaft Vier Bäume, einst im Belvedere und seit der Restitution 2020 in Privatbesitz. Die ganze Auswahl zeigt die Galerie Egon Schiele, mehr über sein Leben erzählt unser Artikel über Egon Schiele.
Wie entsteht unsere handgemalte Fassung?
Jede Leinwand malt ein Künstler in Ölfarben, Strich für Strich – kein Maschinendruck, sondern eine für Ihre Bestellung von Hand gemalte Kopie. Drei Stellen sind hier am schwierigsten. Die erste ist das Rot: Das dunklere Rot des Gewands oben und das hellere Scharlach unten müssen zwei Farben bleiben, sonst verschmelzen die Gestalten zu einer einzigen Fläche. Die zweite ist das Schwarz, in dem sich der Habit der Nonne noch vom fast schwarzen Grund abheben muss. Die dritte sind die beiden Gesichter, klein im Verhältnis zur ganzen Leinwand und doch Träger des ganzen Ausdrucks. Das Original ist in Ölfarben auf Leinwand gemalt, unsere Kopie ebenso. Ist das Gemälde fertig, fotografieren wir es und schicken Ihnen das Foto zur Freigabe, erst dann geht es auf die Reise. Dieses Werk wurde in unserer Werkstatt noch nicht fotografiert; Aufnahmen ergänzen wir auf dieser Seite, sobald wir sie haben. Wie jedes Kunstgemälde aus unserer Werkstatt kann es auf einen Keilrahmen gespannt geliefert werden; das wählen Sie bei der Option Podokvir.
Welche Größe für welche Wand?
Kurz gesagt: Das Querformat ist nur wenig breiter als hoch und passt deshalb gut über niedrige, breite Möbel. Dem Original am nächsten ist die Größe 80 x 70 cm: Sie ist 5 mm schmaler und genau gleich hoch. Für eine schmale Wand oder einen Flur passen 45 x 38 cm, 50 x 45 cm oder 60 x 55 cm; über eine Kommode oder einen Schreibtisch 70 x 60 cm oder 80 x 70 cm; ins Wohnzimmer über das Sofa 110 x 95 cm oder 120 x 105 cm; an eine große Wand, ins Treppenhaus oder in einen hohen Raum 170 x 150 cm und 180 x 160 cm. Ein Gemälde dieser Größe braucht Abstand: Aus der Nähe zerfällt die scharlachrote Fläche in einzelne Striche, die beiden Gesichter setzen sich erst aus einigen Metern zusammen. Ein handgemaltes Gemälde hängt am besten mit der Mitte auf Augenhöhe, etwa 145–150 cm über dem Boden; über einem Sofa 15–25 cm über der Lehne.
Maß nach Wunsch, Keilrahmen und Rahmen
Passt keine der fünfzehn Größen zu Ihrer Wand, malen wir das Werk nach Ihrem Maß. Wählen Sie bei der Option Podokvir JA, kommt die Leinwand auf einen Holzkeilrahmen gespannt, bereit zum Aufhängen. Unsere 3D-Anwendung dient nur der Wahl des Rahmens, nicht der Darstellung des Werks an Ihrer Wand; die Ansicht an Ihrer Wand ist ein eigener Service. Den Rahmen wählen Sie gesondert, er ist optional.
Lieferung und Garantie
Wir malen auf Bestellung und liefern nach Deutschland und Österreich sowie in vierzehn weitere Länder der Europäischen Union, darunter Slowenien, Kroatien, Italien und Ungarn. Vor dem Versand schicken wir Ihnen ein Foto des fertigen Werks zur Freigabe, und für jede Bestellung gelten unsere Rückgaberegeln. Die Herstellungszeit hängt von der Größe und von der Auslastung der Werkstatt ab.
Häufige Fragen
Wer sind Kardinal und Nonne auf Schieles Gemälde?
Es sind Typen, keine Porträts: Der Eintrag des Leopold Museum nennt keine Modelle. Links neigt sich ein Kardinal mit roter Kappe und rotem Gewand zu einer Nonne in schwarzem Habit mit weißer Haube, und beide knien eng beieinander vor einem fast schwarzen Grund. Die weit geöffneten Augen der Nonne blicken direkt aus dem Gemälde, als hätte sie sich eben zum Betrachter umgedreht.
Warum heißt das Gemälde auch Liebkosung?
Liebkosung ist der eigentliche Titel des Werks: Unter ihm wurde es zu Schieles Lebzeiten gezeigt und veröffentlicht, aber nicht verkauft. Kardinal und Nonne ist der Name, unter dem es weithin bekannt wurde, und das Leopold Museum führt beide, als Caress (Cardinal and Nun).
Ist Kardinal und Nonne eine Antwort auf Klimts Kuss?
Die beiden Gemälde werden oft verglichen. Nach der Deutung des Leopold Museum erscheint Schieles Liebkosung von 1912 wie die dunkle Schwester von Klimts „Der Kuss“ (Liebespaar) von 1907/08. Wo Klimts Abgrund stilisiert ist, gewährt Schiele einen Blick in die Abgründe menschlicher Begierden.
Was bedeutet Kardinal und Nonne?
Nach der Deutung des Leopold Museum erzählt das Gemälde von Begierde und Verbot. Die betenden Hände werden zur Zange, das Kardinalsrot steht für brennendes Verlangen und die nackten Waden für die Sünde des Fleisches, während sich die Nonne wie ertappt den Betrachtenden zuwendet. Das Museum liest darin Schieles Symbolik der inneren Zerrissenheit, geprägt von Eros und Thanatos.
Wo befindet sich Kardinal und Nonne heute?
Im Leopold Museum in Wien, unter der Inventarnummer 455. Während des NS-Regimes ging es vom Sammler Heinrich Rieger an den Händler Friedrich Welz; im Mai 1948 wurde es an Robert Rieger und Tanna Berger restituiert, gehörte von 1950 bis 1957 dem Belvedere und kam 1957 durch einen Tausch zu Rudolf Leopold.
Eignet es sich als Geschenk?
Ja; wenn Sie bei der Größe unsicher sind, gibt es einen Geschenkgutschein.
- Motiv: ein Kardinal in Rot und eine Nonne im schwarzen Habit, kniend in einer Umarmung, nackte Füße und Unterschenkel auf einer scharlachroten Fläche, fast schwarzer Grund.
- Original: 1912, Öl auf Leinwand, 70 x 80,5 cm, rechts unten signiert und datiert, Leopold Museum, Wien, Inv.-Nr. 455.
- Unsere Fassung: von Hand in Öl gemalt, 15 Größen oder nach Maß, auf Wunsch auf Keilrahmen gespannt (Podokvir: JA).
- Wissenswert: der eigentliche Titel ist Liebkosung; nach der Deutung des Museums ist das Werk die dunkle Schwester von Klimts „Der Kuss“ (Liebespaar).









































