Beschreibung
Bildnis Wally Neuzil ist ein Werk Egon Schieles von 1912: das Halbfigurenporträt seiner langjährigen Partnerin auf einer kleinen Holztafel, mit großen blauen Augen, rotblondem Haar und einem weißen Rüschenkragen über dunkler Kleidung. Das Original bewahrt das Leopold Museum in Wien unter der Inventarnummer 453 auf; es misst 32 x 39,8 cm und ist im Querformat angelegt. Wir malen es von Hand in Ölfarben, in fünfzehn Größen oder nach Ihrem Maß, und schicken Ihnen vor dem Versand ein Foto des fertigen Werks zur Freigabe.
| Titel: | Bildnis Wally Neuzil |
| Weitere Titel: | Portrait of Wally Neuzil · Portret Wally Neuzil |
| Maler: | Egon Schiele (1890–1918) |
| Entstehungsjahr: | 1912, signiert und datiert links unten „EGON SCHIELE 1912“ |
| Originalgröße: | 32 cm x 39,8 cm (das Museum bezeichnet die Achsen nicht; Querformat) |
| Originaltechnik: | Öl auf Holz |
| Malstil: | Expressionismus |
| Standort: | Leopold Museum, Wien (Inv.-Nr. 453) |
| Unsere Reproduktion: | handgemaltes Öl auf Leinwand, 15 Größen von 40 x 32 cm bis 200 x 160 cm oder ein Maß nach Wunsch |
Bildnis Wally Neuzil – Egon Schiele
Wer ist auf dem Gemälde zu sehen?
Wally Neuzil, mit vollem Namen Walburga Neuzil (1894–1917), die langjährige Partnerin Egon Schieles (1890–1918). Er malte sie 1912 auf dieser Tafel. Laut Museumstext blieben die beiden bis zum Frühjahr 1915 in Kontakt, obwohl Schiele sich bereits 1914 seiner späteren Frau Edith Harms (1893–1918) zugewandt hatte.
Was zeigt die Holztafel?
Eine junge Frau bis zur Brust, den Kopf leicht zur Seite geneigt. Das Haar ist dicht und rotblond, am Scheitel scheinen zwei rote Flecken hindurch. Die Augen sind unverhältnismäßig groß und blau, mit einer dunklen Linie umrandet; auf Wangen, Nase und Kinn liegen rosa und rötliche Flecken, die Lippen sind rot und leicht geöffnet. Unter dem Hals liegt ein weißer Rüschenkragen, darunter dunkle, fast schwarze Kleidung in breiten Strichen. Am rechten Rand läuft von oben eine dünne Ranke mit spitzen Blättern in Braun- und Olivtönen herab, besetzt mit kleinen roten und dunkelblauen Punkten. Der Grund ist cremeweiß und ganz aus kurzen, sich kreuzenden Strichen aufgebaut, die sichtbar bleiben. Die Ranke ist kein Beiwerk: Der Katalog der Wiener Galerie Würthle von 1925, den das Museum unter seinen Quellen nennt, führt das Werk als Frauenporträt mit Blumenranke.
Warum ist dieses Gemälde wichtig?
Aus zwei Gründen. Der erste ist sein Gegenstück: Schiele malte es als Gegenstück zu seinem Selbstporträt mit Lampionfrüchten, das ebenfalls von 1912 stammt, ebenfalls auf Holz gemalt und fast gleich groß ist – 32,2 x 39,8 cm gegenüber 32 x 39,8 cm. Der zweite ist das Schicksal des Gemäldes nach 1938. Von 1998 bis 2010 war es Gegenstand von Gerichtsverfahren in New York und ist deshalb auch außerhalb der Kunstgeschichte bekannt.
Was bedeutet das Gemälde?
Nach der Deutung des Museums erzählt es von Nähe. Das Porträt strahlt Intimität und zärtliche Zuneigung aus und bezeugt die enge Bindung zwischen den Liebenden; das Querformat betont die Verbindung zum Selbstporträt, das als Gegenstück angelegt ist, und damit die Verbindung zwischen zwei Menschen, deren emotionaler Ausdruck sich in beiden Kompositionen ergänzt. Der Text weist auch auf die Form hin: Mit seinem Augenmerk auf geometrische Grundformen und seiner harmonischen Farbkombination hält das Werk Spannung und Ruhe gekonnt im Gleichgewicht. Als expressionistisches Gemälde übertreibt es nicht mit der Geste, sondern mit den Augen.
Woher kommt das Werk, und warum war es umstritten?
Das Leopold Museum veröffentlicht eine selbst recherchierte Provenienzkette. Am Anfang stehen Emil Toepfer und Richard Lanyi, beide aus Wien, dann die Wiener Kunsthändlerin Lea Bondi Jaray (1880–1969), die das Werk schon vor 1925 und bis 1939 besaß. Es folgen Friedrich Welz in Salzburg (1939–1944) und die Salzburger Landesgalerie (1944–1945). 1945 stellte die US-Besatzungsmacht das Gemälde sicher, 1947 wurde es laut dieser Kette dem Land Salzburg übergeben; der Vergleichstext auf derselben Seite nennt für diesen Schritt das Bundesdenkmalamt. Danach werden Dr. Robert Rieger und Tana Berger in New York (1948), die Österreichische Galerie Belvedere (1950–1954), Dr. Rudolf Leopold (1954–1994) und seit 1994 die Leopold Museum Privatstiftung genannt.
Neben der Kette veröffentlicht das Museum einen im Vergleich vom Juli 2010 vereinbarten Text. Danach war das Gemälde persönliches Eigentum von Lea Bondi Jaray, einer jüdischen Kunsthändlerin und Inhaberin der Galerie Würthle in Wien. Im April 1938 wurde sie gezwungen, die Galerie an Friedrich Welz abzugeben, 1939 floh sie vor den Nationalsozialisten nach London. Das Leopold Museum lieh das Gemälde 1997 dem Museum of Modern Art in New York; 1999 leitete die US-Regierung ein zivilrechtliches Einziehungsverfahren ein. Das Bezirksgericht in New York stellte 2009 fest, dass das Gemälde Lea Bondi Jaray gehört hatte und ihr in Wien Ende der 1930er-Jahre von Welz, einem NSDAP-Mitglied, gestohlen worden war, als er im Zuge der „Arisierung“ ihre Galerie übernahm. Es stellte außerdem fest, dass die US-Streitkräfte das Gemälde nach dem Krieg bei Welz beschlagnahmt und 1947 dem Bundesdenkmalamt übergeben hatten, zusammen mit Gemälden, die Welz vom jüdischen Sammler Heinrich Rieger erworben hatte, der 1942 im Konzentrationslager Theresienstadt ermordet wurde. 1950 übergab das Amt Werke an einen Vertreter der Erben Riegers, darunter dieses Porträt; die Erben verkauften sie im selben Jahr dem Belvedere, das das Gemälde 1954 im Tausch Rudolf Leopold überließ. Beendet wurde der Fall 2010 durch einen Vergleich, den die Notiz unten zusammenfasst; die Summe von 19 Millionen US-Dollar gab der US-Bundesstaatsanwalt für den Southern District of New York am 20. Juli 2010 in einer Pressemitteilung bekannt.
Provenienz und ein langer Streit
Die Provenienz reicht von der Wiener Händlerin Lea Bondi Jaray über den NS-Sammler Friedrich Welz, der es 1939 im Zuge der „Arisierung“ erhielt, später zu Rudolf Leopold. 1998 wurde das Gemälde in New York während einer MoMA-Leihgabe von US-Behörden beschlagnahmt; der Streit wurde erst im Juli 2010 beigelegt, als das Leopold Museum dem Bondi-Nachlass 19 Millionen US-Dollar zahlte und das Werk behielt.
Wo steht dieses Werk unter Schieles Arbeiten?
Unter den kleinen Holztafeln von 1912. Am nächsten steht ihm sein Selbstporträt mit Lampionfrüchten, das Gegenstück: dasselbe Jahr, derselbe Träger, fast dasselbe Maß und heute dieselbe Sammlung, in der das Museum es als Self-Portrait with Chinese Lantern Plant unter der Inventarnummer 454 führt. Aus demselben Jahr und derselben Sammlung stammt auch Kardinal und Nonne (Liebkosung), allerdings auf Leinwand gemalt und deutlich größer, 70 x 80,5 cm. Ein Jahr zuvor, 1911, entstand Der Lyriker, und von 1917 ist die Landschaft Vier Bäume, die das Belvedere 2020 restituierte und die heute in Privatbesitz ist. Die ganze Auswahl zeigt die Galerie Egon Schiele, mehr über sein Leben erzählt unser Artikel über Egon Schiele.
Wie entsteht unsere handgemalte Fassung?
Jede Leinwand malt ein Künstler in Ölfarben, Strich für Strich – kein Maschinendruck, sondern eine für Ihre Bestellung von Hand gemalte Kopie. Zwei Stellen sind hier am schwierigsten. Die erste sind die Augen: groß, blau und etwas anders gesetzt, als die Anatomie sie setzen würde; wer sie „korrigiert“, verliert genau das, wofür das Gesicht bekannt ist. Die zweite ist der Grund, der nicht glatt ist, sondern aus kurzen, sich kreuzenden Strichen besteht; sie müssen auch in großem Format sichtbar bleiben, sonst öffnet sich hinter dem Kopf eine leere Wand. Das Original ist auf Holz gemalt, unsere Kopie in der Technik Öl auf Leinwand; Tafel und gespannte Leinwand verhalten sich verschieden, das geben wir nicht als dasselbe aus. Ist das Gemälde fertig, fotografieren wir es und schicken Ihnen das Foto zur Freigabe, erst dann geht es auf die Reise. Für dieses Werk haben wir noch keine Aufnahmen aus unserer Werkstatt: Wir ergänzen sie auf dieser Seite, sobald wir sie haben. Wie jedes Kunstgemälde aus unserer Werkstatt kann es auf einen Keilrahmen gespannt geliefert werden; das wählen Sie bei der Option Podokvir.
Welche Größe für welche Wand?
Kurz gesagt: Weil das Original so klein ist, entscheiden Sie bei der Größe eigentlich, wie nah das Gesicht sein soll. Dem Original am nächsten ist unsere kleinste Größe, 40 x 32 cm: Sie ist nur 2 mm breiter und genauso hoch. Alle anderen sind größer als das Original. Über eine Kommode oder einen Schreibtisch passen 65 x 52 cm und 75 x 60 cm, ins Wohnzimmer über das Sofa 100 x 80 cm oder 125 x 100 cm, an eine große Wand, ins Treppenhaus oder in einen hohen Raum 180 x 145 cm und 200 x 160 cm. Ein Gemälde dieser Größe braucht Abstand: Aus der Nähe liest man die Striche des Grundes einzeln, das Gesicht setzt sich erst aus einigen Metern zusammen. Ein handgemaltes Gemälde hängt am besten mit der Mitte auf Augenhöhe, etwa 145–150 cm über dem Boden; über einem Sofa 15–25 cm über der Lehne.
Maß nach Wunsch, Keilrahmen und Rahmen
Passt keine der fünfzehn Größen zu Ihrer Wand, malen wir das Werk nach Ihrem Maß. Wählen Sie bei der Option Podokvir JA, kommt die Leinwand auf einen Holzkeilrahmen gespannt, bereit zum Aufhängen. Unsere 3D-Anwendung dient nur der Wahl des Rahmens, nicht der Darstellung des Werks an Ihrer Wand; die Ansicht an Ihrer Wand ist ein eigener Service. Den Rahmen wählen Sie gesondert, er ist optional.
Lieferung und Garantie
Wir malen auf Bestellung und liefern nach Deutschland und Österreich sowie in vierzehn weitere Länder der Europäischen Union, darunter Slowenien, Kroatien, Italien, Ungarn und Frankreich. Vor dem Versand schicken wir Ihnen ein Foto des fertigen Werks zur Freigabe. Die Herstellungszeit hängt von der Größe und von der Auslastung der Werkstatt ab. Für jede Bestellung gilt unsere Widerrufs- und Erstattungsrichtlinie.
Häufige Fragen
Wer war Wally Neuzil?
Walburga „Wally“ Neuzil (1894–1917) war die langjährige Partnerin Egon Schieles und mehrere Jahre sein Modell; als die beiden sich 1911 kennenlernten, war sie 17. Laut Leopold Museum blieben sie bis zum Frühjahr 1915 in Kontakt, obwohl Schiele sich bereits 1914 seiner späteren Frau Edith Harms zugewandt hatte. Neuzil starb im Dezember 1917 mit 23 Jahren.
Wann malte Schiele das Bildnis Wally Neuzil?
Im Jahr 1912: Die Tafel ist links unten mit „EGON SCHIELE 1912“ signiert und datiert. Sie ist in Öl auf Holz gemalt und misst nur 32 x 39,8 cm, im Querformat.
Wo befindet sich das Bildnis Wally Neuzil heute?
Im Leopold Museum in Wien, unter der Inventarnummer 453. Sein Gegenstück, Schieles Selbstporträt mit Lampionfrüchten aus demselben Jahr, gehört unter der Inventarnummer 454 zur selben Sammlung.
Warum wurde das Wally-Porträt in New York beschlagnahmt?
1998, während einer Leihgabe ans Museum of Modern Art, beschlagnahmten US-Behörden die Tafel: Sie hatte der jüdischen Wiener Kunsthändlerin Lea Bondi Jaray gehört und war ihr Ende der 1930er-Jahre vom NSDAP-Mitglied Friedrich Welz genommen worden. Der Streit endete erst im Juli 2010 mit einem Vergleich, in dem das Leopold Museum ihrem Nachlass 19 Millionen US-Dollar zahlte und das Werk behielt. Die Geschichte erzählt der Dokumentarfilm Portrait of Wally von 2012.
Was bedeutet das Bildnis Wally Neuzil?
Nach der Deutung des Leopold Museum erzählt es von Nähe: Es strahlt Intimität und zärtliche Zuneigung aus und bezeugt die enge Bindung zwischen den Liebenden. Schiele malte es als Gegenstück zu seinem Selbstporträt desselben Jahres, ebenfalls auf Holz und fast gleich groß, sodass beide Tafeln zusammengehören.
Eignet es sich als Geschenk?
Ja; wenn Sie bei der Größe unsicher sind, gibt es einen Geschenkgutschein.
- Motiv: Halbfigurenporträt von Wally Neuzil, große blaue Augen, weißer Rüschenkragen, dunkle Kleidung, Ranke am rechten Rand.
- Original: 1912, Öl auf Holz, 32 x 39,8 cm, links unten signiert, Leopold Museum, Wien, Inv.-Nr. 453.
- Unsere Fassung: von Hand in Öl gemalt, 15 Größen oder nach Maß, auf Wunsch auf Keilrahmen gespannt (Podokvir: JA).
- Wissenswert: das Porträt ist als Gegenstück zum Selbstporträt mit Lampionfrüchten angelegt; das Querformat betont laut Museum diese Verbindung.









































