Beschreibung
Der Lyriker ist ein Werk Egon Schieles von 1911: ein Selbstporträt auf einer fast quadratischen Leinwand, auf der er sich als „Lyriker“ zeigt, den Kopf fast auf die Seite gelegt, den bleichen, verdrehten Körper vor einem dunklen Grund. Das Original bewahrt das Leopold Museum in Wien unter der Inventarnummer 450 auf; es misst 80,5 x 80 cm. Wir malen es von Hand in Ölfarben, in fünfzehn Größen oder nach Ihrem Maß, und schicken Ihnen vor dem Versand ein Foto des fertigen Werks zur Freigabe.
| Titel: | Der Lyriker |
| Weitere Titel: | Lyricist · The Lyricist |
| Maler: | Egon Schiele (1890–1918) |
| Entstehungsjahr: | 1911, monogrammiert und datiert links oben „S. 11“ |
| Originalgröße: | 80,5 cm x 80 cm (das Museum bezeichnet die Achsen nicht; fast quadratisch) |
| Originaltechnik: | Öl auf Leinwand |
| Malstil: | Expressionismus |
| Standort: | Leopold Museum, Wien (Inv.-Nr. 450) |
| Unsere Reproduktion: | handgemaltes Öl auf Leinwand, 15 Größen von 50 x 50 cm bis 200 x 200 cm oder ein Maß nach Wunsch |
Der Lyriker – Egon Schiele
Wer ist auf dem Gemälde zu sehen?
Der Künstler selbst: der österreichische Maler Egon Schiele (1890–1918). Die Leinwand entstand Anfang 1911, und laut dem Text des Leopold Museums stellt Schiele sich darauf als „Lyriker“ dar – als Dichter – in einer äußerst verrenkten Haltung. Der Titel nennt also kein Modell, sondern eine Rolle: Schiele spielt den Dichter mit dem eigenen Gesicht und dem eigenen Körper. Unter seinen Quellen führt das Museum auch eine Ausgabe seiner Briefe und Gedichte von 1910–1912 aus der Sammlung Leopold an, die 2008 in München unter dem Titel Der Lyriker Egon Schiele erschien.
Was zeigt die Leinwand?
Eine halbnackte Figur, die das Quadrat fast von Rand zu Rand füllt. Oben liegt der Kopf beinahe auf der Seite, der Scheitel zum linken Rand hin; das Gesicht ist aus ockerfarbenen, grünen und roten Strichen aufgebaut, ein Auge blickt unter einer hochgezogenen Braue seitwärts heraus, und der lange Hals läuft nach rechts aus. Über dem Kopf sitzt am oberen Rand ein Fleck weißer Farbe. Darunter ist eine Hand mit gespreizten Fingern erhoben, die andere liegt quer darunter. Von den Händen läuft ein heller Streifen des Körpers schräg bis zum unteren Rand, auf halbem Weg mit einem roten Punkt für den Nabel und ganz unten mit einem dunklen Fleck und dem Rot der Leistengegend. Alles Übrige – Jacke und Grund – ist dunkelbraun, schwarz und flaschengrün. In der linken oberen Ecke stehen in Schwarz Monogramm und Datum „S. 11“. Laut Museum malte Schiele mit raschen Pinselstrichen und ohne Vorzeichnung, und die Oberfläche zeigt es: Die Farbe liegt in dichten, getrennten Strichen über der ganzen Leinwand.
Warum ist dieses Gemälde wichtig?
Aus zwei Gründen, beide stehen im Museumseintrag. Der erste ist sein erster öffentlicher Auftritt. Anfang 1911 entstanden, wurde die Leinwand im April desselben Jahres in Schieles erster Einzelausstellung in der Wiener Galerie Miethke gezeigt und in der begleitenden Publikation reproduziert, zusammen mit einem Text von Albert Paris Gütersloh (1887–1973). Der zweite ist, wie gründlich das Werk seither dokumentiert ist. Das Museum nennt seine Nummer in fünf Verzeichnissen von Schieles Gemälden, vom Katalog Otto Nirensteins von 1930, wo es die Nummer 78 trägt, bis zum Verzeichnis Tobias Natters von 2017, wo es die Nummer 52 trägt.
Was bedeutet das Gemälde?
Nach der Deutung des Museums geht es um die Krise des Subjekts. Der Kopf ist unnatürlich geneigt und teilweise von einem weißen, nimbusartigen Raum umgeben; die Augen blicken unter hochgezogenen Brauen mit skeptischem Ausdruck seitwärts. Bis auf eine kurze Jacke, die optisch mit dem Hintergrund verschmilzt, ist die Figur nackt und bleich, und nur zwei Stellen sind in leuchtendem Rot gemalt: der Nabel und die Leistengegend. Der Nabel sitzt, so der Text, anatomisch falsch, lenkt aber gerade dadurch die axiale Komposition auf die Hände. Der Konvention des Quadratformats folgend, füllt Schiele die Leinwand mit dem, was das Museum eine rohe, schmerzhafte, abjekte Körperlichkeit nennt, und bringt so diese Krise anschaulich zum Ausdruck.
Woher kommt das Werk?
Das Leopold Museum veröffentlicht die Ergebnisse eigener Provenienzforschung und nennt vier Stationen: den Nachlass Egon Schiele in Wien (1918); Arthur Stemmer, Wien und London (vor 1930 bis 1954); Dr. Rudolf Leopold, Wien (1954–1994); und die Leopold Museum-Privatstiftung, Wien (1994). Die Objektdaten ergänzen, dass das Werk 1994 in die Stiftung eingebracht wurde. Für zwei Stationen nennt das Museum auch eine Quelle. Der Eintrag zu Stemmer stützt sich auf Otto Nirensteins Egon Schiele. Persönlichkeit und Werk (Berlin 1930, Nr. 78); der Eintrag zu Leopold stützt sich auf ein Dossier von Sonja Niederacher mit dem Titel Egon Schiele. „Der Lyriker“ vom 30. Juni 2010 sowie auf das Buch Rudolf Leopold – Kunstsammler, das Diethard Leopold 2003 in Wien herausbrachte (S. 54–61). Die Provenienznotiz, die diese Seite trägt, folgt unten.
Provenienz
Aus Schieles Nachlass (1918) ging das Gemälde an Arthur Stemmer (Wien/London, vor 1930 bis 1954) und dann an Rudolf Leopold (1954–1994) über; heute befindet es sich im Leopold Museum in Wien.
Wo steht dieses Werk unter Schieles Arbeiten?
Unter seinen Leinwänden von 1911–1917 in unserem Angebot sind zwei quadratisch, wie es dieses beinahe ist. Aus dem folgenden Jahr und derselben Sammlung stammt das Gemälde Eremiten, ebenfalls quadratisch, aber mit 181 x 181 cm weit größer, und von 1912–1913 das quadratische Porträt Trude Engel, 100 x 100 cm, das heute das Lentos Kunstmuseum in Linz verwahrt. Ebenfalls von 1912 und ebenfalls im Leopold Museum ist Kardinal und Nonne (Liebkosung), 70 x 80,5 cm, während Liegende Frau von 1917 ein langes Querformat hat, 96 x 171 cm, und gleichfalls im Leopold Museum ist. Die ganze Auswahl zeigt die Galerie Egon Schiele, mehr über sein Leben erzählt unser Artikel über Egon Schiele.
Wie entsteht unsere handgemalte Fassung?
Jede Leinwand malt ein Künstler in Ölfarben, Strich für Strich – kein Maschinendruck, sondern eine für Ihre Bestellung von Hand gemalte Kopie. Zwei Stellen sind hier am schwierigsten. Die erste ist die Haut: Gesicht, Hände und Körper sind aus getrennten Strichen in Ocker, Grün, Rosa und Rot aufgebaut; wer sie glatt verstreicht, bekommt einen gleichmäßig rosa Körper ohne Spannung. Die zweite ist das Dunkel: Jacke und Grund haben fast dieselbe Farbe, und die Kopie muss sie wie das Original allein durch die Richtung der Striche auseinanderhalten. Das Original ist in Ölfarben auf Leinwand gemalt, ebenso unsere Kopie. Ist das Gemälde fertig, fotografieren wir es und schicken Ihnen das Foto zur Freigabe, erst dann geht es auf die Reise. Dieses Werk wurde in unserer Werkstatt noch nicht fotografiert; wir ergänzen die Fotos auf dieser Seite, sobald wir sie haben. Wie jedes Kunstgemälde aus unserer Werkstatt kann es auf einen Keilrahmen gespannt geliefert werden; das wählen Sie bei der Option Podokvir.
Welche Größe für welche Wand?
Kurz gesagt: Das Original ist fast quadratisch, die eigentliche Frage ist also, wie viel Wand die Figur einnehmen soll. Das Museum gibt 80,5 x 80 cm an, ohne zu sagen, welche Seite welche ist; am nächsten kommt ihm unsere Größe 80 x 80 cm, die auf einer Seite dem Original entspricht und auf der anderen 5 mm kürzer ist. Für eine kleinere Wand, über eine Kommode oder einen Schreibtisch, genügen 50 x 50 cm oder 60 x 60 cm; ins Wohnzimmer über das Sofa passen 100 x 100 cm oder 110 x 110 cm; an eine große Wand, ins Treppenhaus oder in einen hohen Raum 140 x 140 cm, 170 x 170 cm oder 200 x 200 cm. Ein Gemälde dieser Größe braucht Abstand: Aus der Nähe liest man die Striche der Haut einzeln, das Gesicht setzt sich erst aus einigen Metern zusammen. Hängen Sie es mit der Mitte auf Augenhöhe auf, etwa 145–150 cm über dem Boden, über einem Sofa 15–25 cm über der Lehne.
Maß nach Wunsch, Keilrahmen und Rahmen
Passt keine der fünfzehn Größen zu Ihrer Wand, malen wir das Werk nach Ihrem Maß. Wählen Sie bei der Option Podokvir JA, kommt die Leinwand auf einen Holzkeilrahmen gespannt, bereit zum Aufhängen. Unsere 3D-Anwendung dient nur der Wahl des Rahmens, nicht der Darstellung des Werks an Ihrer Wand; die Ansicht an Ihrer Wand ist ein eigener Service. Den Rahmen wählen Sie gesondert, er ist optional.
Lieferung und Garantie
Wir malen auf Bestellung und liefern nach Deutschland und Österreich sowie in vierzehn weitere Länder der Europäischen Union, darunter Slowenien, Kroatien, Italien und Ungarn. Vor dem Versand schicken wir Ihnen ein Foto des fertigen Werks zur Freigabe, und für jede Bestellung gelten unsere Rückgaberegeln. Die Herstellungszeit hängt von der Größe und von der Auslastung der Werkstatt ab. Jedes Werk wird schützend verpackt verschickt.
Häufige Fragen
Wer ist der Mann auf dem Gemälde Der Lyriker?
Egon Schiele (1890–1918) selbst: Das Werk ist ein Selbstporträt. Laut Leopold Museum stellt er sich darin als „Lyriker“, also als Dichter, in einer extrem verrenkten Haltung dar. Der Titel nennt somit eine Rolle, kein Modell.
Wo befindet sich das Original des Lyrikers?
Im Leopold Museum in Wien, unter der Inventarnummer 450. Die Leinwand ist fast quadratisch und misst 80,5 x 80 cm. Aus Schieles Nachlass gelangte sie zum Sammler Arthur Stemmer, dann zu Rudolf Leopold, und seit 1994 gehört sie der Leopold Museum Privatstiftung.
Wann hat Schiele den Lyriker gemalt?
Anfang 1911; Monogramm und Datum stehen oben links. Im April desselben Jahres war die Leinwand in Schieles erster Einzelausstellung in der Galerie Miethke in Wien zu sehen. In der begleitenden Publikation wurde sie zusammen mit einem Text von Albert Paris Gütersloh reproduziert.
Was bedeutet das Gemälde Der Lyriker?
Nach der Lesart des Leopold Museums geht es um die Krise des Subjekts. Schiele zeigt sich als Dichter, halbnackt und bleich, mit unnatürlich geneigtem Kopf, und nur Nabel und Scham sind in leuchtendem Rot gemalt. Das Museum spricht von roher, schmerzhafter, abjekter Körperlichkeit, die das quadratische Format füllt.
Ist Lyricist dasselbe Werk?
Ja. Unter dem Titel Lyricist führt das Leopold Museum dieselbe Leinwand in seiner englischen Online-Sammlung. Das Provenienzdossier von Sonja Niederacher aus dem Jahr 2010 trägt den deutschen Titel „Der Lyriker“.
Wie hat Schiele den Lyriker gemalt?
In Ölfarben, laut Museum mit raschen Pinselstrichen und ohne Unterzeichnung. Die Farbe sitzt in dicken, getrennten Strichen auf der ganzen Fläche: Ocker, Grün und Rot für die Haut, Dunkelbraun, Schwarz und Flaschengrün für Jacke und Grund. Jede Kopie auf dieser Seite ist ein handgemaltes Gemälde, das diesen Strichen einzeln folgt.
Eignet es sich als Geschenk?
Ja; wenn Sie bei der Größe unsicher sind, gibt es einen Geschenkgutschein.
- Motiv: halbnacktes Selbstporträt, der Kopf fast auf der Seite, eine Hand mit gespreizten Fingern erhoben, ein bleicher Körper vor dunklem Grund.
- Original: 1911, Öl auf Leinwand, 80,5 x 80 cm, links oben monogrammiert und datiert, Leopold Museum, Wien, Inv.-Nr. 450.
- Unsere Fassung: von Hand in Öl gemalt, 15 Größen oder nach Maß, auf Wunsch auf Keilrahmen gespannt (Podokvir: JA).
- Wissenswert: im April 1911 war das Werk in Schieles erster Einzelausstellung in der Wiener Galerie Miethke zu sehen.









































